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Praxistest: Martin Schöffel lässt sich abseilen

CSU | Der Arbeitskreis Zukunft informiert sich auf Burg Hohenberg über die jetzt anerkannten Lehrerfortbildungen im Erlebnispädagogischen Zentrum.
  • fpst_seil_231009 Martin Schöffel lässt sich von der Burg Hohenberg abseilen.
     
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Hohenberg - Das Thema des vom Landtagsabgeordneten Martin Schöffel organisierten Treffens lautete "Bildungsregion Fichtelgebirge". Wichtigster Punkt dabei war die Mitteilung Schöffels, dass hier in Zukunft vom Kultusministerium anerkannte Lehrerfortbildungen in den Bereichen Förderung von Persönlichkeitsentwicklungen, Sozialkompetenz und Wertebildung stattfinden können. Die Initiative dazu ging von Schöffel und von Stephan Müller, Sozialpädagoge beim Erlebnispädagogischen Zentrum Nordbayern (EPZN), aus.

Als Einstieg in den Abend ließ sich Schöffel vom Team des EPZN über die Burgmauer abseilen und war sichtlich erleichtert, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

In der Diskussionsrunde stellte Stephan Müller zunächst die Arbeit des EPZN vor. Die Erlebnispädagogik sei uralt und jahrhundertelang der normale Weg gewesen, Kinder zu erziehen und auf das Leben vorzubereiten. Dabei sei hauptsächlich die Natur und nicht der Computer oder der Fernseher das Freizeitfeld gewesen.

Heute werde Kindern immer mehr die Möglichkeit genommen, ihren eigenen Bewegungsdrang zu entwickeln und damit ihre Fähigkeiten und Grenzen einzuschätzen. Veränderte Familienstrukturen und Medienkonsum führten oft dazu, dass Kinder auf Knopfdruck unterhalten würden. Kommunikations- und Kompromissfähigkeit würden darunter sehr stark leiden.

"Die Antwort auf den gesellschaftlichen Wandel muss der Ausbau von Ganztagsschulen, eine stärkere individuelle Förderung der Kinder und die Vermittlung von Werten sein. Es geht um eine Bildung, die mehr ist als Wissen und Können, eine Bildung, die immer auch Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung umfasst", zitierte Müller den Bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle.

Dieses Mehr stelle er in das Zentrum seiner Arbeit, fuhr Müller fort. Erlebnispädagogik habe sehr viel mit Wertepädagogik zu tun. Werte wie Respekt und Achtung bei Konfliktlösungen, aber auch Vertrauen, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit seien bei den gemeinsamen Aktivitäten allgegenwärtig.

Beim Floßbau, der Abenteuerrallye, im Hochseilgarten und beim Bogenschießen würden alte Denkmuster und Handlungsstrukturen abgelegt und neue ausprobiert. Ziel sei es, Erfahrungen, die die Gruppe oder der Einzelne gemacht hätten, in den Schulalltag zu transferieren.

Auf Qualität und Sicherheit bei allen Aktionen und eine intensive Vor- und Nachbesprechung der Klassenfahrt wird beim EPZN sehr großer Wert gelegt. Dadurch entsprächen die Angebote auch den rechtlichen Vorgaben für Aufenthalte in Schullandheimen und Klassenfahrten. Manches aus der Erlebnispädagogik könne auch von Lehrern selbst im Schulalltag umgesetzt werden.

Deshalb biete das EPZN in der Burg Hohenberg auch berufsbegleitende Fortbildungslehrgänge an, in denen grundlegendes Handwerkszeug in Theorie und Praxis vermittelt werde.

Dass das Angebot des EPZN voll im Trend liege, zeige sich auch darin, dass mittlerweile Schulklassen bis aus Stuttgart ihre Klassenfahrten nach Hohenberg machen.

Schöffel betonte, dass man auch im Kultusministerium auf eine nachhaltige, auf Werte ausgerichtete Erziehung der Persönlichkeit setze. Klassenfahrten müssten nicht zwangsläufig ins Ausland führen. Er sehe in den Aktivitäten des Erlebnispädagogischen Zentrums Nordbayern einen weiteren Baustein auf dem Wege zur Bildungsregion Fichtelgebirge und werde sich dafür einsetzen, dass vor allem auch einheimische Schulen dieses Angebot nutzten. ba

    
    

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