zuletzt bearbeitet: 21.03.2010 18:31 Uhr
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Schüler gehen freiwillig auf Korbjagd
Wunsiedel - Das G 8 lässt den Schülern kaum noch Zeit zum Atmen. Die Jugendlichen und ihre Eltern stöhnen. Mehrmals in der Woche endet der Unterricht am Gymnasium erst am späten Nachmittag. Das Training im Sportverein oder die Übungsstunde in der Musikschule müssen flach fallen.
Wunsiedel - Das G 8 lässt den Schülern kaum noch Zeit zum Atmen. Die Jugendlichen und ihre Eltern stöhnen. Mehrmals in der Woche endet der Unterricht am Gymnasium erst am späten Nachmittag. Das Training im Sportverein oder die Übungsstunde in der Musikschule müssen flach fallen.
Dass es nicht immer so sein muss, zeigt ein Beispiel am Luisenburg-Gymnasium in Wunsiedel. Hier gehen rund 35 Mädchen und Jungen einmal in der Woche auf Korbjagd - freiwillig und zusätzlich zum normalen Sportunterricht. Die Schule ist seit Frühjahr 2004 Basketball-Stützpunkt. Dieses Modell des bayerischen Kultusministeriums geht in der Kreisstadt voll auf. Daran hat auch das G 8 nichts geändert. Im Gegenteil. "Wir erleben einen Boom. Gerade von Schülern der neuen fünften Klassen wird das zusätzliche Sportangebot hervorragend angenommen", sagt Martin Ecker. Der Oberstudienrat leitet das Stützpunkt-Training.
Hinter dem Programm "Sport nach 1" steckt die Idee, Schüler mehr zum Sporttreiben zu animieren. In der Schule und im Verein. Beim Stützpunkt arbeiten das Lugy und der ASV (vormals ATS) eng zusammen. Zusätzlich zu dem differenzierten Sportunterricht können die jugendlichen Korbjäger noch im Verein ihrem Hobby nachgehen. In Wunsiedel trifft der glückliche Umstand zu, das Martin Ecker auch das Vereinstraining leitet. "So ist alles in einer Hand", sagt der Sportlehrer, der selbst sehr gerne Basketball spielt.
Kooperation mit dem Verein
Wenn er den Mädchen und Jungen beim Spielen zuschaut, dann erkenne er schnell, dass in einigen ein großes Talent schlummert. Ecker ist zuversichtlich, dass er in diesem Herbst beim ASV, der eine eigene Basketball-Abteilung hat, wieder eine Jugendmannschaft für den Spielbetrieb anmelden kann. "Früher hatten wir eine Mannschaft, zurzeit leider nicht. Aber das wird sich ändern. Einige Schüler zeigen Interesse am Verein", sagt der Oberstudienrat im Gespräch mit der Frankenpost.
In der Schule spielen die Basketballer in zwei Gruppen. Zwei Stunden lang wetteifern Mädchen und Jungen der fünften bis achten Klasse, anschließend sind die Schüler der neunten bis 13. Jahrgangsstufe an der Reihe. Der zusätzliche Sportunterricht ist kein Larifari, sondern Ecker legt Wert auf das Leistungsprinzip - das ist im Modell des Kultusministeriums auch so verankert.
Willkommene Abwechslung
Und das intensive Spiel schlägt sich durchaus in Erfolgen nieder. So hat das Lugy auf regionaler Ebene - hier gehen Mannschaften aus den Landkreisen Wunsiedel und Hof sowie aus der Stadt Hof an den Start - gleichsam ein Abonnement auf die Qualifikation für das Bezirksfinale. Dort gibt es dann allerdings gegen die Basketball-Hochburgen aus Bayreuth und Bamberg nichts zu schnitzen. Aber das ist für die Schüler des LuGy kein Beinbruch. Das all donnerstägliche Basketball-Spiel ist für sie eine willkommene Abwechslung und Zerstreuung zum harten Schulalltag. Auch Jungs und Mädchen, die von auswärts kommen und mit dem Schulbus nach Hause fahren müssen, besuchen den differenzierten Unterricht mit Begeisterung. Wenn es einmal nicht mehr mit dem Bus klappt, dann holen die Eltern ihre Sprösslinge gerne mit dem Auto ab. Denn auch die Mamas und Papas spüren: Die Bewegung tut ihren Kindern gut. An solchen Tagen sind sie daheim ausgeglichener als an Tagen ohne Sport.
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