zuletzt bearbeitet: 16.07.2009 17:06 Uhr
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Strom und Wärme vom Acker
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Armin Lempenauer (Mitte) gibt Auskunft über die von ihm betriebene Biogasanlage. Staatssekretärin Melanie Huml, JU-Kreisvorsitzender Florian Goßler, Matthias Häußer von der JU Selb, Landrat Dr. Karl Döhler und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (von rechts) lauschen ihm interessiert. Foto: Fischer
Großschloppen - Ein Energieforum hat der Kreisverband des Jungen Union (JU) veranstaltet. Prominentester Gast: Umweltstaatssekretärin Melanie Huml. Als Beispiel für regenerative Energien wurde der Bauernhof der Familien Lempenauer in Großschloppen besichtigt. Staatssekretärin Huml wies auf die Bedeutung der regenerativen Energien hin. "Wir wollen den Spitzenplatz, den wir in Bayern auf diesem Gebiet haben, auch in Zukunft behalten." Bei einem Rundgang erläuterten Armin Lempenauer und dessen Tochter Stefanie die Biogasanlage des Bauernhofs. Mehr als eine Millionen Euro habe er in die Anlage investiert. Die Anlage werde unter anderem mit Mais, Gras und Getreidepflanzen betrieben. Das dabei erzeugte Gas werde in Strom umgewandelt, das in das Stromnetz eingespeist werde. Zusätzlich sei ein Blockheizkraftwerk installiert, mit dem die Abwärme umgewandelt werde. Mit der Biogasanlage könnten 360 Haushalte mit Strom und 30 Haushalte mit Wärme versorgt werden.
"Wer sich so energieeffizient und umweltschonend verhält, ist Vorbild für andere", lobte Staatssekretärin Huml die Familie Lempenauer. Bayern nutze erneuerbare Energien schon heute intensiv. Ihr Anteil an der Stromerzeugung liege mit 22,5 Prozent um rund die Hälfte höher als der Bundesdurchschnitt (15 Prozent). Besonderes Potenzial für Klimaschutz werde im ländlichen Raum bei der Biomasse gesehen. Sie decke heute bereits mehr als fünf Prozent des Primärenergieverbrauchs und spare jährlich sechs Millionen Tonnen CO2.
Biomasse, so Huml, solle dort eingesetzt werden, wo sie ihre größten Klimaschutzpotenziale zu günstigsten Kosten entfalte. In Bayern stünden rund 1400 Biogasanlagen. Das sei etwa ein Drittel der Biogasanlagen in Deutschland. Für den weiteren Ausbau habe Bayern im vergangenen Jahr 2,3 Millionen Euro für 21 neue Biomasseheizwerke auf Holzbasis zur Verfügung gestellt.
Besonders trat die Staatssekretärin für eine ökologische Verträglichkeit ein: "Wir müssen bei der Biomassenutzung besonders auf Verträglichkeit mit anderen wichtigen Belangen achten. Es nützt uns nichts, wenn wir zwar CO2 einsparen, aber nicht mehr Flächen für bezahlbare Lebensmittel übrig haben, oder wenn wir unseren heimischen Pflanzen und Tieren mit dem Anbau von Biomasse den notwendigen Lebensraum nehmen."
Allerdings warnte Melanie Huml vor der vorzeitigen Stilllegung von Kraftwerken. Dies sollte erst dann geschehen, wenn andere Energieformen ausreichend Strom und Wärme liefern können.
Landtagsabgeordneter Martin Schöffel bezeichnete die Erzeugung von Biogas als eine große Chance für die Landwirtschaft, zusätzliches Einkommen zu erzielen. Willi Fischer
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