zuletzt bearbeitet: 19.06.2009 17:02 Uhr
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Die unsichtbare Gefahr
Waldershof - Welche Gesundheitsrisiken werden mit dem Mobilfunk in Verbindung gebracht? Zu diesem Thema hatte die Bürgerinitiative "Mobilfunk mit Vernunft in Waldershof" am Donnerstag ins Rot-Kreuz-Heim eingeladen. Als Referenten hatte man Siegfried Zwerenz, Vorsitzender der "Bürgerwelle", gewonnen. Die "Bürgerwelle" ist ein Dachverband der Bürger und Initiativen zum Schutz vor Elektrosmog.
Vor wenigen Wochen gab es in Waldershof bereits einen Vortrag über technische Details von Mobilfunkanlagen. Dieses Mal sollte der gesundheitliche Aspekt in den Vordergrund gerückt werden. Wie berichtet, sorgen sich die Waldershofer Bürger wegen der Strahlungsrisiken, da auf engem Raum im Stadtgebiet mittlerweile vier Mobilfunk-Masten stehen.
Einwände im Vorfeld versäumt
Etwa 50 Bürger hatten sich zu dem Vortrag eingefunden. Adolf Greger, einer der Sprecher der Bürgerinitiative, begrüßte zweiten Bürgermeister Josef Daubenmerkel, dritten Bürgermeister Willibald Reindl und einige Stadträte. Allerdings vermisste man unter den Anwesenden Bürgermeister Hubert Kellner.
Referent Siegfried Zwerenz stellte klar, dass bereits installierte Anlagen kaum entfernt werden könnten. Einwände gegen das Aufstellen der Masten seien im Vorfeld versäumt worden. Die große Gefahr bei derartigen Anlagen liege darin, dass man ihre gesundheitsschädigende Strahlung weder sehen noch greifen könne. Auf gepulste Technik reagierten Mensch und Tier sehr sensibel, gesundheitliche Störungen seien vorprogrammiert. Festzustellen sei, dass immer mehr Menschen erkrankten, die längere Zeit im Bereich solcher Sendeanlagen wohnten, sagte Zwerenz. "Selbst unsere Gesetze können uns dagegen nicht schützen." Im Gegenteil: Die Rechtslage ermögliche es, dass immer mehr Mobilfunkstationen gebaut werden könnten.
Für die Strahlung gibt es zwar gesetzliche Grenzwerte, aber sie sind nach der Meinung von Zwerenz "nicht zuverlässig". Er verwies auf die Erkenntnisse des Medizinphysikers Dr. Lebrecht von Klitzing von der Universität Lübeck, der folgendes Krankheitsbild bestätige: Es beginne im allgemeinen mit Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen, führe dann je nach individueller Charakteristik zu Herzrhythmusstörungen, Ohrensausen, allergischen Reaktionen bis hin zu einem veränderten Blutbild.
Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Studien zum Thema Mobilfunk hätten die Schädlichkeit der Strahlung bestätigt, so der Referent. Die Strahlung greife tief in biologische Abläufe ein und sei beteiligt an der Begünstigung oder Auslösung gesundheitlicher Beeinträchtigungen wie Schlafstörungen, Unruhezustände, Nervosität, depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Lernstörungen bei Kindern, Herz- Rhythmusstörungen, Müdigkeit und Augenreizungen.
Schlafstörungen, Schmerzen
Schützen gegen das Aufstellen von Sendemasten könne man sich durch eine gezielte Bauleitplanung. Masten über zehn Meter Höhe müssten genehmigt werden. Als Selbstschutz nannte Zwerenz, den Betrieb von Handys und sonstigen Kommunikationsgeräten auf ein Minimum zu beschränken. Der Mensch reagiere nachweislich auf Strahlungsintensitäten selbst in Entfernungen von mehreren Kilometern. Bei der heute verwendeten Mobilfunk-Technologie werde bewusst eine Schädigung der Volksgesundheit in Kauf genommen. Der jetzige Zustand sei nicht mehr tragbar, so Zwerenz. Politik und Bürger seien aufgefordert, dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit wieder Geltung zu verschaffen. G. Rasp
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