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Spielend auf den Beruf vorbereiten

JobAct | EU-Projekt soll Jugendlichen auf Jobsuche helfen, sich erfolgreich für einen Ausbildungsberuf zu bewerben. Ein eigenes Theaterstück schließt die Vorbereitungen ab.
Von Herbert Scharf
  • fpwun_mavie_job_110310 Theater-Kostprobe von drei Teilnehmern des Projektes JobAct in Wunsiedel, ein von der EU geförderter Lehrgang für arbeitssuchende junge Menschen. Foto: Scharf
     
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Wunsiedel - Mit Kreativität auf Jobsuche: JobAct, ein von der EU gefördertes Projekt für arbeitssuchende junge Menschen soll 13 Jugendlichen aus dem Landkreis Wunsiedel und der nördlichen Oberpfalz helfen, sich besser darzustellen und damit auch bei der Jobsuche erfolgreich zu sein. Nach dem Motto "gut sein alleine genügt nicht, man muss sich auch nach außen hin gut präsentieren können", soll das Projekt Jugendliche optimal auf den Beruf vorbereiten.

JobAct richtet sich an junge Erwachsene unter 25 Jahren ohne Berufsausbildung. In einer sieben Monate dauernden Fortbildung soll der Unterricht den jungen Leuten helfen, sich selbst besser kennenzulernen mit allen Stärken und Schwächen, und so ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei die theaterpädogische Arbeit, aber auch Bewerbungsmanagement.

Kreativ bewerben

Ausgesucht wurden die 13 Teilnehmer von der Arge Wunsiedel/nördliche Oberpfalz. 100 Jugendliche ohne Job wurden zu einem "Casting" vorgeladen und nach dem Motto "Arge sucht den Theaterstar" ausgewählt. Schließlich ist das Projekt nicht billig: Es kostet rund 500 Euro pro Teilnehmer im Monat. Finanziert wird es in erster Linie aus dem EU-Sozialfonds. Den Rest berappen die Arge, die Stadt Wunsiedel über die VHS und die Oberfranken-Stiftung.

JobAct läuft seit November vergangenen Jahres. Jetzt wurde ein Zwischenergebnis präsentiert. Eine Szene auf der Bühne in der ehemaligen Landwirtschaftsschule in Wunsiedel: Drei Teilnehmer, zwei junge Männer und eine junge Frau, spielen einen Einbruch in eine Firma. Einziges Requisit ist eine Schulbank. Über die muss die junge Frau in die Firma einsteigen, damit die beiden Komplizen den Safe ausräumen können. Und das nicht einfach so. Kurzer Schnitt, und "Regisseur" Peter Hein, Theaterpädagoge aus Nürnberg, gibt kurze Anweisungen. Der Zweifel der jungen Frau an dem Tun muss stärker zum Ausdruck kommen, der "Rädelsführer" muss bestimmter auftreten. Das Ganze nochmals. Es folgt ein kurzer Mimikauftritt mit Maske - hier muss der Körper, müssen die Bewegungen für sich sprechen.

Warum das Ganze? Projektleiterin Petra Donner erläutert den Sinn und Zweck des Unterrichts den Gästen mit Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck und den Vertretern der Arge an der Spitze. Mit kreativen theaterpädagogischen Mitteln sollen sich die jungen Menschen besser in der Arbeitswelt bewähren und sich erfolgreich bewerben. JobAct läuft bereits seit einigen Jahren mit Erfolg in anderen Bundesländern und nun erstmals in Bayern.

Schnupperpraktikum

Bürgermeister Beck erklärte dann auch, ihn habe das Projekt von Anfang an begeistert. Es passe hervorragend zur Festspielstadt Wunsiedel. Er bedankte sich bei der EU, aber auch der Arge und der Oberfranken-Stiftung für die Finanzierung. In der alten Landwirtschaftsschule habe man die passenden Räume gefunden. Die heutige Kostprobe habe unterstrichen, dass die Teilnehmer auf einem guten Weg sind.

Frei von der Leber weg erzählen die jungen Teilnehmer von JobAct, dass sie nach anfänglicher Skepsis inzwischen begeistert seien von dem Unterricht. "Ich habe noch nie vor so vielen Leuten geredet", meint einer. "Es ist einfach klasse, was wir hier machen. Es macht richtig Spaß", sagt eine andere. Übereinstimmend bestätigen die Teilnehmer, dass sie sich inzwischen selber besser kennengelernt und gelernt haben, ihre Stärken und Schwächen richtig einzuschätzen.

Bei einem zweiwöchigen Schnupperpraktikum konnten sie sich bereits in der Praxis beweisen. Ein längeres Praktikum soll noch folgen. Bereits begonnen wurde mit dem Schreiben und Einüben eines eigenen Theaterstücks, das zum Abschluss des Lehrgangs am 28. Mai als Premiere in der Fichtelgebirgshalle aufgeführt werden soll. Vom Inhalt sei nur so viel verraten: Es geht nicht nur um die Probleme Jugendlicher, sondern auch um viel Humor.

    
    

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