zuletzt bearbeitet: 01.09.2010 17:34 Uhr
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Wie ein Sechser im Lotto
Die Sanierung der Turnhalle läuft derzeit auf Hochtouren. Die Maßnahme wird durch das Konjunkturpaket II zu 90 Prozent gefördert. Die Fertigstellung wird vielleicht ein Weihnachtsgeschenk.
Schönwald - "Es ist wie ein Sechser im Lotto, dass wir mit der energetischen Generalsanierung unserer Turnhalle in das Konjunkturprogramm II von Bund und Land aufgenommen wurden", freut sich Bürgermeister Robert Frenzl und betont im Gespräch mit dem Selber Tagblatt, dass die Maßnahme mit dem Höchstfördersatz von 90 Prozent bezuschusst werde. Die Bauarbeiten an der Halle laufen auf Hochtouren, und vielleicht steht sie - als Weihnachtsgeschenk sozusagen - der Schule und den örtlichen Vereinen ab Dezember wieder zur Verfügung.
Wie Frenzl betont, habe sich die Stadt im März 2009 mit der Maßnahme erfolgreich für die Aufnahme in das Konjunkturpaket II beworben und bereits im Oktober den Bewilligungsbescheid von der Regierung erhalten. Demnach werden auf 1 505 424 Euro förderfähige Kosten 1 354 800 Euro (90 Prozent) Zuschuss gewährt, 1 129 000 Euro vom Bund und 225 800 Euro vom Land.
Die Gesamtkosten seien bei der Antragstellung auf 2 073 000 Euro geschätzt worden, sodass von der Stadt circa 700 000 Euro zu finanzieren gewesen wären, so Frenzl. Deshalb habe der Stadtrat Ende 2009 noch Einsparungen beschlossen. Somit werde derzeit von einer Bausumme von 1 800 000 Euro ausgegangen, wobei gute 400 000 Euro nicht förderfähig seien und bei der Stadt "hängen bleiben".
Der erste Auftrag sei noch vor dem letzten Winter vergeben worden, nämlich die Erneuerung von Fenstern. Seit dem Frühjahr laufen die Baumaßnahmen im vorgegeben Zeitrahmen. Nach der Generalsanierung werde laut Bürgermeister eine Energieeinsparung von rund 40 Prozent erwartet.
Beachtliche Aufträge
Die Maßnahme, freut sich Frenzl, bedeute für das heimische Bau- und Baunebengewerbe beachtliche Aufträge, denn die bisher vergebenen Gewerke in Höhe von 1 007 000 Euro seien alle an Firmen in Hochfranken gegangen, die Hälfte davon aus Selb/Schönwald. Doch ohne die Zuschüsse von Bund und Land wäre diese umfangreiche und in dieser Höhe auch erforderliche Sanierung der 30 Jahre alten Halle nicht möglich gewesen, so Frenzl.
Der mit der Maßnahme betraute Architekt, Peter Wolfrum aus Selb, weist darauf hin, das von der Halle eigentlich nur noch der Rohbau übriggeblieben ist, alles andere wird erneuert beziehungsweise generalsaniert. Glücklicherweise seien inzwischen "das Hauptdach drauf und die Fenster drin, sodass jetzt verstärkt im Inneren gearbeitet werden kann".
Die Maßnahme umfasse neben der allgemeinen Baustelleneinrichtung, den Baumeister- und Gerüstarbeiten auch umfangreiche Tätigkeiten von Dachdeckern und Klempnern, Fliesen-, Platten- und Estrichlegern. Tischler Maler und Lackierer sowie Schlosser seien ebenfalls im Einsatz. Auch der gesamte Hallenboden werde abgebrochen und durch einen neuen Sportboden ersetzt. Umfangreich gestalteten sich die Trockenbauarbeiten, da aufgrund des Austauschs der Trapezbleche auch die Decken in der Halle und den Nebengebäuden abzubrechen sind und durch neue Akustikdecken ersetzt werden.
Im Rahmen der Haustechnik erfolgt eine Komplettsanierung der Nassräume sowie eine Erneuerung der verschlissenen Abwasser- und Wasseranlagen. Ferner wird eine Solaranlage zur Unterstützung der Warmwasserbereitung eingebaut. Ebenfalls erneuert wird die gesamte Heizungs- und Lüftungstechnik. Hierzu werden die alten Kessel im Schulhaus durch neue Brennwertgeräte ersetzt, die dann die Versorgung der Turnhalle mit übernehmen. Beheizt wird die Sporthalle durch ballwurfsichere Deckenstrahlplatten. Die Be- und Entlüftung kann großteils über die Fensterflächen erreicht werden. Natürlich sind auch umfangreiche Elektroinstallationen notwendig. Abschließend werden neue Sitzschalen eingebaut, und der Gebäudeumgriff wird hergerichtet. Die Fassade erhält ganzflächig ein Wärmedämmverbundsystem, wobei nicht brennbare Dämmplatten aus Mineralwolle eingesetzt werden. In diesem Punkt gibt es laut Wolfram derzeit ein Problem, da spezielle Abfanganker eingearbeitet werden müssen, um den neuen Vollwärmeschutz an die bestehende Mauer befestigen zu können
Die Kosten für die nahezu neue Halle, ergänzt Frenzl, würden durch Eigenleistungen noch abgefedert.
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