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Ein Juwel der Natur

Behördenvertreter haben im Rathaus von Kirchenlamitz den Managementplan für das Natura-2000-Gebiet des Buchbergs vorgestellt. Ein naturnaher Buchenwald zeichnet die 674 Meter hohe Erhebung im inneren Fichtelgebirge aus.

Von Willi Fischer
  • fpwun_buchberg_110211 Bei der Übergabe des Managementplans für das Natura-2000-Gebiet Buchberg (von links): Stephan Neumann von der Regierung von Oberfranken, Stefan Schürmann von der Unteren Naturschutzbehörde, Forstamtsrat Ralph König vom Landwirtschaftsamt Münchberg, die Bürgermeister Thomas Schwarz und Helmut Ritter, Thomas Krämer vom Landwirtschaftsamt Münchberg, Forstoberrat Klaus Stangl vom Landwirtschaftsamt Bamberg und Matthias Huttner, der regionale Naturschutzbeauftragter für Oberfranken beim Amt für Landwirtschaft in Bayreuth. Foto: Willi Fischer
     
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Kirchenlamitz - Eine Perle der Natur im inneren Fichtelgebirge ist der Buchberg bei Reicholdsgrün. Die Erhebung mit ihrem beeindruckenden Buchenwald in der Gipfelregion ist ein sogenanntes Natura-2000-Gebiet. Für dieses Areal ist ein Managementplan ausgearbeitet worden. Diese Werk haben Vertreter der Naturschutzfachbehörden im Kirchenlamitzer Rathaus vorgestellt und den Vertretern der Politik überreicht.

Hintergrund für die Erstellung des Plans ist die Verpflichtung aller EU-Staaten, unter der Bezeichnung "Natura 2000" ein europaweites Netz an Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebieten auszuweisen.

Das FFH-Gebiet "Buchberg bei Reicholdsgrün" besteht aus zwei Teilflächen. Die westliche Fläche ist der eigentliche, 674 Meter hohe Buchberggipfel mit seinem alten naturnahen Buchenwald. Die östlichen Fläche ist das Areal um den "Neudorfer Fels", einem markanten Felsrücken, auf dem überwiegend lichter Mischwald wächst. Das FFH-Gebiet hat eine Größe von 23 Hektar. Der Buchberggipfel ist bereits seit 1938 ein ausgewiesenes Naturdenkmal. Die Grundstücke befinden sich zu etwa drei Viertel im Eigentum der Städte Kirchenlamitz und Marktleuthen. Rund ein Viertel der Flächen ist in privater Hand.

Rechtlerwald

Bürgermeister Thomas Schwarz wies darauf hin, dass die Fläche zwar im Eigentum der Stadt Kirchenlamitz sei, jedoch als Rechtlerwald bereits seit Jahrhunderten von den "Rechtlern" gepflegt wird.

Forstamtsrat Ralph König, Gebietsbetreuer für Natura-2000-Gebiete am Amt für Landwirtschaft Münchberg, und Forstoberrat Klaus Stangl, Leiter des Regionalen forstlichen Kartier-Teams am Amt für Landwirtschaft Bamberg, überreichten den Managementplan an die Bürgermeister Thomas Schwarz, Kirchenlamitz, und Helmut Ritter, Marktleuthen.

Matthias Huttner, der Leiter der Unteren Forstschutzbehörde in Bayreuth, hob hervor, dass der Buchberg strukturreiche und naturnahe Laubwaldbestände aufweist, wie sie sonst im Fichtelgebirge kaum noch zu finden sind. Huttner lobte die Rechtler, die sich mit dem Wald emotional verbunden fühlen. Wie Huttner sagte, werden die Pflegemaßnahmen von der EU mit 80 Euro pro Hektar und Jahr gefördert werden.

Forstoberrat Klaus Stangl, der für die Natura-2000-Kartierung in ganz Oberfranken zuständige Mann, sagte, dass es im Regierungsbezirk 123 solcher Schutzgebiete gibt.

Wie Stangl erklärte, werden in dem Managementplan alle Maßnahmen aufgezeigt, die notwendig sind, um das Gebiet - wie von der Europäischen Union gefordert - in einem guten Zustand zu erhalten. Der Forstexperte nannte in diesem Zusammenhang vorrangig die Fortführung einer naturnahen Forstwirtschaft, die den gegenwärtigen Anteil an Buchen erhält und dafür sorgt, dass junge Bäume dieser Art im Schatten des Altbestands nachwachsen. Ferner sollen Störungen der um die Felsen lebenden, teils seltenen Waldbewohner wie Hohltaube, Grauspecht, Sperlings- und Raufußkauz sowie der zahlreichen Fledermausarten vermieden werden.

Der Wert des Buchberg-Areals für Insekten, Pilze, Vögel und andere Arten kann nach Meinung des Experten nicht hoch genug eingestuft werden. Stangl nannte hier die zerfallenden "Uraltbäume", wie sie auf dem Felsrücken des Neudorfer Felsens noch vorkommen, als Beispiel. Bedeutung hätten die teilweise spektakulär geformten Granitfelsen ferner als Lebensraum für niedere Pflanzen, wie Moose und Flechten.

Forstamtsrat Ralph König brachte noch ein ganz besonderes Anliegen vor: Er sprach sich nämlich dafür aus, den Buchensamen an Baumschulen weiterzugeben. Dieser sei ein seit Jahrtausenden gewachsenes Erbgut. "Dieser Gen-Pool sollte unbedingt erhalten werden", sagte König. Für die weitere Umsetzung des Plans seien die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Wunsiedel und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg zuständig.

An einem Strang

Bürgermeister Thomas Schwarz sagte, es sei erfreulich, dass beim Erhalt des Buchbergs alle Akteure an einem Strang ziehen und die gleichen Ziele verfolgen. Bürgermeister Helmut Ritter bezeichnete das Gebiet des Neudorfer Felsens als ein Naturgebiet, von dem ein ganz besonderer Reiz ausgeht.



Plan liegt aus

Der Managementplan für den Buchberg kann bei den beteiligten Kommunen, bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Wunsiedel sowie beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg - Bereich Forsten - in Bad Steben, Pfaffensteig 5, eingesehen werden.

    
    

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