zuletzt bearbeitet: 21.03.2010 18:30 Uhr
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Der Tanz auf dem Eis geht im Kopf weiter
Selb - Eishockey ist eine Party. Eine große Feier, die schon weit vor dem Stadion ihren Anfang nimmt. Für einige beginnt die Vorfreude schon zu Hause, vor dem Spiegel - mit dem Schminken. Blau-weiß, die Farben der Selber Wölfe. Das Trikot darüber gezogen, dann kann es los gehen.
Selb - Eishockey ist eine Party. Eine große Feier, die schon weit vor dem Stadion ihren Anfang nimmt. Für einige beginnt die Vorfreude schon zu Hause, vor dem Spiegel - mit dem Schminken. Blau-weiß, die Farben der Selber Wölfe. Das Trikot darüber gezogen, dann kann es los gehen.
Auf dem Weg zur Eishalle treffen sich die ersten Gleichgesinnten. Fachsimpeln: Wie sind die Wölfe drauf? Wie stark sind die Miesbacher? Wie stehen die Chancen, denn immerhin treffen die beiden besten Teams der Liga aufeinander.
Vor dem Stadion: Die Stimmung wird ausgelassener. Geduldig wartet man in der Schlange, vorbei an Polizei und Sicherheitsdienst, rein in die fast schon heiligen Hallen. Schnell noch zum Versorgungsstand. Ein Bier geht, das Spiel dauert lang genug. Ein Paar Wiener kann nicht schaden. Dann rauf in den Block, ein Ozean aus Blau und Weiß. Auf dem Eis laufen sich derweil die Teams warm. Ein Blick in die Runde zeigt Zuversicht: Heute ist alles möglich.
Schon laufen die Mannschaften ein, der Fanblock hat sich in ein Meer aus Wunderkerzen verwandelt. Der Stadionsprecher wird zum Zeremonienmeister, die Eishockeycracks zu modernen Gladiatoren.
Und endlich beginnt das Spiel, der Blick bleibt auf das Eis gerichtet, folgt der kleinen schwarzen Scheibe. Schuss aufs Miesbacher Tor, die Menge reißt die Arme nach oben. Ein Raunen geht durch den Block. Der Keeper steht da, wo er soll, hat gehalten.
"Auf geht's Wölfe, kämpfen und siegen", skandieren die Fans. Trommeln und Fanfaren geben den Rhythmus vor. Auf dem Eis wird es ruppig. "Gewalt erzeugt Gegengewalt" singen die "Ärzte" aus den Stadionlautsprechern. Musik ist beim Eishockey das Salz in der Suppe. Für jede Gelegenheit der passende Titel, ganz egal ob Schlager oder Rock.
Pfiff vom Schiedsrichter: Ein Gegner muss auf die Strafbank. Mit der Wucht von rund 2000 Selber Kehlen erfährt der Miesbacher, was die Porzellanstädter von ihm halten. Nichts was man reinen Gewissens schreiben könnte, doch im Eishockey ist offenbar kein Platz für Sentimentalitäten.
In den Drittelpausen bleibt ein wenig Zeit zum Verschnaufen. Mit dem Nachbarn wird kurz das bisherige Spiel analysiert. Viele folgen mit den Blicken der Eismaschine, die beruhigend ihre Kreise zieht.
Nach gut zweieinhalb Stunden ist die Party erst einmal vorbei. Die Massen strömen aus der Eishalle, raus auf die Straße. Der Verkehr kommt nur im Schritttempo voran. Die Gespräche drehen sich natürlich um verpasste Chancen, um kuriose oder umstrittene Schiedsrichterentscheidungen und das nächste Match. Der Tanz auf dem Eis geht in den Köpfen weiter.
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