zuletzt bearbeitet: 17.02.2011 14:34 Uhr
Text
Text
Erwachsen geworden
Im Sonntagsgespräch verrät Ex-DSDS-Teilnehmer Daniel Küblböck, wie er 2008 mit neuem Sound durchstarten will
-
Will im Jahr 2008 mit neuem Sound durchstarten: Ex-DSDS-Teilnehmer Daniel KüblböckRolf Vennenbernd, dpa -
"Das ist der Lauf des Lebens, dass sich das Publikum wandelt."Daniel Karmann, dpa -
"Viele Künstler machen erst ihr Album und dann die Tour. Ich bin der Meinung, man sollte das umgekehrt machen. Dann weiß man, wie die Fans reagieren."Ursula Düren, dpa -
"Den Erfolg, den ich nach DSDS hatte, habe ich immer mehr der Show angerechnet als meiner Person. Für mich ist entscheidend, dass ich momentan ganz gut von meiner Musik leben kann."Wolfgang Thieme, dpa -
"Der Nachteil bei DSDS: Es geht es nur um verkaufte Platten. Wenn die ausbleiben, werden die Leute schnell fallengelassen."Daniel Karmann, dpa -
"Da habe ich mich entschieden, etwas Neues auszuprobieren: Moderne Country-Musik."Frank Mächler, dpa
So!: Viele denken immer noch an einen ausgeflippten Bühnenhüpfer, wenn sie den Namen Daniel Küblböck hören. Dabei machst du seit vergangenem Jahr nur noch seriöse Jazz- und Countrymusik. Warum dieser Wandel?
Daniel Küblböck: Nach dem ganzen Hype, der da um mich herum passiert ist, habe ich mich gefragt, wie es weitergehen soll. Ich habe zu dieser Zeit von meiner Plattenfirma zwar immer noch Songs angeboten bekommen, die gingen aber eher in die Richtung Party- und Spaßmusik. Ich hatte aber das Gefühl, dass das nicht mehr zu mir passt. Da habe ich mich entschieden, etwas Neues auszuprobieren.
So!: Dein Motto heißt „Back to the roots“, also „Zurück zu den Wurzeln”. Welche Wurzeln meinst du damit?
Küblböck: Schon meine Eltern waren absolute Countrymusik-Fans. Ich bin also damit aufgewachsen und habe das schon vor DSDS ziemlich cool gefunden. Was ich mache, ist aber kein klassischer Country-Stil, sondern moderne Countrymusik. Das wollte ich gerne anpacken und habe mich mit einer Band zusammengetan und Songwriter aus Hamburg und Nashville engagiert. Auch Jazzmusik habe ich schon vor DSDS gemacht, nur nicht professionell. Das Motto „Back to the roots” bezieht sich deswegen auf die Zeit vor DSDS.
So!: Wie haben deine Fans auf diesen Wandel reagiert? Gab es negative Erfahrungen?
Küblböck: Das würde ich nicht sagen. Es gibt natürlich immer wenige Fans, die damit nicht umgehen können oder es nicht so toll finden. Dann gibt es wieder andere, die wegen der neuen Musik erst zu Fans werden. Das ist der Lauf des Lebens, dass sich das Publikum wandelt.
So!: Dann hast du es bislang nicht bereut, diesen Weg gegangen zu sein? Immerhin ist Dein Erfolg bis jetzt noch nicht sehr durchschlagend?
Küblböck: Ich bin da sehr optimistisch. Ich arbeite an mir und mache momentan das durch, was alle Künstler durchgemacht haben. Die mussten sich alle hocharbeiten. Den Erfolg, den ich nach DSDS hatte, habe ich immer mehr der Show angerechnet als meiner Person. Für mich ist entscheidend, dass ich momentan ganz gut von meiner Musik leben kann. Deswegen möchte ich weiter Sachen machen, die mir Spaß machen, auch wenn sie eher unkommerziell sind.
So!: Du hast schon während der Casting-Show polarisiert. Einige fanden dich genial, andere schrecklich. Das hat zum Teil zu sehr hässlichen Schlagzeilen geführt, zum Beispiel wegen deiner Teilnahme an der RTL-Dschungel-Show oder nach deinem Gurkenlaster-Unfall. Viele andere hätten da einfach alles hingeschmissen. Du willst dich durchbeißen und es erneut wissen. Woher kommt dieser Ehrgeiz?
Küblböck: Es gibt immer Momente, in denen man denkt „Wieso mache ich eigentlich diesen ganzen Scheiß?“. Wenn mich heute jemand auf die Dschungel-Show anspricht, sage ich immer „Ich war jung und brauchte das Geld“. Da war ich schließlich erst 18 Jahre alt, da darf man so was schon mal machen, denke ich. Aber ich hatte es irgendwann satt, für die Medien immer eine Plattform zu sein. Die Leute haben sich ja zeitweise mehr darüber unterhalten, was ich für Unterhosen trage, anstelle über meine Musik zu reden. Da ist dann irgendwo eine Art Reißverschluss in mir aufgegangen und ich habe gedacht: „So möchte ich nicht enden.“
So!: Jetzt soll es ja auf die neue Art weitergehen. Wie sind deine Planungen für 2008?
Küblböck: Ich werde auf jeden Fall in Nashville ein Album aufnehmen. Dann werde ich das rausbringen und mal schauen, was kommt. Die Tour wird auch weitergehen. Viele Künstler machen erst ihr Album und dann die Tour. Ich bin der Meinung, man sollte das umgekehrt machen. Wenn man erst die Tour und dann das Album macht, weiß man wie die Fans darauf reagieren und wie es ankommt.
So!: Mal angenommen, der Erfolg deines Albums wird so durchschlagend, dass sich Dieter Bohlen bei dir meldet und dich fragt, ob du wieder mit ihm zusammenarbeiten willst. Was wäre deine Antwort?
Küblböck: Da gibt es für mich nur eine Antwort: Nein. Nicht, weil ich Herrn Bohlen menschlich nicht mag. Ich glaube, er kann es ganz gut einschätzen, dass ich nie persönlich etwas gegen ihn hatte. Ich werde auch nicht sagen, dass ich seine Musik schlecht finde. Aber es wäre für mich, wie wenn ich zehn Schritt nach vorne gegangen wäre und müsste wieder zwanzig zurück. Da bin ich nicht scharf drauf.
So!: Und was machst du, wenn das Album floppt?
Küblböck: Dann würde ich ein neues Album rausbringen und hoffen, dass das gut wird. Ich bin da ganz selbstbewusst. Ich habe eine eigene Firma, die viel selber produziert, außerdem waren meine Konzerte bis jetzt immer ausverkauft. Deswegen bin ich gerade recht zufrieden.
So!: So gut wie es gerade bei dir läuft, so schlecht hat es manch anderer Ex-DSDS-Kandidat. Sogar Sieger wie Elli oder Tobias Regner sind ebenso schnell wieder verschwunden wie sie zuvor aufgetaucht sind. Was sind deiner Meinung nach die Gründe dafür?
Küblböck: Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, ich habe davon profitiert, nie ein von DSDS gestelltes Management gehabt zu haben. Am Anfang hat mein Vater mich gemanagt, irgendwann habe ich dann auch gesagt, dass ich nicht immer meinen Vater überall dabei haben muss. Seitdem manage ich mich selbst. Das ist bei vielen Kollegen eben nicht so. Die kommen nach DSDS in diese PR-Maschinerie rein und dann geht es nur darum, wie viele Platten verkauft werden. Und wenn einmal einer 5000 Platten weniger verkauft als im Vorjahr, dann denken die gleich, es klappt nicht und dann kommt schon wieder der nächste Superstar und man versucht es mit ihm. Das ist der Nachteil bei DSDS. Es geht es nur um verkaufte Platten. Wenn die ausbleiben, werden die Leute schnell fallengelassen.
Interview: Christian Kreuzer
KURZ & KNAPP
Daniel Küblböck wurde am 27. August 1985 im bayerischen Hutthurm geboren. Vor fünf Jahren stellte er sich mit gerade einmal 17 Jahren zum ersten Mal mit seiner Gitarre der RTL-Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ und wurde am Ende Dritter. Schon während der Show begann Küblböcks Aufstieg zum Shooting-Star, nach seinem Ausscheiden landete er mit seinen ersten beiden Pop-Singles „You drive me crazy“ und „Heartbeat“ Charterfolge. Danach ging es für den ausgefl ippten Star mit der hohen Stimme musikalisch bergab, es folgte ein peinlicher Auftritt in der TV-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Auch Küblböcks Kinofi lm „Daniel, der Zauberer“ fl oppte. Seit September vergangenen Jahres tritt Daniel Küblböck als bayerischer Countrysänger auf. Mit Erfolg. Sein erster Country-Pop Song „Born in Bavaria“ schaffte es auf Anhieb in die deutschen Charts. Heute ist der 22- Jährige Geschäftsführer seiner eigenen Firma und lebt in Nürnberg.
Diesen Artikel
|
|||||
Die neuesten Kommentare
Erwachsen Geworden! 19.1.2008von rena
(58) am 04.02.2008 15:36Das Interview von Christian Kreuzer mit Daniel Küblböck hat mir sehr gut gefallen! Da ich Daniels Werdegang nun schon seit 5 Jahren verfolge und feststellen konnte, wie er sich auch stimmlich mehr und mehr verbessert (der Gesangsunterricht hat sich wirklich gelohnt!!)war es an der Zeit, dass auch in der Frankenpost ein positiver Artikel erscheint. Vielen Dank! Eine Hörprobe beim einem Konzert ist auf jeden Fall empfehlenswert!!! Viele Grüße Rena |
(0)
|
Ȇbersicht Dossiers
Selbst ist der Nordhalbener
Die Gemeinde im Oberen Rodachtal hat einige strukturelle Probleme. Die schlagen sich auch in der NP-Umfrage zur Kampagne "Leben in meiner Heimat" nieder. Doch ebenso deutlich ist: Die Nordhalbener sind Meister der Selbsthilfe. »mehr
Befragte vergeben zu 25 Prozent Zweier
Die Nordhalbener erteilen 105-mal die Note "gut". Die meisten Einser kriegt die abgefragte Kategorie "Sicherheit". Doch ... »mehr
Der Hofer Spaziergänger...
Gert Böhm nimmt als Gerch, der Hofer Spaziergänger, gekonnt die fränkischen Eigenheiten auf die Schippe.
... »mehr
Heimat-Aktion: Neue Presse besucht Nordhalben
Die Kampagne "Leben in meiner Heimat" geht weiter. Am Donnerstag, 2. Februar, lädt die NP zur Diskussion ins Haus des Ga... »mehr
Das könnte Sie auch interessieren
Party
Nachrichten
Sport
Gelesen
Kommentiert
Bewertet
Magazine
Umfrage

Heikle Mission über dem Meer - Einsatz im Offshore-Windpark
Aus der Nordsee ragen Türme in den Himmel. Zwölf Windräder drehen sich in dem Windpark alpha ventus - 50 Kilometer vor der Küste. Ralf Klooster und seine Kollegen beobachten die riesigen Anlagen fast rund um die Uhr. Wenn etwas nicht stimmt, müssen sie reagieren.
»mehrDie Sache mit dem Namensrecht
Webcams aus der Region
Hof konkret: Die OB-Wahl in Hof - Wer hat die besten Konzepte und Ideen?
Machen Sie mit bei unserer Umfrage zur Talk-Runde „Hof konkret“ unter dem Motto "Die OB-Wahl in Hof - Wer hat die besten Konzepte und Ideen?“! »mehr












































