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Schauspieler reisen von Berlin nach Selb

Am nächsten Donnerstag beginnen die bereits 39. Grenzlandfilmtage. Dabei werden die Protagonisten des Eröffnungsfilms zu Gast sein. Vier Tage lang gibt's starke Streifen.

Von Tamara Pohl
  • In der Hauptgeschäftsstelle der Selber Sparkasse sind bereits Plakate und Fotos der Grenzlandfilmtage in einer Ausstellung zu sehen. Daran gearbeitet haben unter anderem (von links) Ralf Franke, Dagmar Franke und Anna Schwarzmeier vom ausrichtenden Verein. Foto: Silke Meier
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Selb - Ein bisschen Festivalluft schnuppern kann man in Selb schon jetzt. In der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse ist die traditionelle Ausstellung vor der Eröffnung der Internationalen Grenzlandfilmtage zu sehen. Das neue Plakat hängt dort ebenso wie Fotos aus den vergangenen Jahren. Das Filmfestival findet heuer immerhin zum 39. Mal statt, wie immer in der Woche nach Ostern, vom 31. März bis 3. April. Und es wird seinen Fokus verstärkt auf Werke aus Ungarn, Polen und Weißrussland legen. Das kündigt Dagmar Franke an, die Vorsitzende des Vereins Grenzlandfilmtage.

"Wir wollen unsere Ausrichtung nach Osten wieder verstärken", sagt sie - und freut sich deshalb umso mehr, dass in diesem Jahr zum ersten Mal ein entsprechender Preis durch die Stadt Selb für den besten osteuropäischen Film verliehen werden soll. Die Auszeichnung wird übrigens wie gewohnt im Brauhaus stattfinden, das kürzlich den Besitzer gewechselt hat. "Ich freue mich, dass die Kooperation klappt", sagt Dagmar Franke.

Viele Monate haben die ehrenamtlichen Helfer darauf verwendet, die über 300 eingereichten Filme zu sichten. "Das ist eine stattliche Zahl", findet Dagmar Franke. "Es ist ein anspruchsvolles Programm geworden, die Filme behandeln vielschichtige Themen." Darunter den ersten Kuss ("Mi primer beso"), Rassismus ("Aussteig rechts"), das Spannungsfeld zwischen Familie und Beruf ("Unterdruck"), Behördenwahnsinn ("Vater werden"), Probleme an der deutsch-tschechischen Grenze ("Das richtige Leben") und das Erwachsenwerden ("Sad Monsters)", um nur einige Beispiele zu nennen.

Ins Programm geschafft haben es nach vielen Diskussionen der Organisatoren acht Lang- und drei Kurzspielfilme, acht Dokumentationen und 31 Kurzfilme. Letztgenannte sind in drei Blöcken unter den Titeln "Sinneswandel", "Kinder, Arbeit und andere Entscheidungen" und "Fenster nach Osten" zu sehen, sowie vor den Langfilmen. Die elf Kinderfilme laufen unter anderem bei einer Sondervorstellung für "Zukunft Kinder", die dann auch gleich ihren Lieblingsstreifen küren werden. Neben den Filmen für Kinder gibt es auch einen von Kindern: "Drei Wünsche von Handloh" begleitet Mädchen und Jungen, die einen Bruder oder eine Schwester verloren haben oder sterbend wissen, beim Herstellen eines eigenen Trickfilms.

Keine ganz leichte Kost ist auch der Eröffnungsfilm, das deutsche Fantasy-Drama "Im Spinnwebhaus". Darin versucht der zwölfjährige Jonas sich um seine Geschwister zu kümmern, nachdem die Eltern diese verlassen haben. Der Film ist von Maria Eibl-Eibesfeldt, die man schon von den Hofer Filmtagen kennt. Er wird am 30. März seine Kinopremiere in Berlin feiern. Am 31. März - zum offiziellen Kinostart - werden die Protagonisten nach Selb kommen. "Sie haben zugesagt", freut sich Dagmar Franke.

Samstag- und Sonntagnachmittag steht dann die Heimat im Fokus: Im Regionalprogramm zeigen die Festivalmacher drei Werke aus der Gegend zwischen Passau und Flossenbürg. Unter anderem das Drama "Rauhnacht" der Weidener Regisseurin Kathrin Stahl - eine zynische Parabel auf die Flüchtigkeit des Glücks. "Sie hat bei uns auch schon ihren Film ,Letzte Ausfahrt Weiden-Ost' gezeigt", erinnert sich Dagmar Franke. Philipp Wagners "S' Lichtl" ist bereits preisgekrönt; der Schwarzweißfilm erzählt eine Sage, Drehort war das Freilichtmuseum Finsterau. Und Bettina Büttner legt mit "Die fremde Frau - Winterreise nach Flossenbürg" einen Dokumentarfilm über das Leben in dem Ort vor.

Auch Empfehlungen der osteuropäischen Partnerfestivals sind zu sehen, also vom polnischen "Podlasie in Attack" und "Short Film Festival ZubroFFka" sowie dem ungarischen "Jameson CineFest Miskolc International Film Festival" und - ganz neu - dem "Cinema Perpetuum Mobile" aus dem weißrussischen Minsk. Deren Lieblingsfilme werden am 1. April von 11 Uhr an im Selber Jam - Haus der Generationen bei einem Buffett kostenlos gezeigt. 90 Minuten Kurzfilmfreuden sind garantiert, dazwischen kann man auch einen Happen essen. "Das geht querbeet, von heiter bis ernst", beschreibt Dagmar Franke die Tipps der osteuropäischen Partner, die auch ihre Lieblingsfilme aus Frankreich, den Niederlanden und den USA nach Selb schickten.

Angst vor Sprachbarrieren braucht aber niemand haben. "Wir haben die Filme so ausgewählt, dass man sie mit Schulenglisch verstehen kann", verspricht Dagmar Franke. Untertitel helfen auch bei russischen oder polnischen Werken. Und inhaltlich sind die Filme "aus dem Leben gegriffen". "Ich freue mich auf internationale Gäste, auf einheimische aber ebenso." Etwa 1300 bis 1400 Zuschauer kommen jedes Jahr zu den Grenzlandfilmtagen.

Im kommenden Jahr vielleicht sogar noch mehr, denn dann gilt es einen "runden Geburtstag" zu feiern, die 40. Grenzlandfilmtage also. Allerdings: "Wir liegen jetzt in den letzten Zügen zur Vorbereitung des 39. Festivals. An das 40. denken wir noch nicht", sagt Dagmar Franke.

Ich freue mich auf internationale Gäste, auf einheimische aber ebenso.

Dagmar Franke

 
Filmfestival beschränkt sich nicht auf die Kinosäle

Donnerstag, 31. März: Um 17.45 Uhr beginnt die Finissage der Ausstellung in der Sparkasse. Um 18.30 Uhr gibt es im Kino einen Sektempfang, um 19 Uhr läuft im Saal 1 der Eröffnungsfilm "Das Spinnwebhaus". Danach gibt es Filme bis Mitternacht in den drei Kinosälen.

Freitag, 1. April: Das "Best off" der Partnerfestivals aus Polen, Ungarn und Weißrussland ist von 11 Uhr an bei freiem Eintritt im Jam - Haus der Generationen zu sehen. Im Kino beginnen die Vorführungen um 14.45 Uhr.

Samstag, 2. April: Um 13.30 läuft der erste Film im Kino, um 21 Uhr beginnt die Filmtageparty mit der Band Hot Staff im Heinrich's im Factory In.

Sonntag, 3. April: Um 9 Uhr fängt das Filmtagefrühstück im Brauhaus an, um 11 Uhr steht die Preisverleihung auf dem Programm. Im Kino gibt es ab 14 Uhr die Siegerfilme nochmal zu sehen.

Das vollständige Programm liegt als Flyer unter anderem im Selber Kino und der Sparkasse aus, es steht auch zum Download bereit:

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www.grenzlandfilmtage-selb.de

    
    

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