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Geschäfte, die immer offen sind

Innovativ | Viele Unternehmen in der Region betreiben Online-Shops. Die meisten tragen zwar nur minimal zum Umsatz bei, sind jedoch eine Option auf die Zukunft.
Von Matthias Bäumler
  • fpwun_zinn_schmidt_180310 Viele Unternehmen in der Region tätigen mit Online-Shops Geschäfte, wie hier bei Zinn-Schmidt in Marktleuthen. Foto: Bessermann
     
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Wunsiedel - Ein extravagantes Parfüm, der neue Bestseller, ein Zinnkrug oder eine geräucherte Wurst. Wem mitten in der Nacht die Einkaufswut überfällt, der muss nicht mehr bis zum nächsten Morgen warten. Alles, was er benötigt, ist ein Computer und ein Internetanschluss. Ein, zwei Klicks und schon betritt der Kaufwütige virtuelle Warenwelten. In dem weltumspannenden Kaufhaus Internet gibt es mittlerweile auch viele Anbieter aus dem Fichtelgebirge.

Etwa Michael Schmidt aus Weißenstadt. Seit vier Jahren bietet dessen Zinnmanufaktur ihre Produkte in zwei Online-Shops an. "Wir arbeiten intensiv daran, diesen Vertriebsweg weiter auszubauen", sagt der Geschäftsführer des Traditions-Unternehmens. Derzeit liege der Anteil am Umsatz, der im Internet erzielt wird, um die zehn Prozent - mit steigender Tendenz. Allerdings seien nach wie vor die meisten Online-Besucher Kunden, die gezielt auf die Schmidt-Homepage surften. "Unser Ziel ist es nun, die wahllos im Internet nach Geschenk- oder Zinnartikel Suchenden auf unsere Homepage zu locken. Durch Verlinkungen mit anderen Partnerseiten versuchen wir im Ranking der großen Suchmaschinen ständig weiter nach oben zu klettern."

Auch der Wunsiedler Buchhändler Wolfgang Kohler ist längst mit einem Shop im Internet vertreten. "Das Internet ist ein weiterer Vertriebskanal neben dem Laden. Allerdings hält sich der Umsatz des Onlineshops noch in Grenzen." Das liege auch daran, dass es einige Online-Riesen in seiner Branche gebe, die den Markt beherrschten. Dennoch gebe es einige Nutzer in der Region, die gezielt die Kohler-Seite anklicken. "Das sind überwiegend jüngere Kunden, die wenig Zeit haben, um im Geschäft zu bestellen. Die setzen sich nachts an den Computer, klicken die Bücher an, die wir für sie besorgen sollen, und holen diese ab, wenn sie gerade mal in der Stadt sind." Wolfgang Kohler glaubt, dass die Bedeutung des Internets künftig auch für sein Geschäft steigen wird. "Das sieht man an der hohen Zuwachsrate der jungen Kunden."

Mehrere heimische Anbieter handeln auch Lebensmittel über das Internet. Egal ob Indianerbrot, Biobier oder fränkische Wurstspezialitäten, im globale Einkaufsmarkt findet der Kunde alle nur denkbaren Köstlichkeiten aus dem Fichtelgebirge. Unter anderem auch Lebkuchen oder Plätzchen. Manch ein Tourist, der in Weißenstadt während seines Urlaubs Backwaren im Café Leupoldt genossen hat, erinnert sich zumindest kulinarisch ab und zu an seinen Aufenthalt im Fichtelgebirge. "Wir sind seit einigen Jahren im Internet mit einem Shop vertreten", sagt der Inhaber des Cafés, Magnus Seel. Die Lebkuchen oder Plätzchen, die er an Kunden in ganz Deutschland versendet, seien zwar nur ein "minimaler Teil des Umsatzes". Aber er, Seel, hoffe, dass sich die Art des Geschäfts immer mehr etablieren wird. "Wir haben viele Stammkunden, für die ist es einfach bequem, ihre Bestellungen übers Internet zu tätigen." Die Pflege der Homepage ist für Seel kein Aufwand. "Das kann ich alles selbst erledigen. Immerhin muss ich ja nur alle paar Monate die Preise und ein paar Fotos ändern, mehr Aufwand ist es nicht."

    
    

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