zuletzt bearbeitet: 29.11.2009 16:22 Uhr
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Hochschule als Mittel gegen Abwanderung
Marktredwitz - Wann kommt ein H&M in die Innenstadt? Was hat die Stadt Marktredwitz gegen ein Factory Outlet Center? Wie schützen sich die Schulen vor Amokläufern? Diese und einige andere Fragen spuken in den Köpfen junger Bürger umher. Beim Jugendtalk im Haus der Mittagsverpflegung des Otto-Hahn-Gymnasiums gab ein "Kompetenzteam" ausführliche Antworten zu aktuellen Themen. Dabei kamen jedoch weniger jugendspezifische Themen zur Sprache. Die Jugendlichen nutzten die Zeit, um Einblick in aktuelle Angelegenheiten zu erhalten. Die Moderatoren Martina Stock und Sebastian Macht begrüßten Studiendirektor Herbert Freitag vom Otto-Hahn-Gymnasium, Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder und Schulreferentin Ute Selhorst.
Die erste Frage bestand darin, ob die Fachhochschule (FH) nun nach Marktredwitz kommt. Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder erklärte, dass im Jahr 2011 - ob an FOS, BOS oder Gymnasium - sehr viele Schüler ihr Abitur in Marktredwitz machen werden, die dann außerhalb der Region auf die Suche nach einem Studienplatz gehen oder aus Kostengründen auf ein Studium verzichten müssten.
Es besteht Nachholbedarf
Mit vier Prozent, nur halb so viele Akademiker wie der bayerische Durchschnitt habe Marktredwitz Nachholbedarf. Als Fachbereich nannte Seelbinder Angewandte Geowissenschaften, der in Bayerns "steinreichster Ecke" geradezu ideale Forschungs- und Studienbedingungen vorfinden würde. Weitere denkbare Fachbereiche seien Gesundheit und Pflege, Tourismus sowie fachbezogene Fremdsprachen. Als hochspannend und aktuell bezeichnete sie das Masterstudium mit dem Spektrum von Sanitärberuf bis zur Geothermie. In Bezug auf Klimafragen sei der Studiengang Erneuerbare Energie äußerst akut und habe großen Entwicklungsbedarf.
Derzeit sei Marktredwitz in Oberfranken der einzige Hochschulbewerber. Dieses Projekt sei immens wichtig, um der enormen Abwanderung, gerade im Bereich der 20- bis 30-Jährigen, entgegenzuwirken.
Zur Frage über die Sicherheit an Marktredwitzer Schulen waren sich Studiendirektor Herbert Freitag und Schulreferentin Ute Selhorst einig: Das Sicherheitskonzept sei durchdacht und die Alarmierung gewährleistet. 100-prozentige Sicherheit könne man allerdings nie garantieren.
Wunsch nach Modediscounter
Schmerzlich vermissen die modebewussten Schüler und Schülerinnen den Modediscounter H&M. Die Ansiedelung sei, so das Stadtoberhaupt, derzeit nicht möglich, da die Firma gewisse Ansprüche an die Größe einer Stadt stelle.
Unverständnis zeigten die Jugendlichen gegenüber der negativen Haltung zum Factory Outlet Center (FOC) in Selb. Die Menschen der Stadt, so die Oberbürgermeisterin, hätten im Laufe vieler Jahre Kraft, Zeit und Geld investiert und Opfer gebracht, um die Innenstadt so zu entwickeln, wie sie heute sei. Ein FOC würde dieses Lebenswerk und damit zahlreiche Arbeitsplätze in Frage stellen.
Nach so vielen Fragen, die alle zur Zufriedenheit der Jugendlichen beantwortet wurden, hob Martina Stock am Ende des Jugendtalks einen grünen Zettel in die Höhe. Auf dem stand: "Ich bin zufrieden." Vielleicht ist ja diese Zufriedenheit der Grund, dass nur wenige junge Bürger diesen Jugendtalk als Sprachrohr für Probleme und Anregungen in Anspruch genommen haben. Trotzdem hoffen die Initiatoren im nächsten Jahr auf bessere Beteiligung. Matthias Grünler
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