zuletzt bearbeitet: 02.02.2012 16:47 Uhr
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Duckmäusertum am Pranger
Review: Der MC Astad rechnet auf seinem Debütabum mit seinem Hang zum Alkohol ab und fordert seine Hörer auf, gegen das Unrecht in der Welt zu protestieren.
Astads 15 Songs starkes Debütalbum "Sophomore Season" macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Die professionelle Studioaufnahme und die auf hohem Niveau produzierten Beats ergeben, zusammen mit Astads eingängigem Flow, ein stimmiges Hörerlebnis. Wenn man sich an seine eher ungewöhnliche Stimme gewöhnt hat, macht das Album wirklich Spaß.
Die Single-Auskopplung "Thirst feat. Promoe" kann definitiv überzeugen. In dem Song rechnet der MC mit seinem Hang zum Alkoholkonsum ab. Seine Aussage "it's the thirst, stupid fool", soll der Jugend eine Lehre sein. Pädagogisch wertvoll ist auch der Song "Scream it out", hier fordert er seine Hörer auf, laut zu protestieren, wenn Unrecht in der Welt geschieht. Duckmäusertum und Wegschauen werden an den Pranger gestellt.
Der gemeinsame Track mit Sabac Red erfüllt zwar einen Lebenstraum von Astad, der sich als großer Non Phixion Fan bezeichnet. Doch leider kann der Song nicht ganz überzeugen. Die Gesangseinlage von Sarah Ann ist zwar stimmig und muss sich nicht verstecken, aber dem Song "Evil and Good" fehlt der rote Faden.
"Dark Chapters" ist der Song, der Astad am meisten am Herzen liegt und das zu Recht. Der Song beschreibt anhand der Lebensgeschichten von Beteiligten drei historische Verbrechen der Weltgeschichte. Die Sklaverei, die Ausbeutung der Indianer und den Holocaust. Für den gelungenen Track muss man dem MC großen Respekt aussprechen.
Einziger Ausfall auf dem Album ist der wirklich misslungene Gastbeitrag von The Pairamount. Der gut nach vorne gehende Song "Can't stop us" verliert dadurch wirklich seinen Glanz. Schade.
Hoffentlich gibt Sophomore Season den Hörern genug Anreize, das persönliche Schulenglisch auszubauen. Denn wer die gut durchdachten, englischen Texte von Astad verstehen möchte, sollte neben "fuck" und "bitch" auch niveauvollere Vokabeln in seinem Wortschatz führen.
Dieses Album verdient es, gehört und gekauft zu werden. Nicht nur, weil man seine "local heroes" unterstützen möchte. Nein, jeder Fan des Produzententeams Snowgoons sollte dieses Album im CD-Regal stehen haben, denn genau dieser düstere und brachiale Sound wird auf "Sophomore Season" geboten! Holger Lischke
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