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Basaltwerk: 2010 droht Schließung

Interessenkonflikt | Abbaufläche in Pechbrunn stößt an die Grenzen eines Naturschutzgebietes. Bisher sind alle Firmen-Bemühungen um eine Erweiterung vor Gericht gescheitert. Bürgermeister steht hinter dem Betreiber.

Pechbrunn – 120 Jahre alt wird in diesen Tagen das Basaltwerk Pechbrunn, doch seine Zukunft ist ungewiss: Im Jahr 2010 droht die Schließung, sollte bis zu diesem Zeitpunkt keine Lösung für eine Erweiterung des Abbaugebietes gefunden seien.

Von Karl Völkl
  • fpmt_basalt_041008 Betriebsleiter Wolfgang Mark erläuterte bei einem Rundgang durch den Teichelberg die Grenzen des Abbaugebietes und betonte, dass die Kapazitäten lediglich noch für zwei Jahre reichen.
     
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Pechbrunn120 Jahre alt wird in diesen Tagen das Basaltwerk Pechbrunn, doch seine Zukunft ist ungewiss: Im Jahr 2010 droht die Schließung, sollte bis zu diesem Zeitpunkt keine Lösung für eine Erweiterung des Abbaugebietes gefunden seien. Denn Naturschutz und betriebswirtschaftliche Belange stehen sich in einem Interessenkonflikt gegenüber.

Bei einem Pressegespräch mit dem Gesellschafter Michael Schicker, Betriebsleiter Wolfgang Mark und dem Niederlassungsleiter Frank Becker von der Basalt AG wurden die Hindernisse für eine Erweiterung des Abbaugebietes ausführlich dargelegt. Seit dem Jahre 1888 wird auf dem Großen Teichelberg auf einem rund 80 Hektar umfassenden Gebiet hochwertiger Basalt abgebaut, doch dieses Gebiet stößt an die Grenzen eines Naturschutzgebietes. Das Basaltwerk befindet sich zu 75 Prozent im Besitz der Basalt-Aktien-Gesellschaft Linz/Rhein sowie zu 25 Prozent in den Händen der Hartsteinwerke Schicker OHG Bad Berneck.

Im Jahr 1996 hat die Regierung der Oberpfalz ein Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzen-, Baum- und Tierarten festgelegt, welches das Basaltvorkommen mittig durchtrennt. Das hindere den Betrieb in naher Zukunft an einer weiteren Gewinnung des qualitativ hochwertigen, Bayern weit einmaligen Schottergesteins, erklärte Niederlassungsleiter Becker.

Der Gleisschotter finde wegen seiner Härte vor allem bei der Deutschen Bahn Verwendung. So wurden die deutschen Hochgeschwindigkeitsstrecken größtenteils mit Schotter aus Pechbrunn gebaut, so Becker. Rund 3000 Tonnen Schotter werden täglich produziert, wovon ein Anteil von 50 bis 60 Prozent als Bahnschotter Verwendung findet, der Rest des Gesteins wird laut Becker für den Straßenbau verwendet. Alle Bemühungen der Basaltstein AG, eine Erweiterung zu erreichen, scheiterten, zuletzt beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof – und dies trotz gewisser Zugeständnisse an den Naturschutz.

Schotter bei der Bahn beliebt

Betriebsleiter Wolfgang Mark rechnete vor, dass etwa noch eineinhalb Hektar Abbaufläche zur Verfügung stehe, in der Bahnschotter gewonnen werden könnten. Dann sei in Pechbrunn Schluss, obwohl der Steinbruch Pechbrunn das leistungsfähigste Gleisschotterwerk in Bayern sei, wie Mitgesellschafter Michael Schicker versicherte. Für den Transport des Hartgesteins wurde im Jahre 1996 eine rund 1,2 Kilometer lange umweltfreundliche Förderbandstraße vom Teichelberg bis zur Verladestation in Pechbrunn gebaut. Voraussichtlich, fuhr Schicker fort, „geben wir nicht auf und versuchen weiter, eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung zu finden“.

Auch Bürgermeister Ernst Neumann aus Pechbrunn steht voll hinter den Bemühungen des Betreibers und will – wenn notwendig mit geeigneten Aktionen wie einer Unterschriftenaktion – für den Erhalt des Basaltwerkes eintreten.

Unterschriftenaktion geplant

„Das Werk ist der größte Gewerbesteuerzahler der Gemeinde. Eine Schließung hätte unvorhersehbare Auswirkungen auf die künftigen finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde“, betonte er. Außerdem gehe es um die Zukunft der 45 Mitarbeiter im Basaltwerk. 19 von ihnen wären direkt von einer Schließung betroffen, aber auch einige Beschäftigte in der Verwaltung in Steinmühle. Treffen würde es auch ein auf Schottertransporte spezialisiertes ortsansässiges Transport-Unternehmen.

Am 12. Oktober feiert das Basaltwek Pechbrunn mit einem „Tag der offenen Tür“ 120-jähriges Bestehen. Ob es das letzte Jubiläum sein wird, bleibt abzuwarten.

    
    

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