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"Hoher technischer Standard"

Joachim Stoermer ist der stellvertretende Leiter der Hochwasser-Nachrichtenzentrale des Landesamtes für Umwelt. Er erklärt, wie die Niederschlagsmessungen genutzt werden.

  • Joachim Stoermer Joachim Stoermer ist der stellvertretende Leiter der Hochwasser-Nachrichtenzentrale des Landesamtes für Umwelt.
     
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Herr Stoermer, wie viele Messstationen wie die, die von Landwirt Heinz in Presseck betreut wird, gibt es eigentlich in Bayern?

Mit unseren eigenen und denen, die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betrieben werden, kommen wir auf rund 300. Alle haben einen hohen technischen Stand. Die Messstationen des Landesamtes für Umwelt werden zum Teil von privaten Beobachtern betreut, wie das etwa in Presseck der Fall ist, zum Teil sind sie aber auch kommunalen Einrichtungen angeschlossen. So findet sich beispielsweise eine im Bauhof von Helmbrechts.

Es gibt ja die automatische Messung. Warum braucht es auch noch die Wetterbeobachter, die täglich den Niederschlag von Hand messen?

Das ist ganz wichtig für die Qualität unserer Messung. Die Handmessung in unmittelbarer Nähe des Automaten liefert wertvolle Kontrollwerte. Von dem Beobachter bekommen wir zusätzlich auch Beobachtungen, wie zum Beispiel Informationen zum Erdbodenzustand, zur Schneebedeckung und -höhe, die sich zum Teil gar nicht automatisiert erfassen lassen. Außerdem ist der Beobachter unverzichtbar für einen unterbrechungsfreien Betrieb der Automaten und für die Wartung der Geräte.

Was tun die Beobachter, wenn sie täglich die Werte abgelesen haben?

Die Werte werden in ein Funkterminal eingegeben und stehen per Datenfernübertragung digital zur Verfügung. Die zeitlich hoch aufgelösten Niederschlagsdaten sind für zwei Dinge ganz wesentlich.

Die wären?

Zum einen wird das Wetterradar vom Deutschen Wetterdienst über das Bodenmessnetz in Echtzeit "angeeicht". Damit können wir die Radarbilder in Niederschläge umrechnen. Zum anderen sind die Niederschlagsmessungen wichtige Eingangsdaten für die Hochwasser-Vorhersage-Modelle.

Das bedeutet, die Vorhersagen orientieren sich immer am vor Ort gemessenen Ist-Zustand?

So kann man das sagen, denn vereinfacht gilt: ohne Regen kein Hochwasser. Die gemessenen Niederschläge, Wasserstände und Abflüsse sind deshalb wichtige Eingangsdaten für die Hochwasservorhersage mit Niederschlags-Abflussmodellen. Darin fließen dann auch die numerischen Wettervorhersagen mit ein, die zum Beispiel der DWD anbietet.

Unter welcher Internet-Adresse sind die Werte einsehbar?

Die Werte werden sowohl beim Hochwasser-Nachrichtendienst unter www.hnd.bayern.de veröffentlicht, als auch beim neuen Niedrigwasser-Informationsdienst unter www.nid.bayern.de eingestellt. In den Karten kommt man mit wenigen Klicks zu den Niederschlagsdaten.

Wie steht das Messnetz des Freistaates Bayern im bundesweiten Vergleich da?

Wir haben durch die einheitliche Geräteausstattung im DWD-Standard und durch die Beobachterbetreuung ein hochwertiges Niederschlagsmessnetz in Bayern errichtet und stehen damit gut da. Neben Baden-Württemberg waren wir Bayern die ersten, die in enger Zusammenarbeit mit dem DWD ein solches automatisiertes Niederschlagsmessnetz aufgebaut haben.

Das Interview  führte Kerstin Dolde.

    
    

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