zuletzt bearbeitet: 27.10.2009 17:36 Uhr
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Neue Methoden - und die Beine heilen schneller
Arzberg - Für die betroffenen Patienten sind sie mit Schmerzen und körperlicher Beeinträchtigung verbunden. Für die Ärzte sind sie eine Herausforderung: offene Beine. Diese chronischen Wunden sind schwer zu behandeln. Und oft leiden die Patienten jahrelang. Die Ursachen sind vielfältig. Schuld können krankhafte Veränderungen in den Gefäßen sein, die die Beine mit Blut versorgen, zum Beispiel Krampfadern, oder auch Diabetes mellitus, also die Zuckerkrankheit.
Um die Behandlung solcher offener Beine zu optimieren, haben die Arzberger Allgemeinärzte Dr. Heinz Eschlwöch und Gernot Czerny ein Wundzentrum gegründet. Am vergangenen Samstag fand nun der "Erste Arzberger Wundtag" in der Bergbräu statt. Im Mittelpunkt des rund siebenstündigen Programms stand die Fortbildung von 80 Ärzten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Pflegediensten und außerdem eine kleine Industriemesse, bei der verschiedene Firmen, die Hilfsmittel für die Wundversorgung anbieten, ihre Produkte präsentierten. Ziel der Veranstaltung war es, die Qualität der zumeist unzureichenden Versorgung durch zielgerichtete Anwendung moderner Wundversorgung zu verbessern und damit die Erfolgsrate einer dauerhaften Heilung zu erhöhen.
Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, stellvertretender Landrat Gerald Schade und Bürgermeister Stefan Göcking freuten sich, dass gerade in Arzberg ein medizinisches Wundzentrum gegründet worden ist. Dies sei ein Alleinstellungsmerkmal für den Landkreis Wunsiedel. Da die Bevölkerung immer älter und Erkrankungen, die im Wundzentrum behandelt werden müssten, immer mehr würden, sei die Kooperation von Ärzten, Pflegediensten, Kliniken, Orthopädiehäusern und Podologen (nichtärztliche Fachleute für die Fußheilkunde) zu begrüßen. Damit werde im Rahmen eines Netzwerkes eine Rundumversorgung geschaffen, die es ermögliche, die Behandlung der Patientinnen und Patienten zu koordinieren.
In einer Reihe von Fachvorträgen erfuhren die Teilnehmer die neuesten Erkenntnisse in Sachen Wundbehandlung. Der Leitende Pfleger der Universitätsklinik Erlangen, Robert Zimmer, informierte über moderne Wundauflagen. Dr. Thomas Egginger, Diabetologe am Klinikum Fichtelgebirge, referierte über das diabetische Fußsyndrom. Maßnahmen zur Wundheilung stellte Dr. Marin Rexer, Oberarzt an der Chirurgischen Klinik Fürth, vor. Über Problemwunden und die Anwendung von Vakuumverbänden sprach Dr. Drazen Prsa, Oberarzt in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses Tirschenreuth. Operative Korrekturmöglichkeiten am diabetischen Fuß stellte Dr. Andreas Klenner vom Klinikum Fichtelgebirge vor. Sein Kollege Okan Safak gab Tipps für die offene Wundbehandlung. Und Dr. Mohsen Farsijani schließlich, Gefäßchirurg am Klinikum Fichtelgebirge, gab sein Wissen über die Therapiemöglichkeiten am offenen Bein weiter.
Bei einer kleinen Industrieausstellung konnten sich die Gäste über neue Produkte, die bei der Wundheilung hilfreich sind, informieren, zum Beispiel über die Vakuumtherapie, elektronische und biokeramische Methoden, über die Therapie mit Maden oder zum Beispiel auch über orthopädische Hilfsmittel.
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