zuletzt bearbeitet: 15.01.2010 22:12 Uhr
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Damit die Tiere nicht im Versuchslabor landen
Warnung | Edeltraud Potrykus von der „Aktion Tier – Menschen für Tiere“ sagt, dass immer wieder einmal skrupellose Fänger unterwegs sind. Sie rät, den Katzen Scharten ins Fell zu schneiden.
Thiersheim - Immer wieder passiert es, dass Hauskatzen plötzlich verschwinden. Das kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Manchmal werden sie überfahren, manchmal machen sie sich einfach aus dem Staub - und manchmal hat das Verschwinden auch einen ganz üblen Grund. Nämlich dann, wenn Katzenfänger den Miezen nachstellen und sie verschleppen.
"Es gibt Katzenfänger", bestätigt Tierarzt Werner Kießl vom Tierschutzverein Wunsiedel-Marktredwitz. Immer wieder einmal würden auffällig viele Katzen auf einmal verschwinden. Vor drei oder vier Wochen sei dies beispielsweise am Wackerstadion in Marktredwitz der Fall gewesen. Er selbst, so Kießl, habe es aber noch nie erlebt, dass Zeugen konkrete Hinweise auf Katzenfänger mit Personenbeschreibungen oder Autokennzeichen gegeben hätten, sodass die Täter dingfest gemacht werden könnten. Wenn also auf einmal viele Katzenbesitzer ihre Tiere vermissten, so müsse das nicht immer zwangsläufig auf das Konto von skrupellosen Tierhändlern gehen.
Laut Auskunft von Werner Kießl sind die Katzenfänger weniger an den Fellen der Miezen interessiert, sondern an den Tieren an sich. Der Tierschutzbund habe nachgewiesen, dass die Katzen vor allem an Versuchslabore in Tschechien und der Slowakei geliefert werden. Deutsche Labore dürften Tiere ohne Abstammungsnachweis nicht mehr ankaufen. Und diese Vorschrift werde nach seinem Kenntnisstand auch eingehalten, so der Tierarzt. Katzenfänger allerdings, die die Tiere ins östliche Ausland liefern, seien skrupellos. "Die interessiert es auch nicht, wenn die Katzen gekennzeichnet sind, zum Beispiel durch eine Tätowierung."
Eine, die tagtäglich mit Katzen umgeht, ist Edeltraud Potrykus von der "Aktion Tier - Menschen für Tiere". Die Thiersheimerin ist für das Projekt "Kitty" im ganzen Landkreis Wunsiedel sowie im Landkreis Tirschenreuth unterwegs, um streunende Katzen einzufangen und sie auf Kosten der Tierfreunde kastrieren zu lassen. Die frühere Leiterin des Tierheims Tirschenreuth macht immer wieder die Erfahrung, dass plötzlich auffällig viele Katzen aus einem abgegrenzten Gebiet nicht mehr nach Hause kommen. Edeltraud Potrykus ist überzeugt, dass dafür oftmals Katzenfänger verantwortlich seien. "Ich beobachte das immer wieder, dass Katzen einfach weg sind. Zum Beispiel war das vor einiger Zeit in Birk, in Dürnberg und in der Oberpfalz der Fall", sagt sie.
Gerade jetzt im Winter hätten die Katzen das schönste Fell, sagt die Tierfreundin. Und deswegen rät sie Katzenliebhabern, die "Stubentiger" wenigstens vor Felljägern zu schützen, indem man den Tieren Scharten in den Pelz schneidet. "Ich weiß, dass die Chance gering ist, dass sich die Katzenjäger davon abhalten lassen", sagt Edeltraud Potrykus. Doch wenn wenigstens ein paar Tiere gerettet werden könnten, dann wäre das für die Tierschützerin schon ein Erfolg.
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