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„Wir wussten sofort, dass sehr viel Gas ausströmt“

Dass das Gasunglück in der Thölauer Straße am Montag nicht zu einer Katastrophe wurde, ist in erster Linie den beiden Mitarbeitern der Stadtwerke, Bernd Kimmerl und Tommi Krull, zu verdanken. Die jungen Männer passierten zufällig den Unglücksort und reagierten blitzschnell auf die kritische Situation. Wir haben uns mit den beiden „Helden der Stadt“ unterhalten.

  • fpmt_kimmerl Bernd Kimmerl wusste, dass Explosionsgefahr herrschte
     
  • fpmt_crull Tommi Krull findet, das schnelle Handeln war selbstverständlich
     
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Wie ist es dazu gekommen, dass Sie am Montag von dem Gasaustritt Kenntnis genommen haben?

Kimmerl: Wir hatten einen Auftrag im Thölauer Quellgebiet und sollten vorher noch bei der Feuerwehr in Marktredwitz etwas abholen. So kam es, dass wir durch die Thölauer Straße fuhren.

Krull: Wir bemerkten auf der Kreuzung Thölauer Straße und Bayreuther Straße einen starken Gasgeruch im Auto, dachten aber zuerst, es sei vielleicht eines dieser Erdgasautos vor uns gefahren, denn das riecht so ähnlich. Nach einigen Metern war der Geruch aber wie weggeblasen, da sind wir wieder umgekehrt, weil wir skeptisch wurden. Dann nahmen wir den beißenden Geruch wieder wahr. Wir haben gar nicht lange überlegt und sofort auf eigene Faust die Straße dort gesperrt und den Verkehr umgeleitet. Schon direkt nach dem Aussteigen haben wir ein Flimmern über dem Asphalt wahrgenommen und auch kleine Gasbläschen. Wir sind Experten in diesem Fach. Uns war sofort klar, dass irgendwo ziemlich viel Gas ausströmt.

War Ihnen das Ausmaß der Gefahr sofort bewusst?

Kimmerl: Naja, dass Explosionsgefahr herrscht, das wussten wir. Dass die Sache aber so groß war, das konnten wir beim besten Willen nicht ahnen. Wir wären sonst auch nicht so beherzt in die Nähe des ausströmenden Gases gegangen. Aber wir hätten doch nicht geglaubt, dass dort auf dem Asphalt sogar Einbruchgefahr herrschte.

Was haben Sie getan, nachdem Sie die Straße abgesperrt hatten?

Kimmerl: Wir haben direkt die Zentrale angefunkt, dann ging alles Knall auf Fall. Wir meldeten einen Gasrohrbruch, der Gasmeister der ESM in Selb wurde informiert, daraufhin die Polizei und die Feuerwehr. Kurz darauf wurde dann die komplette Straße dicht gemacht. Da ich selbst bei der Feuerwehr bin, ging auch mein eigener Alarm.

Wie fühlen Sie sich als „Retter der Stadt“?

Krull: Wir haben doch nur unsere Arbeit getan. Dafür wollen wir nicht in den Himmel gelobt oder ausgezeichnet werden. Dass wir auf den Gasgeruch so reagiert haben, war für uns eine Selbstverständlichkeit. Was uns beide aber sehr geärgert hat, war die Reaktion der Autofahrer, die wir aufgrund der Gefahr umgeleitet haben. Die meisten waren wirklich unhöflich, trotzig und uneinsichtig. Vielen war die große Katastrophe, die eine Explosion ausgelöst hätte, wohl gar nicht bewusst.

Interview: Heike Hampl

Fotos vom Gas-Alarm in Marktredwitz finden Sie in unserer Frankenpost-Online-Bildergalerie: HIER. 

    
    

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