zuletzt bearbeitet: 05.11.2008 20:28 Uhr
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Travis Truitt: Obama lag in seiner Gunst knapp vorne
Schönwald – Travis Truitt ist Musiker, er macht Country-Musik. In Fan-Kreisen in ganz Europa ist er beliebt. Er ist aber auch Amerikaner, für den in der Nacht zum Mittwoch eine wichtige Entscheidungen gefallen ist. Er und seine Landsleute haben einen neuen Präsidenten gewählt: Und der heißt Barack Obama.
Nein, dem Wahlergebnis regelrecht entgegen gefiebert hat Truitt nicht. Den Amerikaner, der 1986 erstmals als Soldat nach Deutschland gekommen war und seit 1990 in Schönwald lebt, hat die Wahl des 44. amerikanischen Präsidenten aber auch nicht kalt gelassen. „Natürlich habe ich mit meinen Kumpels darüber diskutiert, denn erstmals stand ja ein Farbiger zur Wahl.“ Und Barack Obama, der neue Präsident, lag „mit einem Punkt Vorsprung“ in der Gunst von Travis Truitt vorne, bekennt er im Gespräch mit dem Selber Tagblatt.
Der 42 Jahre alte Country-Musiker stammt aus dem Bundesstaat Kansas, aus der Stadt Neodesha. Der Staat war viele Jahre ein zuverlässiger Teil der republikanischen Machtbasis zwischen Rocky Mountains und Mittlerem Westen. Und so verwundert es nicht, dass Truitt von beiden Kandidaten, also auch dem unterlegenen Repub-likaner John McCain, respektvoll spricht. Beide hätten Stärken und Schwächen. Und deshalb sei es nicht fair, wenn man den einen als alten und den anderen als schwarzen Mann versuche zu diskreditieren. „Das ist mir zu dreckig“, sagt Travis. Und dennoch bekennt er, dass ihm John McCain zu militärisch angehaucht sei und nach seinem Dafürhalten auch nicht der richtige Mann ist, um die Finanzkrise, die ja ihren Anfang in Amerika genommen hat, in den Griff zu bekommen.
Barack Obama fehle noch ein wenig Erfahrung, er sei ja aber auch erst 47 Jahre alt. Davon aber ist der Musiker überzeugt: „Obama wird ein exzellenter Außenpolitiker werden und alles in seiner Macht stehenden tun, um der Finanzkrise Herr zu werden.“ Aus diesen beiden Gründen habe er in seiner Gunst auch einen Punkt Vorsprung vor McCain gehabt.
Von Obama erhofft sich Truit in erster Linie eines: „Amerika soll wieder an Bedeutung gewinnen.“
Auf die Frage, wie er den Dienstagabend und die Nacht der Wahlentscheidung verbracht hat, antwortet Truit ganz gelassen. Natürlich habe er im Fernsehen die Nachrichten aus Amerika verfolgt, „aber nur so lange, bis es Zeit war, ins Bett zu gehen.“ Einmal habe er nachts nochmal den Fernseher eingeschaltet und die neuesten Meldungen gehört. „Aber die ganze Nacht wollte ich mir doch nicht um die Ohren schlagen.“
Nein, Kontakt hatte er gestern Nachmittag nach Amerika noch nicht. „Meine Eltern werden erst in zwei Stunden von der Arbeit nach Hause kommen“, sagte er, als wir mit ihm telefonierten. Und die Musikerkollegen, die hat er auch noch nicht erreicht. Denn die sind derzeit in Belgien unterwegs und „nicht so früh auf den Beinen“.
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