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Mit Wurzeln und Flügeln

Am Mittwoch haben mit dem Spatenstich die Bauarbeiten an der Münch-Ferber-Villa begonnen. Vor vielen Interessierten zeigen sich die Verantwortlichen stolz, wie weit das Vorhaben durch das Engagement vieler Bürger gediehen ist.

Von Christoph Plass
  • fpha_cp_spaten_090910 Spatenstich für die Wiederbelebung des historischen Gebäudes: von links Frankenpost-Redaktionsdirektor Werner Mergner, Jochen Auffhammer, Vorsitzender des Fördergesellschafts-Beirats, Fördergesellschafts-Vorsitzender Dr. Georg Freiherr von Waldenfels, Petra Gräßel von der Regierung von Oberfranken, OB Dr. Harald Fichtner, Denkmalschützer Peter Jacobi, Bauleiter Volker Peetz und Architekt Peter Brückner. Foto: cp
     
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Hof - "Der Baustein der Geschichte ist durch nichts zu ersetzen." Als Architekt Peter Brückner diesen Satz sagt, hat er viele solche Bausteine hinter seinem Rücken. Gut sehen sie nicht aus: Verblichen sind sie, aufgeplatzt, rissig und porös. Und doch sind sie die Grundsubstanz, aus der der Tirschenreuther in den nächsten Monaten ein ästhetisches Bauwerk zaubern soll. Zum offiziellen Spatenstich am Mittwoch haben sich dafür Förderer und Freunde der Münch-Ferber-Villa auf der Baustelle getroffen. Sie gaben den Startschuss für die Wiederbelebung des historischen Hauses.

"Der Verfall des Gebäudes ging wirklich bis hart an die Grenze", sagt der Architekt. Und doch biete die bestehende Substanz eine gute Basis für die Weiterentwicklung des Gebäudes. "Die Bausubstanz vor allem des Haupttragwerks ist sehr solide. Wir können sie gut als Baustein benutzen, um das historische Objekt in der Jetztzeit zu verankern", erklärt Brückner. Zu den architektonischen und stilistischen Wurzeln, die seine Mitarbeiter und er vorgefunden haben, könne man nun die Flügel hinzufügen, um das Haus für die Zukunft zu rüsten. "Wir möchten Seele und Atmosphäre des Gebäudes neu interpretieren."

Auch sein Vorredner verbindet viele Gefühle mit dem Stein und dem Holz und dem Putz der Villa: Dr. Georg Freiherr von Waldenfels ist gleich in der Gegend aufgewachsen, er kennt das Gebäude aus Kinderzeiten. Der Vorsitzende der Fördergesellschaft, die die Sanierung der Villa vorantreibt, erzählt zum Spatenstich von seinen Erinnerungen an das Fußballspielen im Villa-Garten und ans Herumtoben im Treppenhaus. "Und nun will ich meinen Beitrag leisten, dieses Gebäude zu retten."

Freilich habe es viele Fragen gegeben, warum das überhaupt nötig ist - und wofür ein saniertes Haus schließlich genutzt werden kann. "Das kritische Miteinander vieler Beteiligter war wichtig. Schließlich muss der spätere Nutzen sinnvoll sein", sagt Waldenfels. Das Forum Gesundheit, das hier einziehen wird, mache das Gebäude zu einer Anlaufstelle für alle Menschen, nicht nur zum Treffpunkt eines elitären Kreises. "Die breite Bewegung, durch die der Ausbau nun zustande kam, ist das beste Beispiel für den großen Bürgersinn in Hof."

Viele Helfer im Boot

Kulturkreis und Stadt Hof, Oberfrankenstiftung und Amt für Denkmalpflege, Freistaat und Regierung von Oberfranken, EU und Bayerische Landesstiftung, Bürger, Vereine und diverse andere Stiftungen nannten die Redner als treibende Kräfte der Rettungsaktion - und die Frankenpost, die das Projekt enorm nach vorne gebracht hat. "Das ist das Zusammenspiel von öffentlicher Hand und privaten Initiativen im besten Sinne", sagte Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner.

"Man hätte 1000 Gründe gegen die Sanierung finden können", betonte der OB. Umso wichtiger sei es gewesen, dass man sich ein vernünftiges Ziel gesucht und alles daran gesetzt habe, es zu verwirklichen. Das Forum Gesundheit, das hier im nächsten Jahr einzieht - eine gemeinnützige Gesellschaft bestehend aus dem Sana Klinikum Hof, den Landkreis-Kliniken, der Alexander-von-Humboldt-Klinik Bad Steben und der Firma "MedPrevent" für präventive Medizin - erfülle genau die Merkmale, für die das Haus stehen soll. Öffentliche Zugänglichkeit, die sinnvolle Nutzung eines ästhetischen Gebäudes und die Belohnung der Anstrengungen vieler Hofer.

Redner und Gäste wünschten den Verantwortlichen auf der Baustelle einen unfallfreien Ablauf und die Verwirklichung der Vorhaben im Zeit- und Kostenplan. Harald Fichtner: "In der Villa bringen wir Vergangenheit und Zukunft zusammen."

    
    

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Die neuesten Kommentare

Gleiches Engagement

von Heimatliebe am 09.09.2010 08:48
Ich würde mir das gleiche Engagement der Honoratioren, Kommunalpolitiker, Provinzfürsten und wohlhabenden Bürgern beim Hotel Berlin an einem bedeutenden Einfallstor in die Stadt Hof und des Viertels zwischen der Unteren Marienstraße und der Bayreuther Straße wünschen. Und wenn ich schon am wünschen bin, der ehemals schönste Park Deutschlands und die Saaleauen bis zum Schwimmbad könnten auch etwas Zuwendung gebrauchen.
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Dann,

von Bergziege w (55) am 09.09.2010 00:02
schau ich mal, wie sich der Zeit- und Kostenrahmen so weiterentwickelt.Hoffentlich gibt es da nicht wieder böse Überraschungen,siehe Theater und Freiheitshalle.
(0)

...

von frankedanke am 08.09.2010 23:42
[...]vor vielen interessierten[...] eine sehr interessante auslegung, geschlagene 2 anwohner waren anwesend!
der rest waren sich selbst beweihräuchernde stadträte und co.

ist natürlich auch schön wenn man diesen großen feierlichen augenblick des spatenstichs auf vormittags 10.30 legt, aber alle anwohner waren natürlich herzlich eingeladen, blöd halt das es noch ein paar arbeitende in hof gibt!
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