zuletzt bearbeitet: 11.03.2010 21:03 Uhr
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Wenn die Schuldenfalle zuschnappt
Beratungsstelle | Katja Rupprecht ist im Landkreis die Ansprechpartnerin für Menschen, die in ein finanzielles Loch gefallen sind. Sie ist beim BRK in Wunsiedel zu finden.
Wunsiedel - In Deutschland sind drei Millionen Privathaushalte verschuldet, und die Tendenz steigt. Auch im Landkreis Wunsiedel brauchen immer mehr Menschen Unterstützung, um ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. Bislang war die Diakonie Hochfranken ein Anlaufpunkt für Hilfsbedürftige. Die Stelle wurde nun neu ausgeschrieben. Landrat Dr. Karl Döhler sagt: "Schuldnerberatung ist ein heikles Thema. Wir hatten drei Bewerber. Das Konzept des Bayerischen Roten Kreuzes in Wunsiedel hat uns überzeugt."
Schulden haben viele Gründe
Thomas Ulbrich ist Kreisgeschäftsführer des BRK in Wunsiedel. Er ist mit der Thematik vertraut und nennt Gründe, warum Menschen oft in ein finanzielles Loch fallen. "Arbeitslosigkeit, ein sehr niedriges Einkommen. Aber auch Hausbau oder Scheidung können solche Probleme verursachen. Niemand ist davor sicher." Ab dem 1. April ist Katja Rupprecht aus Wunsiedel offiziell die Zuständige für dieses Amt. Die 28-jährige Rechtsanwaltsfachangestellte hat bereits Erfahrungen mit Insolvenzrecht gesammelt und eine Weiterbildung zur Schuldnerberaterin gemacht. "Es wird eine offene Sprechstunde geben. Immer montags von 15 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 13 Uhr." Sie sei vor allem für akute Fälle gedacht, wenn den Betroffenen bereits der Strom oder das Wasser abgedreht wurde. Die Sachgebietsleiterin des Landratsamtes für den Bereich im Sozialwesen, Sandra Wurzel, sagt: "Die Beratung ist für jeden kostenlos. Wichtig ist, dass sich die Hilfesuchenden rechtzeitig an uns wenden."
Insolvenzverfahren abwenden
Außerhalb der Sprechzeiten müssen Termine vereinbart werden. Das sei nötig, um eine langfristige, erfolgreiche Beratung zu starten. Der Inhalt der Gespräche beziehe sich in erster Linie darauf, den Betroffenen Kompetenzen im Umgang mit Geld zu vermitteln. "Sie sollen Methoden lernen, um mit ihren finanziellen Mitteln umzugehen. Also Einnahmenoptimierung und Ausgabenreduzierung", so Rupprecht. Das Konzept der Schuldnerberatung ist so ausgelegt, dass ein Insolvenzverfahren möglichst abgewendet werden kann. Ziel sei es also auch, einen außergerichtlichen Schuldenplan zu erstellen.
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