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Bühne frei, auch wenn es regnet

Genehmigung | Im September dieses Jahres bekommt die Thiersteiner Burg ein Dach, ähnlich dem über der Luisenburg.
Von Herbert Scharf
  • fparz_heinl_050610 Bürgermeister Willi Heinl (rechts) und Markus Beckert von der Bauverwaltung zeigen den Plan vor der Bühne der Burgruine. Foto: Herbert Scharf
     
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Thierstein - Der Thiersteiner Burgsommer 2010 muss noch einmal ohne Dach auskommen. Ab Ende September dieses Jahres aber gibt es für Feiern und Veranstaltungen auf der Burg eine neue Qualität: Für rund 150 000 Euro wird der Innenhof des historischen Gemäuers mit einem Dach geschützt. "Damit", freut sich Bürgermeister Willi Heinl, "werden Vorstellungen auf der Burg, dem Wahrzeichen des Ortes, weniger abhängig von der Witterung."

Die ersten Überlegungen, den Innenhof mit einem Dach zu schützen, liegen schon Jahre zurück. Mit Hilfe von "Sechsämterland Innovativ" wagte der Bürgermeister dann einen Vorstoß beim bayerischen Denkmalschutzamt. Besitzer ist zwar der Freistaat Bayern, der selbstverständlich eingeschaltet wurde, seit Jahren aber nutzt die Gemeinde das historische Gemäuer, das längst eine Bühne besitzt, auf der Theater- oder musikalische Darbietungen stattfinden.

Der "Thiersteiner Burgsommer" zieht seit Jahren Gäste aus der ganzen Umgebung an. Immer wieder aber fielen Veranstaltungen ins Wasser oder dem kühlen Fichtelgebirgssommer zum Opfer. Zunächst gab das Denkmalschutzamt sein O.K. Dann brachte ein Vorstoß der Marktgemeinde zusammen mit Landtagsabgeordnetem Martin Schöffel bei der Regierung von Oberfranken in Bayreuth den Durchbruch. Die Oberfrankenstiftung sagte 65 000 Euro Förderung zu. Und da Thierstein zur Brücken-Allianz mit Kommunen auf der bayerischen und der tschechischen Seite gehört, handelt es sich bei dem Dach um ein grenzüberschreitendes Projekt. Aus dem EU-Leader-Projekt gibt es weitere 63 000 Euro. Den Rest legt die Gemeinde drauf.

Bei der folgenden Ausschreibung bekamen der Architekt und die Firma die Zusage, die auch das Luisenburgdach projektiert haben. Die Überdachung wird maximal zwölf Meter hoch und fügt sich baulich und optisch in die Ruine ein, ohne den historischen und kulturellen Wert zu mindern, heißt es in einer Beschreibung. Am 21. Januar dieses Jahres folgte die Baugenehmigung des Landratsamtes. Nun muss noch die Statik ausgearbeitet werden. Spätestens im September dieses Jahres können die Bauarbeiten beginnen, die nur wenige Wochen beanspruchen. Die Probephase in diesem Jahr aber wird nur kurz sein: Spätestens Ende Oktober wird das Dach dann, wie auch sein Vorbild auf der Luisenburg, den Winter über wieder abgebaut.

Der Vorteil der Überdachung liegt auf der Hand: In der 1250 Einwohner zählenden Kommune gibt es nicht weniger als drei Laienspielgruppen, die dort auftreten können. Außerdem steht die Burg für Märkte, Historien-Spektakel, Konzerte, aber auch Feiern von Vereinen, Kommunen oder Firmen sowie Privatleuten gegen einen Unkostenbeitrag zur Verfügung. Schon jetzt sind Trauungen auf der Burg sehr beliebt. Künftig kann danach auch gleich in luftiger Höhe gefeiert werden.

Als nächste Veranstaltung findet auf der Burgruine am 11. Juni um 20 Uhr eine Sommerserenade und ein Open-Air-Konzert der Akkordeongruppe der Hofer Symphoniker statt. Am 2. Juli folgt eine Veranstaltung des "Kulturhammers" mit "The March Brothers". Am 16. und 17. Juni stehen "Die Räuber von Birkenbühl, 3. Teil" auf der Bühne. Am 13. August folgt ein Country-Festival, am 3. September heißt es "Jazz auf der Burg" mit der Luzio Wiegand-Band aus Bayreuth. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.Thierstein.de.

Bürgermeister Willi Heinl verspricht sich von dem Projekt auch eine Belebung des Fremdenverkehrs, auf den Thierstein setzt. So gibt es derzeit rund 10 000 Übernachtungen im Jahr. Einige Ferienwohnungen wurden gebaut, und auch der Stellplatz für Wohnmobile unterhalb der Burg wird bereits gut angenommen. "Wir sind stolz darauf, dass es bei uns noch alle Geschäfte der Grundversorgung vom Bäcker über den Metzger bis zum Zeitungsgeschäft gibt. Und das wollen wir auch in Zukunft so halten."

Die Geschichte der Burg

Die Burg Thierstein wurde Mitte des 14. Jahrhunderts auf einem von Weitem sichtbaren Basaltsporn über der heutigen Marktgemeinde Thierstein erbaut. Sie diente dem Adelsgeschlecht von Nothaft als Verwaltungssitz. Zahlreichen Belagerungen hielt sie stand, bis sie im 18. Jahrhundert bei einem Brand fast vollständig zerstört wurde. Erhalten geblieben sind der Burghof, die Außenmauern und der Bergfried, der als in Bayern einzigartiger Trauungsort genutzt wird. Wer sich für eine Nutzung der Burgruine, sei es für Konzerte, Feiern oder Theateraufführungen interessiert, kann sich darüber bei der Gemeinde Thierstein, Telefonnummer 09235/232, oder bei der Verwaltungsgemeinschaft über die Telefonnummer 09233/7742212 informieren.

    
    

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