zuletzt bearbeitet: 06.07.2010 21:42 Uhr
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Elvis' Start in ein neues Leben
Dank | Der 18 Jahre alte Bosnier kehrt mit modernen Prothesen heim.
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Elvis kann wieder aus vollem Herzen lachen. Nach einer Operation seiner Beinstümpfe in Marktredwitz verpasste ihm Robert Fischer (links) vom gleichnamigen Orthopädie- und Sanitätshaus hochmoderne Prothesen. Elvis' Mutter Edina Serifovic, die mit ihm acht Wochen lang im Martin-Schalling-Haus lebte, ist überglücklich.Peggy Biczysko
Marktredwitz - "Wie neu geboren" - so fühlt sich Elvis Serifovic. Auf eigenen Beinen hat er am Donnerstagabend Marktredwitz verlassen. Mit zwei hochmodernen Prothesen, die den an beiden Beinen Amputierten jetzt sicher in die Zukunft tragen.
Acht Wochen lang war der 18-Jährige hier unter den Fittichen von Ärzten, einer Krankengymnastin und eines Orthopädie-Fachmanns (wir berichteten). Alle verzichteten auf Honorar und Materialkosten.
Vor zehn Jahren war Elvis im bosnischen Sarajevo, wo in den 90er Jahren der Balkankrieg tobte, auf eine Tellermine getreten. Sie riss ihm beide Unterschenkel weg. Viele Operationen hat der Junge über sich ergehen lassen müssen, litt stets unter großen Schmerzen. Denn mit ihm wuchsen die Stümpfe an den Unterschenkeln, die alten Prothesen wurden zu klein.
2005, als Elvis seine letzte Operation in Eichstätt über sich ergehen lassen musste, lernte ihn Pfarrer Christoph Schmidt aus Marktredwitz kennen, der sich unter anderem um die "Kinderarche" in Sarajevo kümmert. Dort leiden viele Kinder noch unter den Nachwehen des Balkankriegs. Reinhard Plobner vom Klinikum Fichtelgebirge erfuhr vom Leid des jungen Bosniers und trat plötzlich eine Lawine los.
Ein Ärzte-Team um Chefarzt Dr. Hubert Rützel und Oberarzt Dr. Michael Hoffmann erklärte sich bereit, Elvis erneut zu operieren. Sara Benker kümmerte sich anschließend darum, den jungen Mann mit Krankengymnastik fit zu machen. Und Robert Fischer vom gleichnamigen Orthopädiehaus in Marktredwitz passte dem 18-Jährigen nun die Prothesen an. Mit einem Klick sitzen die "neuen Beine". "Das ist wie Schuheanziehen", strahlt Elvis, die überglückliche Mutter Edina neben sich.
Mit dem jungen Mann strahlt auch Fischer, der ihm die Prothesen am Freitag vor einer Woche angepasst und ihn dann abends zu einem Grillfest getroffen hatte. "Er ist damit gelaufen, als hätte er nie etwas anderes getan." Denn immerhin müsse man mit Prothesen auch das Laufen lernen, so der Fachmann. "Wenn Elvis etwas abnimmt und sein Gewicht dann hält, könnte er sogar bei den Paralympics mitmachen."
Am Donnerstagabend holte ein Onkel den 18-Jährigen und seine Mutter ab. "Jetzt machen wir noch ein paar Tage Urlaub in Salzburg, ehe es nach Hause geht", freut sich der frisch Operierte. "Alles, was ich in Marktredwitz gemacht habe und was für mich getan wurde, war super." Der junge Mann ist überaus dankbar, "ein neues Leben geschenkt bekommen zu haben". Und Pfarrer Schmidt nennt Elvis den "Botschafter der Kinderarche". Denn es gebe noch viele Kinder, die vom Krieg gezeichnet seien.
Elvis, der sich prima verständigen kann, weil er die Kriegsjahre in Deutschland verbracht hatte, hat jetzt große Pläne: "Nächstes Jahr mache ich mein Abitur, dann studiere ich Jura."
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