zuletzt bearbeitet: 10.02.2008 18:27 Uhr
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„Mancher Urlauber würde länger bleiben“
Interview | Der stellvertretende Direktor des Nürnberger Zoos über die Chancen eines Bärenparks in Wunsiedel
Wunsiedel – Für den Bau eines Bärenparks in Wunsiedel will sich nun auch Bundestagsabgeordnete und Landrats-Kandidatin Petra Ernstberger einsetzen. Zusammen mit SPD-Kreisvorsitzendem Heinz Martini war sie deshalb vor wenigen Tagen im Nürnberger Zoo und hat sich über Bärenhaltung informiert. Wir haben mit dem stellvertretenden Direktor des Nürnberger Tierparks, Helmut Mägdefrau, gesprochen.
Petra Ernstberger hat mitgeteilt, dass der Zoo auf sein Braunbärengehe verzichten würde, wenn in Wunsiedel ein Bärenpark entsteht.
Helmut Mägdefrau: Das sind bisher rein interne Überlegungen und keine offiziellen Absichten. Wir haben in Nürnberg derzeit ein altes Braunbärenweibchen. Da muss man sich natürlich fragen, wie es weitergeht, ob man die Braunbären vielleicht überhaupt aufgibt.
In Wunsiedel gibt es Pläne für ein Gehege mit Wölfen. Würden sich Bären und Wölfe auch miteinander halten lassen ?
Das ist durchaus möglich, wenn im Gehege ausreichend Platz vorhanden ist.
Wie groß muss dieser sein?
Der ist davon abhängig, wie viele Tiere gehalten werden sollen. Aber mit 3000 bis 4000 Quadratmeter sollte man mindestens rechnen. Wichtig ist, dass die körperlich unterlegenen Wölfe eine Rückzugsmöglichkeit besitzen. Die lässt sich leicht schaffen, indem man einen Teil des Geheges abtrennt und mit einem so engen Durchschlupf versieht, dass nur der Wolf durchpasst.
Falls in Wunsiedel ein Gehege gebaut werden sollte: Wo könnte die Stadt Bären kaufen ?
Bären sind in vielen Zoos keine Mangelware, fast alle Zoos haben genügend Nachwuchs. Auch alte Tanzbären aus dem Zirkus gibt es in größerer Zahl.
Frau Ernstberger teilte mit, dass der Nürnberger Zoo Wunsiedel fachlich beistehen würde.
Das ist für uns, wie übrigens für alle derartigen Einrichtungen, selbstverständlich. Das Konkurrenzdenken ist mittlerweile in den Hintergrund gedrängt worden. Tierparks und Zoos arbeiten in der Regel zusammen und unterstützen sich gegenseitig.
Welches sind die größten Fehler, die Wunsiedel bei der Planung eines Wolf-Bären-Geheges begehen kann ?
Die Wunsiedler sollten die Erwartungshaltung nicht zu hoch schrauben. Sie müssen sich darüber bewusst sein, dass Tierparks in der Regel Zuschussbetriebe sind.
Halten Sie die Beschränkung auf wenige Tierarten, wie sie in Wunsiedel vorgesehen ist, für sinnvoll ?
Warum nicht. Es sind viele Arten der Spezialisierungen denkbar. In Innsbruck gibt es etwa einen Alpenzoo. Darin leben ausschließlich Tiere aus dem Alpenraum. Warum sollten in Wunsiedel nicht Tiere aus dem Mittelgebirgsraum gezeigt werden. Ein Gehege für Wölfe halte ich allein aus pädagogischen Gründen für sinnvoll, da man die Menschen auf dieses Tier vorbereiten sollte. Der Wolf steht in den Startlöchern und wird das Fichtelgebirge eines Tages wieder besiedeln. Und Bären sind für viele Menschen Sympathieträger.
Welchen Gewinn hätte Wunsiedel von einem Gehege ?
Auf jeden Fall würde es Stadt und Region bekannter machen. Ich könnte mir vorstellen, dass mancher Luisenburg-Gast seinen Urlaub im Fichtelgebirge verlängern würde, wenn es einen derartige Attraktion gibt. Interview: M. Bäu.
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