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Rasern den Kampf angesagt

Auch die Gemeinden Nagel und Tröstau wollen die innerörtlichen Geschwindigkeitskontrollen in die eigene Hand nehmen. In Marktleuthen hat man damit gute Erfahrungen gemacht.

Von Christian Heubeck
  • fpwun_radar_110810 Auch in Tröstau und Nagel werden Raser künftig verstärkt mit Kontrollen rechnen müssen. In den beiden Gemeinden werden künftig Mitarbeiter einer privaten Gesellschaft an den neuralgischen Punkten ihre Messgeräte aufstellen. Foto: dpa
     
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Marktleuthen/Tröstau/Nagel - In Tröstau und Nagel werden für Bleifuß-Enthusiasten bald schwerere Zeiten anbrechen. Wer etwa glaubt, ungesühnt mit 107 Stundenkilometern durch den Nagler Ortsteil Reisinger Höhe brettern zu können, für den wird sich künftig das Risiko deutlich erhöhen, ertappt zur werden.

Denn demnächst werden in zwei der drei Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Tröstau, in Nagel und in Tröstau, Geschwindigkeitsüberwacher der Gesellschaft für kommunale Verkehrssicherheit an neuralgischen Punkten Temposündern auf der Spur sein. Ein entsprechender Vertrag wurde vor Kurzem zwischen der VG Tröstau und der Stadt Marktleuthen geschlossen.

Vertrag mit Marktleuthen? Das erschließt sich einem nicht ganz einfach. Marktleuthen ist sozusagen der zentrale "Stützpunkt" der privaten Gesellschaft für kommunale Verkehrssicherheit (GKVS) in Nordostoberfranken. Seit gut drei Jahren gibt es einen Vertrag zwischen Marktleuthen und der GKVS. Seitdem kontrollieren Mitarbeiter des Zirndorfer Unternehmens auf Weisung der Stadt Marktleuthen die Geschwindigkeit an innerörtlichen Straßenabschnitten, die als Rennstrecken bekannt sind. So etwa an der Hofer Straße, an der Selber Straße oder an der Martin-Luther-Straße.

Zweimal pro Monat

Zweimal im Monat werden die Messtechniker der GKVS an Marktleuthens Straßen aktiv. Ein Innendienstmitarbeiter der Gesellschaft, der die Verwaltungsarbeit erledigt, ist zwei Tage in der Woche im Rathaus stationiert. Kassiert wird natürlich nach dem bundesweit einheitlichen Bußgeldkatalog.

"Wir haben keine schlechten Erfahrungen gemacht", dieses Fazit zieht Stefan Hübner, der geschäftsleitende Beamte im Marktleuthener Rathaus, über die Zusammenarbeit mit dem Zirndorfer Unternehmen. Erzieherische Wirkung hatten die Kontrollen laut Hübner insbesondere in der Hofer Straße.

Und was fließt von den Bußgeldern in den stark strapazierten Marktleuthener Stadtsäckel? Das ist laut Hübner nicht der Rede wert. "Da kommt eine schwarze Null heraus", sagt er. Nahezu alles, was an Bußgeldern eingenommen werde, diene der Bezahlung der GVKS-Mitarbeiter. Von "Raubrittertum" könne also nicht die Rede sein. Davon sprechen die Kritiker der Geschwindigkeitskontrollen in der Egerstadt, wohl auch deshalb, weil sich so der Nachname von Bürgermeister Helmut Ritter mit dem Kassieren von Bußgeldern in Verbindung bringen lässt.

Vom "Stützpunkt" Marktleuthen aus kontrollieren Mitarbeiter der GVKS inzwischen auch die Autofahrer in Bischofsgrün, Bad Berneck und Oberkotzau. Nun wird also auch der Bereich der VG Tröstau hinzukommen.

Die 107 Stundenkilometer im Nagler Ortsteil sind beileibe kein fiktiver Wert. So schnell war dort ein Autofahrer unterwegs, als in dem Weiler im vergangenen Jahr Probemessungen durchgeführt wurden. Das berichtet Bürgermeister Theo Bauer. Der unbekannte Geschwindigkeitsfetischist war damit innerorts 57 Stundenkilometer zu schnell unterwegs. Bei einer offiziellen Messung hätte er mit zwei Monaten Fahrverbot, 280 Euro Bußgeld und vier Punkten in Flensburg rechnen müssen.

Bauer sieht in seiner Gemeinde auch Handlungsbedarf in der Wunsiedler und in der Ebnather Straße sowie in verschiedenen Tempo-30-Bereichen.

Auch Bauers Tröstauer Kollege Heinz Martini erhofft sich von Geschwindigkeitsmessungen, dass die Autofahrer in seiner Gemeinde den Fuß vom Gas nehmen. Als Kontrollstellen kann er sich die Ortsdurchfahrten von Leupoldsdorf und Vordorf, die Kemnather Straße, die Schulstraße oder die Straße "Am Vorholz" vorstellen. Wo künftig gemessen werden soll, wird der Tröstauer Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung beschließen. Martini verweist auch auf die Bürgerversammlung. Wenn die Gemeinde schon Geschwindigkeitsbeschränkungen anordne, dann müssten diese auch überwacht werden, sei dort der Tenor gewesen.

Innerorts mit Tempo 107

Als einzige VG-Gemeinde will Bad Alexandersbad auf Geschwindigkeitsüberwachung verzichten. Dort wird vor allem in der Markgrafenstraße zu flott gefahren - trotz der vielen Schlaglöcher. Allerdings soll diese wichtigste Erschließung des Ortes im Zuge der Dorferneuerung umgestaltet werden. Darauf weist Bürgermeister Peter Berek hin. Und bei dieser Umgestaltung sollen auch optische Geschwindigkeitsbremsen eingebaut werden.

    
    

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