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Fasching von A bis Z

Mit der Weiberfastnacht am Donnerstag beginnen sie wieder, die tollen Tagen. Damit Sie vorlauter Kamelle und Quarkbällchen nicht den Überblick verlieren, kommt hier in Kürze das Wichtigste von A wie Aschermittwoch bis Z wie Zeremonienmeister



 

Aschermittwoch: An ihm ist alles vorbei, die Fastenzeit beginnt. Gläubige streuen sich nach altem Brauch an diesem Tag gesegnete Asche als Zeichen für Schuldbewusstsein und Vergänglichkeit aufs Haupt.

Bütt: Für geistvolle Kritik und beißende politische Satire steigen Narren in die Bütt. Dabei handelt es sich um ein Rednerpult in Form eines nach hinten geöffneten Weinfasses.

Carnevale!: Der bekannteste Name für die tollen Tage ist Karneval, die Kurzform des lateinischen "Carne vale!". Das bedeutet "Fleisch, lebe wohl" und mahnt die Narren an die bevorstehende Fastenzeit.

Dreigestirn: Zu ihm gehören der Prinz, ursprünglich Held Carneval, der wehrhafte Bauer, der für die Befreiung Kölns aus der Macht der Erzbischöfe in der Schlacht von Worringen steht, und die Jungfrau. Sie symbolisiert die beschützende Mutter Colonia und damit die Uneinnehmbarkeit der Stadt.

Elferrat: Das Parlament des Karnevals organisiert Bälle, Sitzungen und Umzüge. Die Elf spielt dabei auf die Losung der Französischen Revolution an: "Egalité, Liberté, Fraternité".

Funkenmariechen: Auch Regimentstochter, Tanzmariechen oder Marketenderin genannt, erinnert an die Händlerinnen, die in früheren Zeiten die Heere begleiteten und mit ihren Waren versorgten.

Garde: Während die Funken die früheren Stadtwächter und -polizisten im Rheinland verspotten, parodieren die Garden als karnevalistische Corpssoldaten die militärischen Truppen.

Helau: Der Ursprung des Ausrufs ist strittig. Er könnte abgewandelt von "Halleluja" sein, von "hell auf", also aufgeweckt, aber auch "Hölle auf" bedeuten und auf die Vertreibung der bösen Geister anspielen.

Insignien: Im Kölner Karneval sind das die Peitsche oder Fruchtbarkeitsrute des Prinzen, der Spiegel der Jungfrau und der Stadtschlüssel sowie der Dreschflegel des Bauern.

Jungfrau: "Ihre Lieblichkeit" wird im Kölner Karneval seit jeher von einem Mann dargestellt. Einzig in den Jahren 1938 und 1939 verordnete die NS-Herrschaft eine weibliche Jungfrau.

Kamelle: Mit der Fastenzeit ist das süße Leben fürs Erste vorbei. Als Trost für die baldigen Entbehrungen fordern die Narren beim Straßenkarneval noch einmal Kamelle, also Karamell.

Literat: Er stellt das Programm für die Sitzungen zusammen und ist für den reibungslosen Ablauf von Tanznummern, Büttenreden und Musikeinlagen zuständig.

Maskenball: Die Abende mit prunkvollen Maskeraden sind weniger für den deutschen denn für den venezianischen Karneval typisch, der die historischen Masken der Commedia dell’Arte aufgreift.

Narrhallamarsch: Ein wahrhaft himmlischer Ort für Narren ist Narrhalla, der Ort des ewigen Karnevals. Der passende Marsch dorthin erklang erstmals 1844 bei der Mainzer Fastnacht.

Orden: Ursprünglich parodierten die Rheinländer mit ihnen das militärische Gehabe der preußischen Besatzer. Heute würdigen Orden das Engagement verdienter Karnevalisten.

Prunksitzung: Die öffentliche Tagung des Elferrates mit einer Revue aus Büttenreden, Gardetanz und Musik ist neben der Prinzenproklamation die wichtigste Veranstaltung im Sitzungskarneval.

Quarkbällchen: Der Verzehr von Eiern, Schmalz, Fett und Butter war früher in der Fastenzeit verboten. Zuvor gab es daher noch einmal Schmalzgebäck, zum Beispiel Quarkbällchen oder Krapfen.

Rosenmontag: Er hat seinen Namen vom Festordnenden Comitee, das in Köln für die Planung des Karnevals verantwortlich zeichnet. Das Comitee heißt auch Rosenmontagsgesellschaft, weil seine Hauptversammlung immer am Montag nach Laetare, dem Rosensonntag, stattfindet.

Session: Die Tagungs- oder Sitzungsperiode des Karnevals beginnt am elften Tag des elften Monats um 11 Uhr 11 mit der Proklamation des Prinzen und endet an Aschermittwoch.

Tollitäten: Sie stehen an der Spitze der närrischen Regierung und reihen gleich einen ganzen Hofstaat mit Narr, Leibgarde, Mundschenk, Hofdamen, Zeremonien- und Schatzmeister um sich.

Uniform: Mit ihren uniformierten Garden und Corps parodieren die Rheinländer das alte französische und das ungeliebte preußische Militär. Ihr Militärgruß ist umgekehrt: rechte Hand an die linke Schläfe.

Veilchendienstag: Auf den Nelkensamstag und den Tulpensonntag folgen der Rosenmontag und dann der Veilchendienstag. Letzterer ist der letzte Tag vor der Fastenzeit, daher mancherorts auch Fastnacht genannt.

Weiberfastnacht: Der "Schmutzige Donnerstag" vor Aschermittwoch markiert traditionell den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval und liegt ganz in der Hand der Frauen.

Zeremonienmeister: Als Begleiter des Prinzen bringt er Ordnung in den Sitzungskarneval. Sein Symbol ist der mannshohe Zeremonienstab mit Aufsatz – nicht selten ein Narrenkopf.

Autor
Susann Winkel

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Veröffentlicht am:
17. 02. 2017
11:00 Uhr

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17. 02. 2017
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