» zur Übersicht Marktredwitz
    
    
Artikel
 
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   


Festspiele unter Gobelins

Vom Pumuckl bis zu den Blues Brothers: In der "Werkstatt" in der Shedhalle ist das Luisenburg-Programm im Zeitraffer zu erleben.

Von Herbert Scharf
  • Ron Williams singt sich mit dem Blues schnell in die Herzen des Publikums. Foto: H. S.
Bild von

Marktredwitz - Es ist schon ein außergewöhnlicher Rahmen für die Ausschnitte aus dem Luisenburg-Programm gewesen: Nach Abenden im Kösseine-Cine-Center, einer längeren Pause und einem Abstecher in die Städtische Turnhalle suchten die Verantwortlichen der Luisenburg-Festspiele und die VHS Marktredwitz etwas Neues. Mit Hilfe des Vereins für Gobelinkunst Oberfranken fanden sie in der Manufaktur in der Shedhalle am Auenpark einen bestens geeigneten Veranstaltungsort. Schließlich sei das "Preview" so etwas wie eine Schauspiel-Werkstatt, sagte Dramaturg Manfred Bachmayer. Und wie zur Bestätigung der Theater-Inhalte von "Nathan der Weise" oder dem "Holledauer Schimmel" hing die Abbildung des Versöhnungs-Gobelins am Ende des Saals, den die Marktredwitzer Künstlerin Ursula Benker-Schirmer für die Kathedrale von Chichester gefertigt hatte.

Zahlreiche Gäste haten sich in der Manufaktur eingefunden. Bewusst habe man keine fertige Bühne, sondern einen Arbeitsraum für die Auftritte gesucht und hier gefunden, freute sich Bachmayer.

Dieter Fischer und Ferdinand Schmidt-Modrow eröffneten die "Werkstatt" mit einigen lustigen Szenen aus dem Kinderstück "Meister Eder und sein Pumuckl". Danach ging es auf die Reise nach "Indien". Die Tragikkomödie wird im Hof des Fichtelgebirgsmuseums aufgeführt. Darin treffen ein Schweinebraten-Tester und ein Vegetarier aufeinander. Ein "Wunderwerk des komischen Schreckens" schrieb der Spiegel über das Stück.

Matthias Lehmann las aus "Nathan der Weise", dem Lessing-Stück, in dem für Toleranz geworben wird zu einer Zeit, als es noch hieß "Cuius regio, eius religio" (Wer regiert, bestimmt die Religion). Ein Problem, das heute nach wie vor aktuell ist.

Bei dem Kult-Stück "Blues-Brothers" singt sich Ron Williams nach einigen Erzählungen über die Vorgeschichte der "Brothers" schon nach kurzer Zeit in die Herzen des Publikums, das bald mitklatscht und als "Background-Chor" mitgeht. Gerade nach Wunsiedel passe das Stück bestens, sagte Williams. Ihn habe die Aktion "Wunsiedel ist bunt und nicht braun" begeistert, richtet er ein Kompliment an die Festspielstadt. Und er bedankte sich mit einigen weiteren Bluessongs und dem Hit "Unchain my heart", den der schwarze Sänger Ray Charles lange vor Joe Cocker gesungen hat.

Szenen aus dem "Holledauer Schimmel" mit dem Luisenburg-Urgestein Alfred Schedl in der Hauptrolle boten einen Blick in die schwierige Vergangenheit zweier Nachbardörfer in der Holledau, wo dem Hauptdarsteller schreiendes Unrecht geschieht und er nach Jahrzehnten zurückkehrt, um sich zu rehabilitieren. Das Stück spielt in einer Zeit, in der die Hochzeiten noch auf dem Viehmarkt geschlossen wurden und die Frauenrechte noch nicht ganz so ausgeprägt waren wie heute, leitete Bachmayer über. Mit dabei die "Wunsiedler Schimmel-Musi" und Norbert Neugirg von der Altneihausener Feierwehrkapell'n.

Zu Beginn hatte Bürgermeister Horst Geißel die Gäste in der Manufaktur willkommen geheißen und der Hausherrin Ursula Benker-Schirmer sowie dem Verein Oberfränkische Gobbelinkunst und der VHS für die gute Idee gedankt. Und das Publikum war sich einig, dass es ein gelungener Abend in würdigem Rahmen war, der Lust machte auf die Stücke der Freilicht-Bühne. Wer noch keine Karten hat, sollte sich sputen. Manche Aufführungen sind schon so gut wie ausverkauft, verriet Bachmayer.

    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • MySpace
  •  
  • Twitter
  •  
  • StudiVZ / MeinVZ
  •  
  • Google
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf frankenpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Marktredwitz

Immer mehr Patienten wählen eine Teilnarkose

Nicht jeder operative Eingriff erfordert eine Vollnarkose. Chefarzt Michael Paland erläutert im Klinikum Fichtelgebirge, die Regionalanästhesie sei sehr sicher und schonend. »mehr
    
    

 
Streit unter Betrunkenen endet mit Schnittverletzu...

Wegen eines Hundehäufchens sind sich am Samstagabend zwei Marktredwitzer in die Haare geraten. »mehr
 2   
    
 
    

 
Nun liegt der Grundstein

Der Bau der neuen Seniorenresidenz mitten in Marktredwitz geht voran: Im Februar 2014 sollen alle 108 Wohneinheiten mit ... »mehr
 1   
    
 
    

 
Ein Wirt der alten Schule

Seit 45 Jahren ist die Gastwirtschaft "Zum Grünen Baum" der Arbeitsplatz von Klemens Heining. Schon während seiner Lehrz... »mehr
 1   
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
    

BFV.TV - Das Bayerische Fußballmagazin 

BFV.TV bietet als offizielles Video-Portal des BFV aktuelle Meldungen, Spiel- und Hintergrund- berichte der Regionalliga »mehr
    
    

Prospekte aus der Region

Lebensart
    
Anzeige
    

Magazine

Biergarten-Zeit
Gartenpresse 14.05.2013
Kinderzeitung Mai
Treffpunkt Klinikum Mai 2013
Trauer Ratgeber 2013
Theaterzeitung Hof Mai 2013
Leben in Rehau Mail 2013
Wir in Wunsiedel Mai 2013
IFL-Laufmagazin 2013
Mit den Fahrrad unterwegs
Frankenreiter 2013
Lebensart
AOK Ratgeber 2013
Wirtschaftsnews Oberfranken April 2013
Mit dem E-Bike durch den Frankenwald
Bikers Guide FP 2013
Landkreismagazin Wunsiedel
Landkreismagazin Hof
40 Jahre Egertaler
Bauen u. Wohnen März 2013
Thüringen im Blick
Freizeitmagazin Fichtelgebirge 2013
Azubi Februar 2013
Wandern im Fichtelgebirge
Mit dem E-Bike im Fichtelgebirge
Pflegemagazin Dezember 2012
Unsere Wonneproppen
Hochzeitsmagazin
Leserreisen 2013
    
Anzeige
Mahlzeit!
Frankenwäldler
Marktplatz und Bayreuther Woche
    

Umfrage

Lade TED
 
Die Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

    


    
Zur Kinderzeitung

Wie lassen sich Fische besser schützen?

Als Stäbchen und mit Ketchup. Oder im Stück mit Gräten vom Grill: Fisch mögen viele Leute. So viele, dass es immer weniger Fische im Meer gibt. Deshalb wird gerade ziemlich heftig über Fisch gestritten. »mehr
    
    
Leseranwalt

Die Sache mit dem LAG

Frage des Tages
Eine Leserin interessiert sich für Geschichte. Nun ist sie über den Lastenausgleich gestolpert und möchte wissen: "Wie wurde damals das Vermögen bewertet?" »mehr
    
    

Webcams aus der Region 

Eine Vielzahl von Webcams, die von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen installiert wurden, zeigen aktuelle Bilder aus der Region. »mehr
    
    

Das Podium für Ihren Verein 

Möchten Sie in unserer Land & Leute-Ausgabe Ihren Verein präsentieren? »mehr
    
    

Börseninformationen