zuletzt bearbeitet: 11.03.2010 20:55 Uhr
Text
Text
„Goldener Löwe“ ist in desolatem Zustand
Diskussion | Oberbürgermeister Wolfgang Kreil hofft auf eine Entscheidung des Stadtrates zum ehemaligen Gasthaus in der Ludwigstraße. Die Verwaltung braucht einen Auftrag.
Selb - Was wird eigentlich mit dem Gasthaus "Goldener Löwe" in der Ludwigstraße? Viele Selber glaubten nach den Diskussionen in den städtischen Gremien im vergangenen Jahr, sein Schicksal sei längst besiegelt: Abriss. Bislang hat sich jedoch noch nichts getan. Und auch Oberbürgermeister Wolfgang Kreil kann derzeit noch nicht sagen, wie es weitergeht. Denn diskutiert worden ist zwar über die zukünftige Nutzung des inzwischen maroden Gebäudes.
Nur eines fehle, klagt der Oberbürgermeister, ein Beschluss des Stadtrates, ohne den die Verwaltung aber nicht tätig werden kann.
Das alte Gebäude, das nun schon viele Jahre leer steht, sieht grauenvoll aus und ist sicherlich kein Renommee für die Stadt. Deshalb war ihr sehr daran gelegen, es in ihren Besitz zu bringen und den Schandfleck zu beseitigen. Das war aber nicht ganz so einfach wegen der lange Zeit ungeklärten Besitzverhältnisse. Doch auch diese Hürde wurde genommen, für 4 000 Euro wechselte es den Besitzer. "Ein Betrag, der keinesfalls zu hoch war", wie der Oberbürgermeister betont.
Neue Bedürfnisanstalt
Danach hätte es nach Meinung Kreils eigentlich vorangehen müssen, doch nichts hat sich getan. Denn nicht nur der Bau eines neuen Gebäudes mit einer öffentlichen Bedürfnisanstalt im Erdgeschoss und einem Archiv im ersten Obergeschoss wurde diskutiert, sondern auch der Erhalt des Gebäudes als Gasthaus.
Dem zweiten Vorschlag steht Kreil sehr kritisch gegenüber. Denn, um das Gebäude als Gasthaus zu erhalten, sind nach seiner groben Schätzung mindestens 250 000 Euro erforderlich. Zudem, so der Oberbürgermeister, wolle die Stadt kein Gasthaus betreiben, zumal das Angebot im Innenstadtbereich ausreichend sei.
Dagegen werde eine gut zugängliche und leicht erreichbare öffentliche Bedürfnisanstalt vermisst. Dafür würde sich das Gelände gut eignen, sagt Kreil, der auch darauf verweist, dass sich die Bedürfnisanstalt dann in unmittelbarer Nähe zum Bürgerpark befinden würde und gerade bei den großen Freiluftveranstaltungen im Stadtbereich sicher von großem Nutzen wäre. Ganz im Gegensatz zur Bedürfnisanstalt in der Entengasse, wo es immer wieder zu Vandalismus komme, wäre der Eingangsbereich der Bedürfnisanstalt in der Ludwigstraße einsehbar.
Er habe gedacht, für diesen Plan Zustimmung im Stadtrat zu finden. Doch weit gefehlt. Vielmehr sei noch ein Biergarten auf dem Gelände ins Gespräch gebracht worden. Doch auch dazu kommt ein deutliches Nein des Oberbürgermeisters. "Wir brauchen keinen öffentlichen Biergarten, auch hier ist das Angebot im Innenstadtbereich ausreichend." Was er sich vorstellen kann, ist die Errichtung eines Stellplatzes für einen Schankwagen mit allen erforderlichen Anschlüssen zum Bürgerpark hin.
Alternativen gegenüberstellen
Um die Diskussion erneut in Gang zu bringen, will Kreil prüfen lassen, was es kosten würde, wenn das bestehende Gebäude saniert und zur öffentlichen Bedürfnisanstalt ausgebaut würde. Dem sollen die Kosten für einen Abriss und kompletten Neubau gegenübergestellt werden.
Der Oberbürgermeister hofft, dass es danach noch in diesem Jahr eine Entscheidung im Stadtrat geben wird, "damit wir endlich handeln können."
Das wünschen sich auch viele Selber, denen der Anblick des heruntergekommenen Gebäudes ebenfalls missfällt.
Diesen Artikel
|
|||||
Die neuesten Kommentare
Schon erschreckend,von freierbuerger
(38) am 14.03.2010 23:41welche Nutzungsmöglichkeiten bei so einem Grundstück in einer absoluten Toplage in der Fussgängerzone in Erwägung gezogen werden!Toilettehaus mit Archiv, Freifläche oder Stellplatz für Frittenbude. Hallo!?! Es geht hier nicht um eine Parzelle in irgendeinem Gewerbegebiet weit draussen, sondern um ein innerstädtisches Filetgrundstück in Bestlage. Hat irgendeiner von der Stadt schon mal in Erwägung gezogen, ob nicht ein privater Investor Interesse daran hätte. Wenn dort nichts mehr geht, dann geht in Selb nirgends mehr was. Dieses kampflose Sichgehenlassen und Eine-Stadt-stirbt-Szenario beherrscht anscheinend das gesamte Handeln. |
(0)
|
öffentliches WC???von unbekannt am 12.03.2010 17:56Wieder ein Umschlagplatz für lichtscheues Gesindel wie am Grafenmühlweiher? Nein Danke. |
(0)
|
WC als Publikumsmagnet?von der_selber
(42) am 12.03.2010 16:51na vielleicht belebt ja dann das öffentliche WC die selber Ludwigstraße wieder wie in alten Zeiten
|
(0)
|
Was soll das den bitte?!?!von deimudder
(100) am 12.03.2010 14:28Also meiner Meinung nach ist das Gebäude ein wahrer Schandfleck. Sollte da wirklich ein öffentliches WC entstehen, dann kann ich mir jetzt schon ein Bild machen wie das in einem halben Jahr aussieht! Abreißen die Hütte und sich um wirklich wichtige Dinge kümmern, wie oben schon genannt- der Marienplatz beispielsweise. |
(0)
|
Sehr gute Nachfrage!!von freierbuerger
(38) am 12.03.2010 11:44Ich ging nach der Berichterstattung im letzten Jahr fest davon aus, dass der Umbau zum öff. WC und Archivraum im OG schon beschlossen ist. Auch am Marienplatz rührt sich seit längere Zeit überhaupt nichts mehr. Da sollte doch ein Kreisverkehr entstehen und die umliegende Häuser sollten renoviert werden. Die Weissenbacher Str. und die Marienstr. sollten doch auch aufgewertet werden. Hier wollte man doch nach meiner Erinnerung nur noch abwarten, was aus dem Investor wird, der die gesamte Häuserzeile gegenüber dem Selber Tagblatt aufkaufen wollte. Was ist daraus eigentlich geworden? Ich finde, dass hier die FP einige interessante Themen zur Nachfrage hätte. |
(0)
|
Ȇbersicht Selb
Kral macht sich Feinde
Rainer und Birgit König lassen den Lehrer und Polizeiermittler gegen die Russen-Mafia in Asch antreten. Am 27. Februar erscheint der dritte Band "Wildes Erwachen". »mehr
Stadträte streiten über Fotovoltaikanlage...
Die Firma EPP muss für ihre Bauten einen Tekturplan vorlegen. Das Landratsamt kritisiert Plan-Abweichungen.... »mehr
3,1 Prozent mehr in der Feinkeramik
Selb - Am späten Montagabend haben sich die IG Bergbau, Chemie, Energie und der Verband der Feinkeramischen Industrie in... »mehr
König schreibt schon an Folge vier...
Der gebürtige Mittelfranke hat eine ungewöhnliche Karriere hinter sich: Erst Seemann, dann Lehrer und jetzt Schriftstell... »mehr
Das könnte Sie auch interessieren
Party
Nachrichten
Sport
Gelesen
Kommentiert
Bewertet
Prospekte aus der Region
Magazine
Umfrage















































