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Ab 2022 keine Staus mehr? - Neue Brücke verbindet Kroatien

Das Staatsgebiet des jüngsten EU-Mitglieds Kroatien ist im Süden für einige Kilometer unterbrochen, weil sich dort das Nachbarland Bosnien an die Küste schiebt. Für Hunderttausende Touristen bedeutet das lange Staus und viel Ärger. Aber Besserung ist in Sicht.



Neue Brücke in Kroatien
Seit 20 Jahren schon wurde das Projekt geplant, zweimal bereits der Grundstein gelegt - doch die Bauarbeiten wurden, zuletzt 2010, aus Geldmangel wieder eingestellt.   Foto: Thomas Brey/dpa

Das ist der Durchbruch!», jubelt Ante Mlinaric in seinem kleinen Familienhotel im kroatischen Örtchen Ston an der südlichen Adria. «Das gibt dem Tourismus Schwung!»

Anlass seiner Euphorie ist eine neue Brücke, die den Frust für Urlauber in der Region vergessen machen soll. Denn weil das Nachbarland Bosnien-Herzegowina auf 23 Kilometern Länge bis an die Küste reicht und damit Kroatiens Territorium am Meer unterbricht, müssen Durchreisende aus Westeuropa viele Formalitäten über sich ergehen lassen.

Kroatien ist Mitglied der EU, Bosnien-Herzegowina ist es nicht. Lange Staus sind die Folge. Die Brücke soll das ändern. Die EU-Kommission hat im letzten Monat 357 Millionen Euro genehmigt - immerhin 85 Prozent der Gesamtkosten von 420 Millionen Euro. Damit werden die 2,4 Kilometer lange Brücke sowie 20 Kilometer Zu- und Abfahrten gebaut.

Seit 20 Jahren schon wurde das Projekt geplant, zweimal bereits der Grundstein gelegt - doch die Bauarbeiten wurden, zuletzt 2010, aus Geldmangel wieder eingestellt. Wen man an der kroatischen Adria auch fragt, es wird nur in Superlativen geantwortet: Die Brücke gebe Hoffnung, sei ein «süßes Wunder» und lasse «Träume wahrwerden».

Warum die vergleichsweise kleine Brücke, die bis 2022 fertiggestellt werden soll, so große Bedeutung hat, ist schnell erklärt. Das südliche Dalmatien mit der Urlauberhochburg Dubrovnik ist seit der Unabhängigkeit Kroatiens 1991 vom großen Rest des Landes abgeschnitten. Denn zwischen Nord- und Südkroatien schiebt sich Bosnien-Herzegowina mit seinem Badeort Neum dazwischen. Der nun in Angriff genommene Verkehrsweg überbrückt diesen Zwischenraum.

Er zweigt vor Erreichen der bosnischen Grenze beim Ort Komarna vom Festland ab und erreicht über das Meer die kroatische Halbinsel Peljesac bei Brijest. Von dort geht es zurück zur pittoresken Festlandküste. Der verkehrstechnische Bremsklotz Bosnien ist damit umgangen.

Bosnische Politiker waren jahrelang gegen die Brücke Sturm gelaufen, weil sie eine Einschränkung des Schiffsverkehrs und damit das Ende des ungehinderten Zugangs zum Meer fürchteten. Aber jetzt sollen auch große Schiffe die 55 Meter hohe Brücke passieren können.

Juristisch gilt ein zusammenhängendes Hoheitsgebiet als eine von drei Voraussetzungen für einen Staat. Das Staatsgebiet Kroatiens ist bisher aber zerstückelt. Und damit auch das Gebiet der EU, dessen Mitglied das Adrialand seit 2013 ist.

Dies war wohl auch das Argument, mit dem Zagreb in Brüssel so viel Geld lockermachen konnte. Daneben zählte sicher noch der Wunsch des Landes, sich dem visafreien EU-Schengenraum anzuschließen. Für den wäre die Aus- und Wiedereinreise zwischen Kroatien und Bosnien auf so kurzer Strecke ein zusätzliches Sicherheitsproblem.

Veröffentlicht am:
17. 07. 2017
12:40 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
17. 07. 2017
12:40 Uhr



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