zuletzt bearbeitet: 07.07.2010 21:32 Uhr
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Streik bei Houdek
Rund 400 Mitarbeiter der Arzberger Wurstwarenfabrik verleihen vor dem Werkstor ihren Forderungen nach höheren Löhnen und Anerkennung des Tarifvertrags Nachdruck.
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Bei Weitem nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gestern vor dem Werkstor der Firma Houdek streikten, passten aufs Bild. Laut Michael Grundl, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, traten rund 400 Beschäftigte der Arzberger Wurstwarenfabrik in den Ausstand. Foto: Hannes Bessermann
Arzberg - Genau 300 Streikwesten hatte Michael Grundl von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) gestern nach Arzberg mitgebracht. Sie reichten bei Weitem nicht aus. Denn rund 400 Beschäftigte der Firma Houdek traten laut Auskunft des Betriebsrats am Mittwochmittag für zwei Stunden in den Ausstand. Es sollte ein Warnstreik sein, mit dem die Mitarbeiter der Wurstwarenfabrik ihrer Forderung nach Anerkennung des Tarifvertrags und einer stufenweisen Anpassung der Löhne an die branchenübliche Höhe Nachdruck verleihen wollten.
Am Tag zuvor, also am Dienstag, waren die Verhandlungen mit der Houdek-Geschäftsführung laut Michael Grundl, Geschäftsführerer der NGG für die Region Oberfranken, über die Anerkennung des Tarifvertrags und Lohnerhöhungen gescheitert. Verhandelt wurde Grundl zufolge vor Ort in Arzberg mit Richard Struck und Michael Lehnert von der Geschäftsleitung. Beide Verhandlungspartner hätten sich vollkommen unvorbereitet gezeigt, so der Gewerkschafter. "Sie hatten noch nicht einmal einen Tarifvertrag dabei", sagte Grundl. Struck und Lehnert seien in keinster Weise auf die Forderungen des Betriebsrats und der NGG eingegangen. Nach eineinhalb Stunden habe die Gewerkschaft das Scheitern der Verhandlungen erklären müssen. "So etwas ist mir noch nie passiert", betonte der NGG-Geschäftsführer. Wenn die Firmenleitung weitere Gespräche wünsche, werde er nun darauf bestehen, dass künftig zumindest einer der Gesellschafter aus der Familie Houdek mit am Tisch sitze, da nicht zu erkennen sei, dass mit Struck und Lehnert verhandelt werden könne.
50 Prozent unter Tarif
Erst Anfang Mai war bei Houdek in Arzberg zum ersten Mal in der Firmengeschichte ein Betriebsrat gewählt worden. Damals hatten sich fast 600 der rund 700 Beschäftigten an der Wahl beteiligt. Grund für den dringenden Handlungsbedarf, den die Mitarbeiter und die Gewerkschaft sehen, sind nach wie vor die für die Beschäftigten unbefriedigenden Arbeitsbedingungen. Laut Gewerkschaft liegen die Löhne bei Houdek 40 bis 50 Prozent unter dem für Bayern geltenden Tarif.
Die Stimmung bei Houdek vor der Betriebsratswahl hatte Grundl damals als "brutal schlecht" bezeichnet. Der Warnstreik solle nun ein Signal an den Arbeitgeber sein, dass die Beschäftigten die Situation nicht länger hinnehmen würden. Wenn keine Verhandlungsbereitschaft bestehe, sei das nächste Ziel ein unbefristeter Streik. "Wir erwarten, dass noch in dieser Woche die Gespräche fortgesetzt werden. Die Leute wollen jetzt Zugeständnisse."
Mit Trillerpfeifen, Transparenten und Fahnen machten die rund 400 Mitarbeiter der Früh- und Spätschicht zu Reggae-Music vor dem Werkstor auf ihre Forderungen aufmerksam. NGG-Mann Michael Grundl erläuterte den Streikenden über eine Lautsprecheranlage die aktuelle Situation. Unter anderem sagte er: "Wenn ich jetzt einen Hut aufhätte, dann würde ich diesen vor euch ziehen. Das ist genau die richtige Antwort auf das, was gestern passiert ist."
Auch aus den Reihen der Streikenden war zu hören, dass die Belegschaft sich stark fühle. "Die Geschäftsleitung sollte mit uns wieder verhandeln und auf uns hören", sagte ein Mitarbeiter. Eine Kollegin freute sich, dass sich so viele Beschäftigte am Streik beteiligten. "Wir hoffen, dass sich jetzt etwas verändert", meinte sie. Und ein Mitglied des Betriebsrats teilte mit, dass die Gesellschafter in einem Gespräch der Mitarbeitervertretung signalisiert hätten, weiter zu verhandeln. "Wir glauben, das geht in die richtige Richtung".
Dies bestätigte gestern am späten Nachmittag Rechtsanwalt Dr. Jan Küpperfahrenberg für die Houdek Arzberg GmbH. Laut dessen Pressemitteilung hatte die Geschäftsleitung bereits am Dienstag die Bereitschaft zur Lohnerhöhung gezeigt. Dennoch habe die Gewerkschaft die Verhandlungen zunächst für gescheitert erklärt und den zweistündigen Warnstreik organisiert. Aus Sicht der Houdek GmbH seien die Verhandlungen jedoch nicht gescheitert. Nach Ende des Streiks seien die beiden Seiten wieder aufeinander zugegangen und hätten für die nächsten eineinhalb Wochen mehrere Gesprächstermine vereinbart. Die Geschäftsleitung sei nach wie vor zuversichtlich, dass eine Lösung für die Mitarbeiter und die Firma gefunden werden könne. Dabei müssten aber auch die zwingenden wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Unternehmens berücksichtigt werden.
Wirkung gezeigt
Auch NGG-Mann Grundl zeigte sich am frühen Abend wieder zuversichtlicher als am Mittag. Er bewertete es als positiv, dass sich die Gesellschafter Robert und Rudolf Houdek bereit erklärt hätten, bei den weiteren Verhandlungen mit am Tisch zu sitzen. "Der Streik hat seine Wirkung gezeigt", sagte Grundl. Bereits heute würden die Tarifverhandlungen fortgesetzt.
Bürgermeister Stefan Göcking sagte am Abend, er und Landrat Dr. Karl Döhler seien gestern permanent in Kontakt mit der Houdek-Firmenleitung gestanden. Falls dies gewünscht werde, würden er, Göcking, und der Landrat vermittelnd zur Seite stehen.
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Gewerkschaft ist Mistvon unbekannt am 09.07.2010 11:00Die Arbeitsplätze sind seit Niedergang der Porzellanindustrie in der Region Mangelware; in Arzberg wurde zusätzlich das Kraftwerk geschlossen (EON Konzern!) Es wurden Arbeitsplätze bei Houdek geschaffen, ein Lieferant für ALDI, LIDL und CO (Konzerne) mit regiden Einkaufsmethoden. Geiz ist geil und Essen ist billig! Das hier ist also nur eine logische Erscheinung des Lebensmittelbereiches. Und die Gewerschaft? Stachelt auf, mault an allem rum und weiß alles besser. Sollte Houdek sein Werk hier schliessen, freue ich mich wenn Herr Grundl mit seiner NGG dann einen Betrieb eröffnet, Arbeitsplätze schafft und mit ALDI verhandelt... |
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Spiralevon Bergziege![]()
(55) am 09.07.2010 10:27nach unten!Die Leute verdienen wenig,kaufen billige Lebensmittel und die Discounter drücken beim Hersteller die Preise.Der bezahlt seine Leute noch schlechter und dann gehts von vorne los. Allerdings stimmt es schon, dass die Preise für Lebensmittel in Deutschland sehr niedrig sind.Und wenn der Verbraucher Produkte aus der Region kauft,bleiben auch die Arbeitsplätze hier. Und oft ist weniger und besser,gesünder als billig und davon viel. Alter Handwerkerspruch: Wer billig kauft,kauft zweimal! |
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Das Problem in Deutschland ist,von unbekannt am 08.07.2010 23:11daß der Konsument nicht bereit oder fähig ist, für seine Lebensmittel einen angemessenen Preis zu bezahlen (siehe europäischen Vergleich der Lebensmittelpreise)! Der Lebensmittelhandel, speziell die Discouter quetschen die Hersteller entsprechend aus! Das liegt auch ein bisschen an unserer überwiegend vorkommenden Mentalität! Viele Oberfranken meinen, wenn sie sagen, dass sie "gut" gegessen haben aber eigentlich: ..es war viel und billig! Ich will hier die erwähnte Firma nicht verteidigen...aber auch überregional betrachtet wird man feststellen, dass praktisch kein größerer Lebensmittelhersteller in der Tarifbindung vorzufinden ist! Das Ol fürs Auto darf 25 Euro kosten, aber das für den menschlichen Verzehr höchstens 10% davon! Wundert sich nich jemand? |
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was und nuvon engelmaus am 08.07.2010 11:43ich kann die leute schon zum teil verstehen den das was houdek an lohn zahlt ist reiner hungerlohn und man sollte eben keine versprechungen od der gleichen machen wenn sie dann nicht ein gehalten werden. |
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