zuletzt bearbeitet: 08.07.2011 12:06 Uhr
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Abend mit vier Facetten
Hofer Jazztage | Prominente Musiker aus Ost und West bestimmen die „Temperamente“
Hof – Seit den ersten Hofer Jazztagen gibt es einen Abend der „Vier Temperamente“ – ein Konzert, in dem viele Facetten des Jazz zusammentreffen. Bei der dritten Auflage des Festivals vom 5. bis zum 12. Oktober sind es die Musiker Heinz Rudolf Kunze, Lydie Auvray, das Aluna-Quartet sowie Manfred Krug und die Band „Jazzin’ the Blues“ mit Uschi Brüning und Ernst-Ludwig Petrowsky.
Vor allem für seine wunderbaren lyrischen Texte – er übersetzte unter anderem das Musical „Les Misérables“ – ist der Berliner Literat, Rocksänger, Texter und Musiker Heinz Rudolf Kunze bekannt, der den Abend mit seiner Band eröffnen wird.
Deutlich temperamentvoller wird es, wenn die Akkordeonistin Lydie Auvray mit ihren „Auvrettes“ die Bühne betritt. Überbordende Spielfreude und intensive Präsenz auf der Bühne sind die Markenzeichen dieser außergewöhnlichen Musikerin, die in ihrem Programm viele Quellen vermischt und so einen – ihren – ganz eigenen Klang und Ausdruck findet. Ihre schwebende, leichtfüßige Musik spielt mit Jazz-Elementen und lässt die Fröhlichkeit der Musette-Walzer ebenso einfließen wie die Sinnlichkeit des Tangos und die Lebensfreude karibischer Klänge.
„Intuitiv zu erleben, aber schwer zu beschreiben“ – so kündigt das Aluna-Quartet seine Musik an. Die Auswahl, die Umberto Carrescia (Akkordeon, Gitarre), Zeno Braitenberg (Bratsche), Hartwig Mumelter (Kontrabass) und Gregor Marini (Gitarre) treffen, hat etwas mit jener Magie zu tun, die Musik zeitlos macht. Ihre Besetzung beschreiben sie so: „Bratsche, zwei Gitarren und Kontrabass, dazu vier singfreudige Stimmen. Acht Instrumente sozusagen, eine Kombo, nur eben zu viert und ohne Schlagzeug.“ Damit schneidern sie jedes gutes Stück Musik, das ihnen gefällt, auf ihre Instrumente und Stimmen um – nach Belieben, Laune und Möglichkeit. Ein Ensemble also, das Charakter verspricht.
Zum Abschluss des Konzertes betritt einer die Bühne, der sich wie Heinz Rudolf Kunze vor allem als Schriftsteller und Schauspieler einen Namen gemacht hat: Manfred Krug. Seine Laufbahn als Jazz-Sänger begann 1970 an der Komischen Oper Berlin, wo er als Sporting Life in Gershwins „Porgy and Bess“ auftrat. Ab 1971 veröffentlichte er in der DDR Schallplatten, auf denen er anspruchsvolle Schlager sang; die Texte schrieb er unter dem Pseudonym Clemens Kerber selbst. Außerdem erschien ein Album mit Jazz-Standards. Nach seiner Ausreise in den Westen 1977 war der Sänger Krug zunächst wenig bekannt. 1979 erschien seine LP „Da bist du ja“, doch erst später, nach den berühmten Gesangseinlagen im NDR-Tatort als Kommissar Stoever, kamen einige CDs als Wiederveröffentlichungen von LPs heraus, die er in der DDR aufgenommen hatte, und neue, auf denen er mit seiner Tochter Fanny Krug singt.
Noch in der DDR war Krug in der Klaus-Lenz-Band häufig mit der Sängerin Uschi Brüning aufgetreten, die vom „Rocklexikon der DDR“ als „beste und talentierteste Sängerin“ gefeiert wurde. Ihr Bandbreite reicht von Chanson über Blues, Gospel und Swingstandards bis hin zu Improvisationen des Modern Jazz. Mit ihr kommt Ernst-Ludwig Petrowsky nach Hof, der die Entwicklung des Jazz in der DDR wesentlich mitbestimmt hat. Er ist, von der Tradition des modernen Jazz ausgehend, bis in experimentelle Spielbereiche eingedrungen.
Begleitet werden die drei von „Jazzin’ the Blues“, fünf Musikern, die sich sowohl auf dem Gebiet der Popmusik, als auch in Jazzkreisen einen Namen erspielt haben: Andreas Bicking, Matthias Bätzel, Wolfgang Schneider, Henning Protzmann und Rüdiger Krause.
Weitere Informationen zum Programm im Internet unter www.jazztage-hof.de. Karten gibt“s im Vorverkauf ab Montag, 8. September, im Ticket-Shop der Frankenpost, Telefon (0 92 81) 81 62 28.
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