zuletzt bearbeitet: 17.02.2011 11:20 Uhr
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„Ich klinge nicht wie vor 30 Jahren“
80 Jahre und kein bisschen leise – James Last startet seine Europatour am 23. April in der Bayreuther Oberfrankenhalle
James Last feiert seinen 80. Geburtstag (am 17. April) in diesem Jahr mit 23 Konzerten in fünf Ländern – und der Tourneestart wird am 23. April in Bayreuth sein. Beinahe hätte er ein Stück mit Musik von Richard Wagner geschrieben. Doch so weit kam es nicht. Im Interview mit Roman Kocholl spricht der erfolgreiche Band-Leader James Last, der eigentlich Opernkapellmeister hätte werden sollen, über musikalische Grenzerfahrungen und sein glückliches Leben.
Herr Last, vor einiger Zeit hat die Band in der Show „Schmidt & Pocher“ Musik von Karlheinz Stockhausen mit dem Happy Sound von James Last kombiniert. Können Sie sich vorstellen, wie das klingt?
Das müsste ich mir mal anhören. Aber das hört sich ja ganz witzig an.
Haben Sie sich mit der Musik von Stockhausen befasst?
Ja. Er hatte ja früher teilweise in demselben Studio in Hamburg aufgenommen, in dem wir auch waren.
Stockhausen war ja ein Zeitgenosse von Ihnen. Warum klingt seine Musik völlig anders als Ihre?
Er war ein Klassiker. Er hat das ausgedrückt, was er für diese Zeit empfunden hat. Das hat er perfekt gemacht.
Was wollen Sie mit Ihrer Musik ausdrücken?
Ich bin ein anderer Mensch. Ich hatte ein leichteres Leben. Ich habe immer großen Spaß gehabt am Leben, und das hat in der Musik seinen Niederschlag gefunden. Spaß an der Musik – das haben die Leute verstanden, die vielen Millionen.
Das heißt, ein glückliches Leben schlägt sich in fröhlich klingender Musik nieder.
Ich denke schon. Aber die Musik muss dann nicht unbedingt fröhlich sein. Wenn man gute Gedanken hat, kann das auch in den Bereich der klassischen Musik fallen.
Aufgrund ihrer Ausbildung hätten Sie ja Opernkapellmeister werden sollen. Hätte Sie das wirklich gereizt?
Absolut.
Wäre es heute noch ein Ziel für Sie, ein einziges Mal eine Oper zu dirigieren?
Nein. Ich habe viel Glück und viel Erfolg gehabt im Leben. Mein einziger Wunsch ist, so weitermachen zu können. Ich habe an dem, was ich mache, meinen Spaß, und daher versuche ich meine Tourneen so vorzubereiten, dass alles „perfekt“ ist.
Dass Sie im Alter von zurzeit noch 79 Jahren noch einen völlig anderen Musikstil entwickeln, ist wohl nicht zu mehr erwarten.
Ich kann nicht über meinen Schatten springen. Ich bin ganz froh, dass ich meinen Kreis erkannt habe, in dem ich leben kann.
Wie hat sich im Laufe der Jahrzehnte ihr Publikum verändert?
Das Publikum ist nicht nur aufnahmefähiger, sondern auch aufnahmebereiter geworden. Es nimmt auch Stücke auf, die es früher vielleicht abgelehnt hätte. Die Zeit geht eben weiter. Die Erkennungsmusik für die Tagesschau ist anders geworden, die Sport-Musiken sind anders geworden. Alles hat Fortschritte gemacht. Da hat sich natürlich auch das Gehör der meisten Menschen weitergebildet. Wer mit 30 Jahren stehen geblieben ist, der hängt nach hinten.
Das heißt, bei Ihrem Auftritt in Bayreuth klingt James Last nicht mehr so wie vor 30 Jahren.
Auf keinen Fall. Die Musik hat sich weiterentwickelt.
Gefällt Ihnen eigentlich die Musik Richard Wagners?
Ja. Ich bin etwas erschrocken, weil Sie das fragen. Ich wollte eigentlich ein Stück über die Wagners schreiben, das den Streit der Familie ausdrücken sollte. Hierfür wollte ich Musik von Wagner bearbeiten. Aber der Veranstalter, der ja aus Bayreuth kommt, hat gezuckt.
Schade.
Beim nächsten Mal vielleicht. Vielleicht hätte es ja geklungen wie Musik von Stockhausen, kombiniert mit James Last.
Das Interview führte Roman Kocholl.
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