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Thomas Burak läuft barfuß durchs Leben

Leidenschaft | Der Physiotherapeut aus Marktleuthen kommt sogar beim Schneeschippen ohne Schuhe aus.
Von Matthias Bäumler

Marktleuthen - An einem Morgen vor 22 Jahren war Thomas Burak faul. Seit jenem Tag läuft der Physiotherapeut barfuß durch die Welt. "Ich hatte damals Senk- und Spreizfüße und sollte Einlagen in den Schuhen tragen. Aber die Dinger passten nicht so recht in meine Schlappen. Da ich nicht länger rumfummeln wollte, habe ich die Schuhe im Regal gelassen." Als Burak nach der Arbeit heim-kam, fühlte er sich prächtig. Im Laufe der Zeit verzichtete der Marktleuthener auch außerhalb der Arbeit auf Schuhe. "Ich bin kein Spinner oder Sektierer, ich fühle mich barfuß einfach wohl."

Kinder tuscheln

Immer wieder schütteln Passanten den Kopf, wenn ihnen Burak bei Minustemperaturen ohne Schuhe entgegenkommt. Kinder tuscheln und zeigen manchmal mit Fingern auf den frohgemuten Marktleuthener. "Ich erkläre ihnen dann, dass ich im Grunde gar nichts Ungewöhnliches mache und es mir gut geht." Erdgeschichtlich betrachtet, war die Menschheit tatsächlich die meiste Zeit barfüßig. Wer im Fichtelgebirgswinter nicht das geringste Stückchen Gummi zwischen der Haut und dem schneebedeckten Boden hat, der muss hartgesotten sein. Ob er, Burak, dies sei, könne er nicht beurteilen. "Mich friert vielleicht nicht so leicht." Deshalb sahen die Marktleuthener Burak diesen Winter häufig barfuß und nur mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidet beim Schneeschaufeln. Eine gute halbe Stunde im Schnee bei minus zehn Grad sei kein Problem.

Streusalz schmerzt

Weit mehr Schwierigkeiten als Eis und Schnee bereitet dem Physiotherapeuten das Streusalz. "Wenn ich durch salzigen Schneematsch gehe, friere auch ich gewaltig."

Ganz auf Schuhe will Burak nicht verzichten. Daheim im Regal hat er acht Paar stehen. Er könne es verstehen, dass es viele Besucher im Lokal störe, wenn neben ihnen ein Barfüßiger sitze. "Trotzdem kenne ich ein paar Gaststätten, in die ich auch ohne Schuhe gehen kann. Dort kennt man mich und nimmt es locker." Als aktiver Feuerwehrmann zieht er bei Einsätzen oder Übungen Stiefel über die Füße. Es wäre etwas seltsam, wenn er zwar Schutzkleidung trage, aber nichts an den Füßen. Ins Theater gehe er ebenfalls mit Schuhen.

Ein Stein bleibt ein Stein

Einige Male hat Burak bereits versucht, barfuß zu joggen. Doch so gesund dies laut einer jüngst veröffentlichten amerikanischen Studie auch sein soll, hält er wenig davon: "Ein Stein bleibt nun mal ein Stein."

Wer zumindest ab und an barfuß läuft, der merkt, wie sich an den Füßen mit der Zeit eine Hornhaut bildet. Wie dick muss die erst bei jemandem sein, der seit mehr als zwei Jahrzehnten sommers wie winters auf Schuhe verzichtet? Thomas Burak lacht. "Man glaubt es kaum, ich habe zwar an den Rändern eine etwas stärkere Hornhaut, aber an der Sohle fast gar keine." Dies verblüffe auch seine Fußpflegerin. Dennoch hat der Barfußläufer ein geringes Schmerzempfinden. Vor Jahren sei er einmal mit seiner Frau gute vier Stunden auf einem Schotterweg gelaufen. "Da habe ich nicht den geringsten Schmerz gespürt." Dennoch sind Thomas Buraks Sohlen empfindlich: Er könne sehr wohl unterscheiden, ob er auf einen Stein oder ein Geldstück tretet.

Keine Spreizfüße mehr

Begeisterte Kneippianer singen seit Langem das Hohelied auf das Barfußlaufen und attestieren ihm allerlei Wohltaten für den Körper. Burak empfindet genauso: "Es tut mir einfach gut, nicht mehr, nicht weniger." Die Abwehrkräfte stärkende Wirkung seiner Leidenschaft spürt Burak seit Jahren. Selten gebe es aber auch Tage, da trage er lieber Schuhe. "Ganz im Sinne Pfarrer Kneipps sollte man nur dann barfuß laufen, wenn der Körper warm ist. Im fröstelnden Zustand bringt es nichts."

Das Barfußlaufen hat eine weitere heilende Wirkung bei dem Physiotherapeuten entfaltet: er leidet nicht mehr unter seinen Senk- und Spreizfüßen. "Meine Füße sind wieder gesund. Ich kann alle Schuhe ohne Einlagen tragen. Aber dazu habe ich keine Lust mehr."

    
    

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