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Schuldeneintreiber hat Waffe im Auto

Gericht | Ein Arzberger muss sich wegen räuberischer Erpressung verantworten.
Von Herbert Scharf
  • Geld Ein 27 Jahre alter Arzberger wollte sein Geld mit Hilfe einer Schreckschusswaffe eintreiben.
    dpa
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Arzberg/Wunsiedel - Dass beim Geld die Freundschaft aufhört, hat sich längst herumgesprochen. Dass Geldverleihen an einen Bekannten aber auch vor dem Richter enden kann, kommt wohl seltener vor. Vor dem Schöffengericht ist ein 27 Jahre alter Arzberger der räuberischen Erpressung angeklagt, der einem Bekannten 2000 Euro geliehen hatte und das Geld mit Hilfe einer Sc hreckschusswaffe eintreiben wollte. Dass die Sache sich auch noch unter den Augen der Polizei abspielte, gibt der Geschichte eine besondere Note. Der Schuldner stand nämlich unter polizeilicher Bewachung, weil er nach Kenntnis der Kripo mit Drogen aus Tschechien gehandelt haben soll.

Die Polizei hört mit

Das Ganze trug sich im Sommer 2008 zu. Da lieh der Arzberger einem Bekannten aus dem Landkreis Wunsiedel 2000 Euro. Mit einem Autohandel, so der Schuldner, sei er in die Miesen gekommen. Er habe nicht einmal mehr Geld, um seine Familie zu ernähren. Weil er Geld von einem weiteren Bekannten bekomme, könne er die Summe in Kürze zurückzahlen. Darauf ließ sich der Arzberger ein. "Ich habe selber Frau und Kind. Deshalb habe ich ihm das Geld geliehen", sagte er vor Gericht. Auf die versprochene Rückzahlung aber wartete er vergeblich. Immer wieder rief er den Schuldner an und bat ihn, das Geld zurückzuzahlen. Was die beiden nicht wussten: Die Polizei hörte die Gespräche mit. Denn das Telefon des Schuldners wurde nach richterlichem Beschluss von der Kripo überwacht. Der Grund: Der Mann handelte offenbar nicht nur mit Autos, sondern zudem mit Crystal Speed aus Tschechien. Aber auch hier scheinen die Geschäfte nicht gerade glänzend gelaufen zu sein. Einer seiner Unterhändler nämlich, der selber drogenabhängig war, zahlte nicht. Dem Mann standen einige Tausend Euro aus, womit der Schuldner seine Zahlungsunfähigkeit begründete.

Nachdem er dem Angeklagten wieder einmal versichert hatte, er bekomme jetzt das Geld von dem Mann, wollte der bei der Geldübergabe dabei sein, weil er ihm nicht mehr traute. Die drei trafen sich vor einer Bank in Tröstau zur angeblichen Geldübergabe.

Dass der dritte Mann bei der Bank gar kein Geld bekommt, weil das Konto keine Deckung aufwies, wusste zwar die Polizei von der Telefonüberwachung, nicht aber der Arzberger. Infolgedessen kam der Mann auch ohne Geld aus der Bank, und so ging es anschließend im Auto etwas laut zu. Quasi unter polizeilichem Schutz stritten die drei vor der Bank in dem Auto, das die Kripobeamten observierten. Sie standen aber zu weit entfernt, um Genaueres zu sehen. Während des Streits nämlich soll der Arzberger aus einem Fach neben dem Fahrersitz eine Pistole gezogen und den Unterhändler damit bedroht und aufgefordert haben, endlich das Geld zu besorgen, was der Angeklagte vor Gericht aber bestreitet. Er hatte zwar die Schreckschusswaffe im Auto, aber nicht nach ihr gegriffen, beteuert er. Die Waffe wurde von der Polizei eingezogen.

Im Osten untergetaucht

Amtsbekannt wurde die Bedrohung, nun als räuberische Erpressung angeklagt, erst später, als der Drogenabhängige in der Bezirksklinik in Rehau landete. Dort sprach er mit seinem Therapeuten über die Geschichte, die so an die Polizei ging. Zu einem Urteilsspruch kam es diesmal noch nicht. Der Schuldner ist derzeit unauffindbar und vermutlich in Tschechien oder Russland untergetaucht. Und der bedrohte Unterhändler war zwar als Zeuge geladen, aber nicht erschienen. Er wird deshalb erneut geladen, die Verhandlung wurde vertagt.

    
    

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