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Erdbeben oder Meteoriten-Einschlag?

Bebte im Fichtelgebirge erneut die Erde oder gab es am Montag gar einen Meteoriten-Einschlag? Fakt ist: Am Montag gegen 16 Uhr war in Wunsiedel ein deutliches Grummeln der Erde zu vernehmen, auch die Wände wackelten.

WUNSIEDEL - Erdeben im Fichtelgebirge sind eigentlich nichts Neues. Erst im Herbst 2008 versetzten mehrere Erdbeben die Bewohner der Region in Aufregung. Auch diesmal seinen beim Bayerischen Erdbebendienst in Fürstenfeldbruck mehrere Hinweise aus dem nordbayerischen Raum eingegangen, sagte dessen Sprecher Erwin Geiß. Doch diesmal sollen die Aufzeichnungen "nicht den normalen Schwarmbeben im Egergraben entsprechen". Wie Geiß sagte, könnte es "theorisch auch ein Meteoriten-Fall gewesen sein". Er erinnerte an den Neuschwanstein-Meteoriten, der 2002 in der Nähe des Königsschlosses eingeschlagen war.

Auf unseren Artikel hin meldete sich am Donnerstagmittag Dr. Roland Eichhorn,  Leiter des Geologischen Instituts beim bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU), mit neuen Erkenntnissen.

"Wir können tatsächlich ausschließen, dass es ein Erdbeben war. Es gibt in Bayern 23 Messstationen, die die für Erdbeben typischen Wellen aus dem Gestein von unten nach oben erfassen. Diese Wellen sind sehr charakteristisch und mit unserem dichten Beobachtungsnetz in der Region hätten wir das Erdbebenzentrum lokalisieren können - dem war nicht so und deshalb kann es kein Erdbeben gewesen sein."

Allerdings kann das LfU nun auch den zunächst vermuteten Meteoriten mit Sicherheit ausschließen. "Die Auswertung des Seismogramms vom Montag hat das gezeigt", erklärt Eichhorn. Wenn kleine Meteoriten in die Atmosphäre eindringen, verglühen sie für gewöhnlich und erzeugen durch ihre Überschallgeschwindigkeit ein Brausen und Rauschen, wie es am Montag im Fichtelgebirge zu spüren war.  Nachdem sich das Ereignis am Nachmittag abgespielt hatte, wären die Sternschnuppen einfach nur nicht zu sehen gewesen. Allerdings: Die im Seismogramm sichtbaren Ausschläge zogen sich über eine halbe Stunde hin - solange fällt keine Sternschnuppe.

"Die möglichen Erklärungen für das Grummeln sind wohl nicht so spektakulär", erläutert der Chefgeologe, "es könnte sich um einen Formationsflug von Düsenjägern gehandelt haben, die die Schallmauer durchbrechen. Oder es waren Manöver auf einem Truppenübungsplatz." Jedenfalls irgendetwas, das starke Schallwellen erzeugt. Donner wäre ebenfalls denkbar gewesen, allerdings hat es am Montag keine Unwetter gegeben.


Lesen Sie mehr in unserer morgigen Zeitung!

Zum Seismogramm geht's hier:

http://www.erdbeben-in-bayern.de/daten-live/seismogramme/seismogramme
    
    

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