zuletzt bearbeitet: 01.09.2010 17:22 Uhr
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Die Grenzen der Kunst
Eine außergewöhnliche Ausstellung ist derzeit in der Fichtelgebirgshalle zu sehen. Drei Künstler haben Bilder zu den Wunsiedler Todesmärschen gemalt.
Wunsiedel - "Ich bin an meine Grenzen gestoßen, manchmal darüber hinaus. Es hat Nächte gegeben, da habe ich geheult." Der Nürnberger Künstler Axel Flitsch hat sich vor mehreren Monaten eine Aufgabe gestellt, die kaum zu bewältigen war. "Ich habe aufgrund der Berichte von Zeitzeugen des Todesmarsches der KZ-Häftlinge durch Wunsiedel einen Bilderzyklus gemalt", sagt Flitsch, der bis zum 23. September 120 Werke in der Fichtelgebirgshalle ausstellt, die er und die Künstlerinnen Heike Müller und Kerstin Büdinger gemalt haben.
Fast alle der Bilder schockieren. So viel Düsternis gibt es wohl in kaum einer anderen Kunstausstellung. Da starren ausgemergelte Kinder, Frauen und Männer den Betrachter an. Auf einem anderen Werk sind Hände zu sehen, die sich in Rauch auflösen. Der Titel des Bildes: "Die letzten Spuren meiner Mutter im KZ Buchenwald".
Als Flitsch im Atelier stand, spukten immer wieder schreckliche Gedanken in seinem Kopf. "Ich habe mich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, habe Bücher studiert, Filme angesehen, die Zeitzeugenberichte gelesen. Mir kamen nachts üble Gedanken, die ich nicht mehr los wurde. Dann habe ich mit Heike Müller oder Kerstin Büdinger telefoniert, denen es ebenso erging."
Künstlerisch war der Bilderzyklus eine der schwierigsten Aufgaben. "Ich war gewissermaßen auf der Suche nach dem perfekten Schmerz. Als Künstler hat man die Möglichkeit, gewisse Dinge hervorzuheben und weit aggressiver zu betonen, als dies in einer wissenschaftlichen Arbeit möglich wäre." Einmal habe er sich in einen Täter hineinversetzt. "Es ist einer der schlimmsten Gedanken, mit einem Gewehr vor einem wehrlosen Kind zu stehen und abzudrücken."
Karl Rost vom Wunsiedler Bündnis gegen Rechtsextremismus sagte, dass die Bilder einen intensiven, völlig neuen Zugang zum schlimmsten Kapitel der deutschen Geschichte gäben. M. Bäu.
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