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Rap und Rock statt Reden

Mit Musik und Spielen feiern die Wunsiedler Schüler den "Jungen Tag der Demokratie". Da viele Jugendliche nach der Ausgabe der Zeugnisse nach Hause fuhren, war die Veranstaltung weniger gut besucht, als es sich die Organisatoren erhofft hatten.

Von Matthias Bäumler
  • fpwun_jugendini_310710 Mit feiner Ironie reagierten (von links) Franziska Rott, Alena Gebhardt, Maria Gebhardt und Svenja Faßbinder auf ein anonymes Schreiben von Neonazis, die die Teilnehmer an einer Bodypainging-Aktion als "Schlampen" bezeichneten. Fotos: Bessermann
     
  • fpwun_demokratie3_310710 Viele Wunsiedler Schüler feierten den Schulschluss beim Tag der Demokratie.
     
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Wunsiedel - Ein älterer Mann schlendert über den Marktplatz und erinnert sich. "Als ich ein Kind war, hingen hier überall Hakenkreuzfahnen." Für die Kinder und Jugendlichen, die am gestrigen Freitag an eben diesem Ort den "Jungen Tag der Demokratie" feierten, ist die NS-Zeit eine ferne Geschichte. Damit dies so bleibt, zeigten die Schüler der Wunsiedler Schulen gestern, dass sie rechte Umtriebe, Intoleranz und Rassismus ablehnen.

Dass trotz des riesigen Angebotes an Informationsständen, Spielen und Musik verhältnismäßig wenige Jugendliche auf dem Marktplatz waren, lag vor allem daran, dass nach der Zeugnisvergabe viele Schüler nach Hause eilten. Die in der Fußgängerzone Gebliebenen feierten jedoch bis in den frühen Nachmittag ein buntes Fest.

Beim "Jungen Tag der Demokratie" standen tiefsinnige Reden im Hintergrund. Ziel der Veranstalter, das Wunsiedler Bündnisses, war es zu zeigen, dass Demokratie mehr zu bieten hat als die braunen Kameradschaften. Bürgermeister Karl-Willi Beck sagte, dass es gilt, die Jugend stark zu machen, damit sie sich für Freiheit und Toleranz einsetze. "Junge Menschen, die ernst genommen und von uns Politikern mitgenommen werden, die bekennen sich zu diesem Staat und identifizieren sich mit der Demokratie."

Der Sprecher des Wunsiedler Bündnisses, Karl Rost, dankte "den vielen Menschen in Vereinen, Parteien und Initiativen, die sich für die Jugend engagieren. Er, freue sich, dass nunmehr bunte Luftballons und strahlende junge Menschen den Marktplatz prägten. "Heute soll die Musik und das Feiern im Vordergrund stehen", rief er den Jugendlichen zu.

Während die Lugy-Schulband, die Rapper von "Corksrcrew" und Tibor Sturm auf der Bühne rockten, gestaltete der Nürnberger Bodypainting-Künstler Axel Flitsch die Arme von Kindern und Erwachsenen zu bunten Gemälden. Vor einigen Tagen hatten einige Neonazis dem Sprecher der Jugendinitiative Wunsiedel, Arno Speiser, anonym eine Karte geschickt und darin alle Menschen als "Schlampen" tituliert, die ihren Körper verzieren lassen. Darauf reagierten die Mädchen der Jugendinitiative auf ihre eigene, ironische Art: Sie schrieben sich mit bunter Farbe das Wort "Schlampe" auf den nackten Bauch.

An den vielen Ständen gab es Geschicklichkeitsspiele, bei denen es unter anderem galt, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Einige Meter weiter verewigten die Besucher ihre Handabdrücke an einer Leinwand und gaben so ein Zeichen gegen Rechts. Das Wunsiedler Bündnis informierte auf Stellwänden mit Zeitzeugenberichten über den Todeszug von KZ-Insassen durch Wunsiedel im April 1945. Etwas ruhiger war es an den Ständen der politischen Parteien.

    
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Tag 6310.JPG
Tag 6327.JPG
Tag 6297.JPG
Junger Tag der Demokratie 2010
Wunsiedel
30.07.2010
    
    
    

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Die neuesten Kommentare

also mal ehrlich...

von unbekannt am 31.07.2010 09:18
Das kann doch langsam nicht mehr wahr sein. Merkt denn die Stadt Wunsiedel und ihre Berufsjugendlichen (Arno Speiser etc.) denn gar nicht, dass die Aktionen von Jahr zu Jahr lächerlicher werden. Das Desinteresse der Wunsiedler Schüler und Bürger liegt doch auf der Hand. Die gleichen minderbekleideten "Schülerinnen" (mittlerweile schon lange keine Schülerinnen mehr) muss sich der Frankenpostleser nun schon seit fünf Jahren in Folge ansehen.
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Was ist dir lieber

von unbekannt am 02.08.2010 00:11
100 Rechte, die ihre Dummheit versprühen oder 50 normale, die immer und immer wieder darauf hinweisen, dass man die Rechten nicht dulden darf? Mir sind die 50 lieber... Ich findes solange einer hingeht ist die Aktion nicht umsonst!!!
(0)

also mal ehrlich...

von blomster am 01.08.2010 16:37
da geht mir echt die hutschnur hoch! schauen sie halt einfach weg, wenn sie die bilder von den minderbekleideten nicht mehr sehen können. scheinen sie ja auch bei wesentlich wichtigeren themen zu machen...
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