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Keine heiße Spur zum "Kinderfänger"

Die Polizei hat noch immer keine heiße Spur von dem „Kinderfänger“, der die Eltern in der Region verunsichert. Am Dienstag dementierte die Polizei einen Bericht der Bild-Zeitung, wonach ein angeblicher Lehrer aus Marktredwitz als Täter in Frage komme.

Bayreuth/MarktredwitzDie Polizei hat noch immer keine heiße Spur von dem „Kinderfänger“, der die Eltern in der Region verunsichert. Am Dienstag dementierte die Polizei einen Bericht der Bild-Zeitung, wonach ein angeblicher Lehrer aus Marktredwitz als Täter in Frage komme.

Seit Wochen sucht die Polizei fieberhaft nach den Männern, die in Speichersdorf, Bischofsgrün und Bayreuth junge Mädchen auf der Straße angesprochen haben. In zwei Fällen sollen die Unbekannten versucht haben, Schülerinnen in ihre Fahrzeuge zu zerren. Auf Grund des Vorfalls in Bayreuth hat die Polizei ein Phantombild erstellt, worauf sie rund 120 Hinweise erhalten hat. Eine konkrete Spur sei jedoch nach wie vor nicht darunter, sagte Pressesprecher Stefan Walter auf Anfrage. Auch eine in Speichersdorf angesetzte Verkehrsbefragung von Autofahrern in den Morgenstunden brachte keine neuen Erkenntnisse.

Die Bild-Zeitung hatte am Dienstag berichtet, ein am Otto-Hahn-Gymnasium in Marktredwitz aufgetauchter angeblicher Lehrer sei möglicherweise der Täter in Bayreuth. Die Polizei überprüfe nun, ob der Mann für „ähnlich gelagerte Fälle im Bayreuther Umland in Frage kommt“. Doch Polizeisprecher Walter dementierte den Bericht, der teilweise „frei erfunden“ sei. Der Mann, der der Polizei namentlich bekannt ist und in Weiden lebt, sei definitiv nicht der Täter. „Der Hinweis wurde überprüft. Der Mann scheidet als Täter unsere Fälle mit 100-prozentiger Sicherheit aus“, sagte Walter.

Schüler hätten den Hinweis auf den Mann gegeben, so Walter „Er ist als eine von vielen Spuren eingegangen und wurde vorgezogen überprüft.“ Jedoch habe sich der Hinweis als gegenstandslos erwiesen.

In dem Bericht wurde zudem eine Gegenüberstellung mit der Schülerin erwähnt, die in der Egerländer Straße belästigt worden war. Sie habe den Mann „zunächst nicht identifizieren können“, schreibt Bild. Auch dies entspreche nicht der Wahrheit, erklärte Walter, der sich über die unseriöse Darstellung ärgerte. Der Pressesprecher der Bayreuther Polizei will nun eine Beschwerde prüfen lassen. Die Ermittlungsgruppe bei der Bayreuther Polizei geht weiterhin jedem einzelnen Hinweis zu den Vorfällen nach.

Der von den Schülern beobachtete Mann soll sich als Referent in das Marktredwitzer Gymnasium eingeschlichen haben. Er hatte sich zu Beginn des Schuljahres bei der Schulleitung vorgestellt und angeboten, einen Vortrag zu halten. Dabei stellte er sich als an der Universität Bayreuth tätiger Physiker vor. Auch einem Lehrer, der an der Universität Bayreuth einen nebenberuflichen Lehrauftrag hat, kam der Mann vom Sehen her bekannt vor.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der vermeintliche Physiker lediglich als Zuhörer Gast in Vorlesungen war. Er besitzt offenbar tatsächlich Ähnlichkeit mit dem auf dem Phantombild dargestellten Mann. Das soll auch Schulleiterin Gertraud Nickl bestätigt haben. Wie die Schulleitung weiterhin herausfand, habe sich der Mann mehrmals in der Mensa der Schule aufgehalten und mit Schülern gesprochen. Angeblich bot er den Kindern kostenlosen Nachhilfeunterricht an und wollte sie privat im Internet kontaktieren. Daraufhin wurde ihm Hausverbot erteilt. Ute Eschenbacher

    
    

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