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"Der Mensch beginnt nicht erst mit dem Abitur"

Michael Diener von der Studentenvertretung der Hochschule Hof brachte es auf den Punkt: "Wir Jugendlichen brauchen in Oberfranken eine Zukunft; wir benötigen vor allem Arbeitsplätze.

Von Matthias Vieweger
  • Jugendliche von Schulen, Feuerwehren und Organisationen wie dem Technischen Hilfswerk oder dem Roten Kreuz löcherten den Ministerpräsidenten mit Fragen.
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Wunsiedel - Michael Diener von der Studentenvertretung der Hochschule Hof brachte es auf den Punkt: "Wir Jugendlichen brauchen in Oberfranken eine Zukunft; wir benötigen vor allem Arbeitsplätze." Es war kein Wunder, dass es am Freitagabend bei der Diskussion von 50 Jugendlichen aus ganz Oberfranken mit dem bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer vornehmlich um die Themen Schulpolitik, Ausbildungsplätze und Studiengebühren ging. Schließlich stand der Meinungsaustausch im Wunsiedler Landratsamt, der von Frank Ebert, Redaktionsleiter von TV Oberfranken moderiert wurde, unter dem Motto "Die Zukunft der jungen Generation in Oberfranken".

"Problem-Sohn"

Seehofer gab sich offen, redete sogar von der eigenen Familie ("Was die Schule betrifft, hatte ich auch einen Problem-Sohn") und vertrat klare Standpunkte. Beispielsweise zum Thema Hauptschule: Hier konfrontierte Ali Dormus Sinonoglu von der Hofer Fachoberschule, der selbst eine Hauptschule besucht hatte, den Ministerpräsidenten mit der Meinung, dass die Hauptschule überflüssig sei. Seehofer verteidigte das dreigliedrige bayerische Schulsystem. Nichts sei schlimmer, als wenn jemand eine Schule besuchen müsse, die ihn tagtäglich überfordere. "Ich sage es hier klipp und klar: Der Mensch beginnt nicht erst mit dem Abitur." Der Ministerpräsident räumte aber ein, dass es aufgrund sinkender Schülerzahlen künftig schwierig werden könne, alle Hauptschulstandorte zu halten. Das gelte auch für Hochfranken.

Ja zu Studiengebühren

Ebenso vehement verteidigte Seehofer die Studiengebühren. Diese seien zum Beispiel im Vergleich mit einer kostspieligen Meister-Ausbildung gerechtfertigt. Aber, und das sagte der Ministerpräsident auch, ein Studium dürfe nicht am Geld scheitern. Der bayerische Regierungschef wies darauf hin, dass im Freistaat die Zinsen auf ein Darlehen für Studenten von fünf auf 2,5 Prozent gesenkt worden seien. Um das Thema näher zu erörtern, wird im Juli ein Gespräch mit Studenten in der Staatskanzlei stattfinden.

Und welche Berufszweige, Ausbildungsrichtungen empfahl der Ministerpräsident? Seehofer, der zu Beginn von einem Teilnehmer als Vertreter der alten Generation und auf Intervenieren des Ministerpräsidenten hin als Junggebliebener tituliert wurde, hält Naturwissenschaften oder ein Lehramt-Studium für aussichtsreich. Er schränkte aber gleichzeitig ein: "Eine Prognose, die ein Politiker abgibt, hat eine Sicherheit. Nämlich die, dass sie nicht eintritt."

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