zuletzt bearbeitet: 17.02.2011 09:53 Uhr
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„Ich zeige eine ganze Menge von mir her“
Der Musiker und Schauspieler Michael Fitz wird mit seinem Programm „nackert“ am Samstag im Porzellanikon in Selb gastieren. Er verspricht einen Streifzug durch die Gefühlswelt eines Mannes.
Herr Fitz, Ihr Programm, das Sie im Porzellanikon in Selb spielen werden, heißt „nackert“. Machen Sie eine Art Seelenstriptease?
Es gibt Leute, die das so bezeichnen. Ich selber würde es nicht ganz so hoch hängen. Wobei ich schon etwas von mir herzeige, eine ganze Menge sogar.
Ist es dann eher ein Streifzug durch die Gefühlswelt eines Mannes?
Ja, so würde ich es bezeichnen. Es geht ja nicht darum, sich selber exhibitionistisch herzuzeigen, sondern den Zuhörern die Möglichkeit zu geben, sich irgendwie selbst im Spiegel zu sehen – vor allem die Männer.
Sie sind wohl eher ein nachdenklicher und melancholischer Mensch?
Ab und zu schon. Aber ich bin durchaus auch fröhlich und lebenslustig. Ich denke, es braucht beides.
Früher haben Sie hochdeutsch, englisch, französisch und italienisch gesungen, dann als Musiker eine längere Pause eingelegt und sich mit bairischen Texten zurückgemeldet. Warum gerade Mundart?
Weil ich zu dem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass das die Sprache ist, in der ich mich am besten ausdrücken kann. Im Prinzip geht es mir immer noch so, aber das muss nicht heißen, dass dies für die Ewigkeit so bleibt.
Sie sind Musiker und Schauspieler. Ist es schwierig, diese beiden Karrieren unter einen Hut zu bringen?
Es ist einfach eine Frage der Organisation. Das habe ich bisher immer ganz gut geschafft. Je länger man das macht, desto mehr Übung hat man darin.
Als Schauspieler müssen Sie in eine Rolle schlüpfen, als Musiker sind Sie Michael Fitz. Was liegt Ihnen mehr?
Mir macht beides Spaß. Und ich würde auch beides, wenn ich von heute auf morgen aufhören müsste, wirklich vermissen.
Haben Sie die Rolle als "Tatort"-Kommissar Carlo Menzinger schon hinter sich gelassen?
Schon lang. Für mich ist das wirklich Schnee von gestern. Aber für die Leute, die den "Tatort" anschauen, ist das anders. Denn die Folgen, in denen ich dabei bin, werden so wahnsinnig oft wiederholt. Und das wird noch eine Weile so weitergehen. Also im Prinzip bin ich für diese Zuschauer noch gar nicht weg.
Bekommen Sie manchmal Wehmut, wenn Sie eine alte "Tatort"-Folge sehen, in der Sie den Carlo spielen?
Ja, ich finde die alten Folgen schon schön anzuschauen. Ich habe sie neulich mal rausgekramt, weil ich jemanden eine DVD geliehen habe. Aber ich bin der Meinung: Was vorbei ist, ist vorbei. Das war mal und jetzt gibt’s neue Dinge, um die man sich kümmert.
Haben Sie heute mehr Freiheit, beruflich das zu tun, was Sie immer tun wollten?
Nicht wirklich. Ich bin genauso wie jeder andere eingeklemmt in wirtschaftliche Erfordernisse und Sachzwänge und muss halt schauen, dass ich meine Familie ernähre. Das ist sicherlich heutzutage nicht einfacher als früher.
Aber sie wollten doch nach ihrem Ausstieg beim "Tatort" andere, anspruchsvollere Rollen spielen. Ist das gelungen?
Ja, die habe ich bekommen. Das ist etwas, worüber ich mich sehr freue. Ich habe in den vergangenen zwei, drei Jahren zum Teil sehr interessante Figuren gespielt. Auch 2009 bei Sachen, die teilweise noch nicht gesendet worden sind. Das waren nicht immer Hauptrollen, aber durchaus spannende, anspruchsvolle Nebenrollen. In so fern ist die Rechnung voll aufgegangen. Aber ich hätte das nicht gemacht, wenn ich nicht gewusst hätte, dass das auch funktioniert. Wenn man was anderes will in der Branche, muss man sich von sich aus laut melden und sagen: Ich möchte etwas anderes machen und dafür höre ich das hier jetzt auf. Dann weiß es jeder.
Wie sehen Ihre neuen Projekte aus?
Im Augenblick habe ich aus einer ganz anderen Ecke eine Geschichte am Start. Da kann ich aber noch nicht darüber reden. Es geht um eine Art Dokumentation, durch die ich führen soll. Und ich mache jetzt im Frühjahr zwei Hörbücher. Auch der Sommer ist schon ganz schön voll: Da gibt es wieder einen Zweiteiler. Jetzt im Augenblick steht die Musik im Vordergrund.
Das Gespräch führte Andrea Herdegen.
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