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Lob zum Geburtstag der" Selber Dienste"

Warenhaus | Der Umsatz passt, die Mitarbeiter sind motiviert.
Von Silke Meier

Selb - Die "Selber Dienste", das ist ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt für Langzeitarbeitslose. Sie arbeiten gemeinnützig und nicht gewinnorientiert und werden gefördert von den örtlichen Arbeitsgemeinschaften, der Bundesagentur für Arbeit, dem Freistaat Bayern, sowie mit Zuschüssen aus den Europäischen Sozialfonds und des Bundes.

Angeboten werden Sozialdienstleistungen wie Umzüge und Möbeltransporte und Umweltdienstleistungen, vor allem für Arbeitssuchende, Bedürftige, Sozialämter, gemeinnützige Einrichtungen und Vereine. Träger der Selber Dienste ist das Deutsche Erwachsenen-Bildungswerk (DEB) .

In Selb wird das Gebrauchtwarenhaus in der Friedrich-Ebert-Straße mit preiswerten Gebrauchtmöbeln, Elektrogeräten und Dekorationsartikeln geführt. Die Mitarbeiter holen gebrauchsfähige Möbel und Hausrat kostenlos ab, bewerkstelligen Umzüge für Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose und entrümpeln wertstofforientiert mit einer Rückführung der Materialien in verschiedene Recyclingwege.

DEB-Projektleiter Werner Müller zog nun, nach dem zweiten Geschäftsjahr, in dem die Dienste mittlerweile betrieben werden, eine Bilanz. In einem Pressegespräch erklärte er, dass der Arbeitsmarkt in Selb grundsätzlich struktureller Brennpunkt sei. Die Wirklichkeit im zweiten und dritten Arbeitsmarkt werde seitens der Politik nicht abgebildet.

Tatsächlich hätten Menschen, die auf die Unterstützung von Hartz IV angewiesen sind, ohne Fördermaßnahme keine oder wenig Perspektiven, so Müller. Die Beschäftigungsmaßnahmen bei den Selber Diensten seien auf sechs Monate begrenzt, eine einmalige Verlängerung sei möglich.

Ebenso berichtete Bernd Ott, Betriebsleiter der "Selber Dienste", wie dankbar die Menschen für diese Maßnahme sind. "Mangels Alternativen wissen die Leute diese 1,50 Euro-Jobs zu schätzen". Häufig fragen die Interessenten von sich aus bei den Fallmanagern nach, ob sie im Gebrauchtwarenhaus einer Beschäftigung nachgehen könnten, so Ott.

Viel Lob gab es bei dem Pressegespräch für die Teilnehmer in Selb: Sie hielten länger durch und gäben seltener auf als andernorts. Die Quote derer, die den Sprung in den freien Arbeitsmarkt schaffe, liege mit zehn Prozent etwas über dem Durchschnitt.

Zwei Pluspunkte sehen der Geschäftsführer der ARGE Grundsicherung für den Landkreis Wunsiedel und Tirschenreuth Nord, Hans Plank, und ARGE-Fallmanager Eduard Wedlich im Selber Gebrauchtwarenhaus. Zum einen biete das Kaufhaus Arbeitswilligen die Gelegenheit, "in die Spur zu kommen". Andererseits könnten gebrauchte Möbel, Dekoartikel für den Wohnbereich und Elektrogeräte zu einem sehr günstigen Preis erworben werden.

Der Bedarf an den Waren sei von der ersten Stunde an dagewesen, das Kaufhaus habe sich schnell etabliert, Anlaufschwierigkeiten habe es keine gegeben. Die hohe Spendenbereitschaft der Bevölkerung werde dankbar anerkannt.

Abschließend verwies Bernd Ott auf die sozialpolitische Begleitung, die ein wesentlicher Bestandteil der Qualifizierungsmaßnahme sei. Hier würden Probleme bearbeitet, die auf dem ersten Arbeitsmarkt ein Hindernis sein könnten. "Die Erfolge, die hier erreicht werden, spiegeln sich in der Quote nicht wider." In der Belegschaft sieht Ott Menschen, die Unterstützung bräuchten und ohne die das Warenhaus nicht betrieben werden könnte. Und auch die Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Kaufhaus.

Im vergangenen Jahr wurden 1400 Lkw-Einsätze mit gesamt 23 576 Kilometern gefahren und über 3000 Geschäftsvorgänge registriert.

    
    

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