zuletzt bearbeitet: 05.03.2010 20:45 Uhr
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Bauernverband hat mit Amflora nichts am Hut
Reizthema | Präsident Werner Reihl rät seinen Kollegen, die Finger von gentechnisch veränderten kartoffeln zu lassen.
Wunsiedel - Beim Mais ist es die Sorte "Mon 810". Bei der Kartoffel ist es "Amflora". Beide Pflanzen sind gentechnisch verändert und für Gegner ein Reizthema. "Amflora" darf nun angebaut werden, wie die Europäische Kommission am Dienstag entschieden hat. Erstmals seit zwölf Jahren wurde damit wieder eine gentechnisch veränderte Pflanze für den kommerziellen Anbau zugelassen. "Amflora" stelle keine Gefahr für Menschen, Tiere und die Umwelt dar, sagt der zuständige EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli.
Die Gen-Kartoffel ist nicht zum Verzehr bestimmt, sondern ist ein Stärkelieferant für die Papier- und Klebstoffindustrie. Trotzdem stehen Landwirte, Verbraucher-, Natur- und Umweltschützer der Zulassung kritisch gegenüber - auch im Landkreis Wunsiedel. "Dass Amflora zugelassen worden ist, macht keinen Sinn", sagt der Präsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV) für Oberfranken, Werner Reihl. Denn mittlerweile gebe es Kartoffelsorten, die nicht gentechnisch verändert seien, aber dennoch genauso viel oder sogar noch einen höheren Ertrag als "Amflora" brächten. "Das sind ganz normale Liniensorten, gegen die nichts auszusetzen ist", sagt Reihl im Gespräch mit der Frankenpost.
Generell halte der BBV nichts vom Anbau gentechnisch veränderter Sorten. "Für uns gilt: Was der Verbraucher nicht will, bauen wir auch nicht an", betont der Bauernpräsident. "Das ist für uns überhaupt kein Thema." Gerade erst sei er mit dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, zusammen gewesen. Er habe von großen Stärkefabriken in Süddeutschland berichtet, die versichert hätten, Landwirte mit gentechnisch veränderten Kartoffeln nicht durch ihr Werkstor zu lassen.
"Natürlich gibt es Firmen, die ausschließlich ihre finanziellen Interessen verfolgen und einen schnellen Euro machen wollen", sagt Werner Reihl. Er jedoch rate allen seinen Kollegen: "Lasst die Finger davon!"
Als einen "politischen Kniefall vor der BASF" bezeichnet der Geschäftsführer des Bundes Naturschutz (BN) im Landkreis Wunsiedel, Karl Paulus, die Brüsseler Entscheidung. Bereits vor 13 Jahren hatte der Biochemie-Konzern die Zulassung von "Amflora" beantragt un d nun angekündigt, die Gen-Kartoffel noch in diesem Jahr anzubauen. Paulus sagt, er könne die Landwirte nur davor warnen, hier mitzumachen. "Denn dann begeben sich die Bauern in die Hand großer Konzerne, die versuchen, den Fuß in die Tür zu bekommen." Die Industrieriesen arbeiteten mit "sämtlichen Tricks". Und wenn eine Entwicklung in Richtung gentechnisch veränderter Agrar-Pflanzen eingeleitet sei, dann sei diese nicht mehr rückgängig zu machen.
"Noch einmal: Wir warnen massiv vor dieser Entwicklung", betont Karl Paulus. Die Landwirtschaft in der Bundesrepublik sei ohnehin schon in Gefahr. Und wenn die Bauern Leibeigene der Großkonzerne würden, seien die Folgen für die bäuerliche Landwirtschaft und die Kulturlandschaft nicht mehr absehbar.
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Die neuesten Kommentare
Monsanto - das schreckliche Imperiumvon honkytonky am 06.03.2010 08:39Liebe Leute, dieses von vielen als Kleinigkeit empfundene Gesetz - durchgewinkt von einer bayerischen CSU- Verbraucherministerin(!!!) hat - wie oben schon geschildert - schreckliche Folgen. Ich kann nur jedem Bauern raten auf diesen 'Dreck' zu verzichten und das Saatgut aus der Hand von Mutter Natur zu nehmen. Wenn wir uns flächendeckend auch noch mit genetisch verändertem Pflanzgut eindecken, werden wir nicht nur abhängig (siehe USA - wo es schon Realität ist), sondern riskieren die Volksgesundheit für kommende Generationen. Haut den Genmanipulatoren ihr Giftzeug vor die Füße!!! |
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Amflora - Sondermüllvon reader am 06.03.2010 07:38Wo transgene Pflanzen angebaut werden, sammeln die Bienen Nektar und Pollen und besuchen danach auch die traditionellen Pflanzen, bzw. tragen Nektar und Pollen in ihren Vorratsspeicher. Da laut Gesetz im Honig - andes als in anderen Lebensmitteln Null-Toleranz gegenüber gentechnisch veränderten Anteilen besteht, kann man den Honig nicht verkaufen, sondern muss ihn als Sondermüll auf entsprechenden Deponien entsorgen. Das ist das Ende jeder Imkerei und damit auch das Ende von ca. 80 % aller Kulturpflanzen, die auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen sind.(siehe Urteil einer Augsburger Richterin 2008.) Wo soll das hinführen? |
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