zuletzt bearbeitet: 02.04.2008 21:23 Uhr
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Der „Ein-Euro-Job“ als Regelfall
Arbeitsmarkt | Wunsiedel beschäftigt ganze Kolonnen ohne Aussicht auf Einstellung
Wunsiedel – „Ich habe mich so angestrengt, und es hat so gut ausgesehen. Und dann ist wieder nichts daraus geworden“. So wie Sonja T. geht es vielen Arbeitslosen, die nach dem Auslaufen des regulären Arbeitslosengeldes in den Wirkungsbereiche des Sozialgesetzbuchs (SGB) 2 geraten. Gerade in der hiesigen Region erleben sie ihren Kampf als eine unablässige Folge von Schulungen und Praktika, die sie selten voranbringen.
Sonja T. gehört zu jenen, die sich nicht aufgegeben haben. Seit die ehemalige Angestellte der untergegangenen Schmidt-Bank im Jahr 2002 ihre letzte Festanstellung verlor, nutzt sie alles, was sie wieder in die Nähe dessen bringt, was sie sich beruflich vorstellt. Über ein halbes Jahr lang war sie 2007 im Büro der Wunsiedler Stadtgärtnerei als „Ein-Euro-Jobberin“ angestellt und maßgeblich daran beteiligt, dass Wunsiedel zum zweiten Mal eine Goldmedaille beim Wettbewerb „Entente Florale“ gewinnen konnte. Nicht nur wegen dieses Erfolgs schöpfte Sonja T. Hoffnung, dass es diesmal wenigstens mit einem Teilzeitjob klappen könnte. „Sie war eine sehr gute Kraft“, sagt auch Stadtförster Hubert Steinberger, ihr damaliger Chef.
Aus Sonja T.s Hoffnungen ist nichts geworden. Ihr damaliger Schreibtisch ist schon wieder besetzt: von der nächsten „Ein-Euro-Jobberin“. Längst ist das eingetreten, was Kritiker der neuen Sozialgesetzgebung von Beginn an befürchtet haben: Wo es keine echten Jobs gibt, wird das Gesetz von Arbeitgebern bis an die Grenze der Unrechtmäßigkeit ausgereizt. Man könnte auch sagen ausgenützt: Denn eigentlich sind die „Ein-Euro-Jobs“ (gezahlt wird pro Stunde inzwischen 1,50 Euro) dazu gedacht, Bewerber wieder ins Berufsleben zurück zu führen. Keinesfalls soll real vorhandener Arbeitsbedarf billig bedient werden.
Auch in den Argen ist bekannt, dass sich gerade Kommunen hierüber oftmals hinweg setzten. Als besonders clever gelten Bürgermeister, die möglichst viele „Ein-Euro-Jobber“ für sich arbeiten lassen. Und wenn die sich noch so sehr anstrengen, eingestellt wird in der Praxis niemand.
Beispiel Wunsiedel: Freimütig gibt Stadtförster Steinberger zu, dass in seinem Büro „immer“ eine Ein-Euro-Kraft sitzt. Dies sei der Wille des Stadtrats, der alle Wünsche auf die Besetzungen von Stellen mit regulären Arbeitskräften regelmäßig ablehne. Sonja T. ist hier kein Einzelfall: Für die Stadt Wunsiedel sind ständig mindestens zehn „Ein-Euro-Jobber“ im Einsatz. Drei bis vier sind es im Forstbetrieb, sechs bis acht in der „Gruppe Grün“. Sie arbeiten dafür, damit alles schön und bunt blühend wird. Für sie selbst springt nichts dabei heraus. Joachim Dankbar
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Sozialmissbrauch durch den Staat selbstvon wastl![]()
(43) am 02.04.2008 22:22Dieses Verhalten der Stadt Wunsiedel stellt eindeutig Sozialmissbrauch da. Jeder Arbeitslose der auch nur einen Furz lässt ohne die Arbeitsverhinderungsagentur zu informieren wird von denen gejagt, geperrt, geteert, gefedert... Hier sollte man viel mehr die Kontrollen auf die Verlagern die hier wirklich einen Nutzen ziehen. In dem Fall die Stadt Wunsiedel. Sofortige Nachberechnung des Lohnunterschieds aller 1-Euro-Jobber zu normalen Jobs (sozialversicherungspflichtig) zurückgerechnet auf alle 1-Euro-Jobs seit beginn und das ganze noch doppelt als Strafe drauf (so ähnlich berechnet ja auch das Finanzamt bei Steuerschätzungen oder der Zoll wenn man Heizöl tankt - warum nicht auch die ARGE) Ach ja, ich hab da was vergessen... die Stadt hängt ja selber in der Arge mit drin... Wär aber ein schöner Traum wenn es in Deutschland vielleicht doch mal ansatzweise Gerechtigkeit gäbe. |
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