zuletzt bearbeitet: 06.07.2011 10:54 Uhr
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"Es kommt nicht aufs Tempo an"
Herr Professor Schürmann, am 17. April fällt der Startschuss für "Menschen laufen für Menschen". Zum wievielten Mal findet die Veranstaltung statt?
Dieses Jahr laufen zum achten Mal "Menschen für Menschen".
Was verbirgt sich hinter dieser Veranstaltung, die der Hofer Sportverband und der Rotary Club Hof-Bayerisches Vogtland gemeinsam auf die Beine stellen und die die Frankenpost präsentiert?
Begonnen hat alles auf Initiative von Dr. Heinrich Sandler dem ersten Präsidenten unseres Rotary Clubs, und Friedrich Rister, dem leider vor zwei Jahren verstorbenen Präsidenten des Hofer Sportverbandes. Wie schon der Name sagt, ist es eine Breitensportaktion, deren Erlös voll gemeinnützigen Zwecken in Hof und Umgebung zukommt.
Wer kann mitmachen?
Mitmachen kann jeder, der sich zutraut, eine Strecke von neun oder 14 Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Dabei kommt es nicht auf die Gangart oder aufs Tempo an. Wir haben viele Nordic Walker, aber auch Wanderer unter den Teilnehmern. Dieses Jahr haben wir die beiden Strecken exakt vermessen und besser ausgeschildert. Die Neun-Kilometer-Strecke führt durch das schöne Untreutal zur Glänzlamühle. Die längere Strecke haben wir neu ausgelegt - sie eröffnet wunderschöne Ausblicke auf das Fichtelgebirge und verläuft nun weniger im Wald. Am Start und Ziel gibt es wie jedes Jahr Verpflegung und Getränke - sowie eine große Kuchentheke!
Die Veranstaltung gilt auch als eine große Kinderlauf-Veranstaltung Oberfrankens. Wie viele junge Läufer sind am Start?
In den letzten Jahren waren manchmal über hundert Kinder am Start, die über ein oder zwei Kilometer um die Wette gelaufen sind. Dieses Jahr wollen wir, dass auch die "Kinder für Kinder laufen". Ziel ist es nicht, der Schnellste zu sein, sondern gemeinsam eine möglichst große Strecke zu bewältigen.
Heuer gibt es erstmals einen Stundenlauf für die Kinder. Wie funktioniert denn das?
Im Zeitrahmen von 14.15 bis 15.15 Uhr können die Kinder auf einem 600-Meter- Rundkurs Kilometer sammeln. Jeder kann hier mitmachen - ob er eine Runde läuft oder zehn. Natürlich sollen die Kinder nicht die ganze Stunde laufen - man kann sich zwischen den Runden ja auch ausruhen. Wir haben an der Strecke viele Betreuer, die darauf achten, dass sich niemand zu sehr verausgabt.
Wie organisieren Sie das Laufen für einen guten Zweck?
Das ist dieses Jahr neu: Wir zählen alle gelaufenen Kilometer - beim Erwachsenenlauf und beim Kinderlauf. Die zahlreichen Sponsoren, die uns auch dieses Jahr wieder unterstützen, zahlen pro Kilometer einen Euro. Wir können so unserem Motto "Menschen laufen für Menschen" eine sehr konkrete Bedeutung geben. Gleichzeitig erhoffen wir uns vor allem bei den Kindern und auch bei vielen Erwachsenen eine zusätzliche Motivation, beim Lauf mitzumachen.
An dieser Stelle möchte ich mich schon vorab bei allen Sponsoren bedanken. Wir wurden nicht nur mit großzügigen Geldspenden bedacht - sondern erhalten jedes Jahr auch eine große Menge an Sachspenden.
Welchem Zweck kommen die "erlaufenen Kilometer" zugute?
Es werden mehrere gemeinnützige Projekte aus Hof und Umgebung unterstützt. In Zusammenarbeit mit dem Hofer Sportverband werden zum Beispiel Programme zur Integration eher "sportferner" Kinder in die Hofer Vereine gefördert. Und wie jedes Jahr wird das Projekt "Gesunde Kids" unterstützt.
Was verbirgt sich hinter diesem Projekt "Gesunde Kids"?
"Gesunde Kids" sind Projektklassen verschiedener Grundschulen in Stadt und Landkreis Hof, die von AOK-Mitarbeiterinnen als Ergänzung zum Lehrplan Bewegungstraining und Lerninhalte zu gesunder Ernährung vermittelt bekommen. Mit dieser Aktion, die wir bereits seit fünf Jahren durchführen, versuchen wir, der wachsenden Problematik von Bewegungsarmut und Übergewicht im Kindesalter zu begegnen. Nach dem Lauf werden die "Gesunden Kids"-Klassen das Projekt selbst vorstellen. Dann gibt es auch eine große Siegerehrung: Jedes Kind erhält eine Teilnahmeurkunde, und getrennt nach Altersklassen werden auch die längsten Laufstrecken prämiert. Besonders wollen wir auch das Laufen in der Gruppe werten - so bekommt die Gruppe mit der größten relativen Laufleistung einen Sonderpreis.
"Menschen laufen für Menschen" findet wieder im TPZ statt ?
Ja, das therapeutisch-pädagogische-Zentrum ist seit Jahren der Austragungsort. Wir freuen uns sehr, mit dem TPZ-Leiter Herrn Wonsack und seinem Team engagierte Partner bei der Ausrichtung zu haben. Besonders ist hervorzuheben, dass viele Kinder aus dem TPZ bei der Veranstaltung mitmachen. Gerade unser diesjähriger Plan eines Stundenlaufs gibt jedem Kind die Möglichkeit, sich nach seinen Fähigkeiten einzubringen.
Wie alt sind denn die Sportler?
Die Begeisterung für den guten Zweck und vor allem für die Bewegung steht an diesem Tag absolut im Vordergrund. Letztes Jahr war der jüngste Teilnehmer drei Jahre und der älteste weit über 80 Jahre alt.
Was wünschen sich die Veranstalter für "Menschen laufen für Menschen 2010"?
Wir wünschen uns, dass wir noch mehr Teilnehmer als in den letzten Jahren motivieren können. Für engagierte Läufer bieten wir einen schönen und sportlich ambitionierten Start in die Saison. Neben Breitensportlern und "Gelegenheits"-Sportlern möchten wir aber auch alle anderen Menschen ansprechen: Kommen Sie - am besten mit Ihrer ganzen Familie - und verbringen Sie mit uns einen "bewegten" Nachmittag am Untreusee und engagieren sich gleichzeitig für einen guten Zweck!
Das Interview führte Kerstin Dolde
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