zuletzt bearbeitet: 03.09.2007 02:02 Uhr
Text
Text
Bekenntnis zur Menschenwürde
Mehr als 400 Menschen besuchten am Samstag den ökumenischen Friedensgottesdienst am Jean-Paul-Platz.
WUNSIEDEL – Schon viele Minuten bevor die Glocken zum ökumenischen Friedensgottesdienst auf dem Jean-Paul-Platz läutete, waren alle Sitzplätze belegt. So viele Menschen wie bisher noch nie wollten besinnlich und mit Gottes Segen in den Tag der Demokratie starten. Die Atmosphäre glich ein wenig der eines Kirchentages: Bierbänke, Kinder auf den Schultern ihrer Eltern, viele Schals mit dem Schriftzug „Wunsiedel ist bunt“ und ein ständiges Kommen und Gehen. Den eindringlichen Worten von Regionaldekan Monsignore Johann Schober, der Pfarrer Jürgen Schödel und Günter Vogl sowie der Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (Bild) tat dies keinen Abbruch. In der Festpredigt erinnerte die Regionalbischöfin daran, dass auf den Tag genau vor 68 Jahren mit Erlass des Reichsinnenministeriums alle Hebammen, Geburtshelfer und Ärzte aufgefordert wurden, behinderte Neugeborene und Kinder zu melden, damit diese getötet werden. „Vor diesem barbarischen Hintergrund unserer Geschichte bin ich alarmiert, wenn heutzutage ungeborenes, altes und behindertes Leben abschätzig beurteilt wird – weil es den vermeintlichen Normen eines wertvollen Menschen nicht entspricht.“
Sie appellierte an alle Menschen, jede Ideologie zu bekämpfen, die Demokratie aushöhle und Menschen Würde abspreche. Dabei nahm sie vor allem auch die christlichen Kirchen in die Pflicht, „die während der Nazidiktatur bis auf wenige Ausnahmen versagt haben“. Außer über die „unverbesserlichen Altnazis und Neonazis“ aufzuklären mahnte Susanne Breit-Keßler, sich noch stärker um die sozialen und wirtschaftlichen Probleme zu kümmern, die Nazis für sich instrumentalisieren würden.
Auch Monsignore Schober, der die Grüße und Solidaritätsadresse von Bischof Gerhard Ludwig Müller übermittelte, warnte vor allen ethnozentristischen Ideologien, die ein Volk als höherstehend als andere ansähen.
Die guten Worte begleiteten der Wunsiedler Gospelchor und der Posaunenchor mit engagierten Liedern. M. BÄU.
Diesen Artikel
|
|||||
Die neuesten Kommentare
Ȇbersicht Wunsiedel
Bestechung? – Vergünstigungen in der Kritik
Bundespräsident Wulff steht in der Kritik, weil er Vergünstigungen angenommen hat. Die Bürgermeister der Region bekommen nur Kleinigkeiten als Geschenke und betonen, wie wichtig ihnen der korrekte Umgang mit Präsenten ist. »mehr
Gläubige erleben tiefe Spiritualität...
Ein byzantinischer Gottesdienst spricht bei den Besuchern alle Sinne an. Die eindringlichen und voluminösen Gesänge erze... »mehr
Autos krachen wegen Glätte in Leitplanken...
Sichersreuth - Dass die Bundesstraße 303 bei Sichersreuth unfallträchtig ist, hat sich am Dienstag wieder einmal bewiese... »mehr
Netzwerk für Kinder-Förderung...
"Anschwung für frühe Chancen" heißt ein bundesweites Programm zur Entwicklung von Kindern. 40 Fachleute aus dem Landkrei... »mehr
Das könnte Sie auch interessieren
Party
Nachrichten
Sport
Gelesen
Kommentiert
Bewertet
Prospekte aus der Region
Magazine
Umfrage














































