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"An meinen Film hat niemand geglaubt"

Eröffnungsbeitrag – Felix Fuchssteiner erzählt bei den Grenzland-Filmtagen die Geschichte einer scheinbar perfekten Familie, die mehr und mehr aus dem Gleichgewicht gerät.
  • Felix Fuchssteiner Felix Fuchssteiner, Regisseur von "Draußen am See"
    Andrea Herdegen
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Herr Fuchssteiner, Ihr Debütfilm "Draußen am See" ist die abgründige Geschichte einer Familie, die Stück für Stück zerbricht. Was hat Sie an diesem Stoff gereizt?

Diese vermeintlich perfekte Familie gerät mehr und mehr aus dem Gleichgewicht. Irgendwann verkommt sie nur noch zur Fassade, und es passiert ein fürchterliches Verbrechen. Das ganze wird erzählt aus der Sicht von Jessika, der Tochter. Sie beschreibt, wie sie damit umgeht, wie sie daraus Konsequenzen für ihr eigenes Leben zieht.

Inzwischen ist der Streifen schon mit Preisen ausgezeichnet worden, und wurde in Kanada, Amerika und England mit Erfolg gezeigt. Gibt Ihnen das Auftrieb für die nächsten Projekte?

Das hört sich im Nachhinein so toll an, mit dem Erfolg. "Draußen am See" war aber ein Projekt, an das niemand geglaubt hat. Weder Fernsehsender noch Förderer, wir haben das komplett in Eigeninitiative mit sehr viel Selbstausbeutung und Idealismus gemacht. Es war ein ganz langer, harter Weg und er ist noch nicht zu Ende: Der Film ist noch nicht im Kino, noch nicht ans Fernsehen verkauft. Aber die Anerkennung hat uns sicher Auftrieb gegeben und hilft uns auf alle Fälle bei unseren weiteren Projekten.

Sie waren auch eine Zeit lang Regisseur der Fernsehserie "Verbotene Liebe". Wie sah hier Ihre Arbeit aus - im Vergleich zu Ihrem anspruchsvollen Debütfilm?

Ich habe das nach meinem Studium gemacht, und es war schon eine gute Erfahrung. Da dreht man in einer Woche so viel wie in acht Jahren Filmhochschule. Es war auf alle Fälle eine Schulung, was das Handwerk und das effektive Arbeiten angeht. Inhaltlich gibt es natürlich nicht viele Gemeinsamkeiten zu "Draußen am See".

Wie wichtig ist die Präsenz eines jungen Regisseurs auf Filmfesten?

Für das Publikum ist es immer gut, denjenigen zu sehen, der den Film gemacht hat. Und genauso ist es umgekehrt für die Filmemacher eine ganz tolle Sache, die direkte Reaktion der Zuschauer zu erfahren. Ein kleines Festival ist zudem eine bessere Chance, um zu spüren, wie der Streifen vom richtigen Kinopublikum aufgenommen wird und nicht nur von Fachbesuchern, die so etwas ganz anders wahrnehmen. Es ist großartig, wenn man sieht, dass der Film bei den Leuten gut ankommt, für die man ihn gemacht hat.

Sie sind auch als Drehbuchautor aktiv. Zusammen mit Katharina Schöde adaptieren Sie gerade den Jugendroman "Rubinrot" von Kerstin Gier. Stehen noch andere Vorhaben an?

Derzeit sind zwei Projekte aktuell. Das eine ist eine Geschichte über eine Bundeswehrärztin in Afghanistan, die wir im Herbst drehen wollen. Dieser Krisengebiets-Film ist natürlich etwas ganz anders als "Rubinrot", der eher eine Produktion für ein großes Kinopublikum ist: eine Fantasy-Geschichte, ein bisschen vergleichbar mit der Twilight- Reihe.

Sie waren vor Ihrem Studium als Journalist tätig, sind dann aber Regisseur geworden. Was hat Sie an diesem Beruf gereizt?

Das Arbeiten beim Drehen macht wahnsinnig viel Spaß, genauso die Entwicklungsarbeit für die unterschiedlichen Projekte. Diese Tätigkeit bietet immer wieder etwas Neues, in das man sich vertiefen kann. Leider ist es so, dass man zehn Projekte entwickeln muss, damit aus einem etwas wird. Es ist alles nicht wirklich planbar.

Das Gespräch führte Andrea Herdegen.

    
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