zuletzt bearbeitet: 04.09.2007 02:01 Uhr
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Wunsiedel heuer im Schatten von Gräfenberg
Der Tag der Demokratie, den die Wunsiedler am Samstag feierten, spiegelt sich in den meisten regionalen und überregionalen Medien wider.
WUNSIEDEL – Schon am Samstagabend sendete der Bayerische Rundfunk einen längeren Bericht vom Geschehen in Wunsiedel, bei dem der diesmal vor allem fröhliche Charakter der Veranstaltung herausgestrichen wurde. In den gestern erschienenen Artikeln der Presse rückte die Kreisstadt im Gegensatz zu früheren Jahren wegen des genehmigten Aufmarsches der NPD in Gräfenberg und der dortigen Kundgebung etwas in den Hintergrund. Näher auf Wunsiedel geht vor allem die TAZ aus Berlin in einer Reportage ein: „Antifa neben Junger Union, Gewerkschaftler neben den Motorradfreunden Marktredwitz. Ein schönes Fest.“ Der Autor beschränkt sich allerdings überwiegend auf die Person Horst Seehofer. „Dass der Bundeslandwirtschaftsminister in diesem Jahr nach Wunsiedel gekommen ist, hat wohl auch andere Gründe“, mutmaßt der TAZ-Journalist. „Er möchte nach wie vor zum CSU-Vorsitzenden gewählt werden beim Parteitag im September, auch wenn seine Chancen schlecht stehen. ... Doch Seehofer kämpft weiter, tingelt über Dörfer und Feste.“
Die Süddeutsche Zeitung kommentiert die nach Meinung des Autoren wenigen Besucher des Tages der Demokratie: „Nur 400 Menschen beim Tag der Demokratie in Wunsiedel, dem Symbol für erfolgreichen Widerstand gegen rechte Umtriebe. Selbst für eine kleine Kreisstadt erscheint das nicht viel.“ Hingegen lobte die Münchner Zeitung die „gut doppelt so vielen, die sich in Gräfenberg im Nürnberger Hinterland“ dem Aufzug der NPD entgegenstellten.
Spiegel Online und die Welt konzentrieren sich vor allem auf die Rede Horst Seehofers und zitieren seine Forderung, es bedürfe endlich einer höchstrichterlichen Entscheidung zu Veranstaltungen rechtsextremistischer Gruppierungen. Beide Medien weisen aber auch darauf hin, dass die Neonazis nicht nur nach Gräfenberg und Jena ausgewichen sind, sondern auch nach Jütland in Dänemark, wo etwa 100 Demonstranten mit offen zur Schau getragenen nationalsozialistischen Symbolen des Nazikriegsverbrechers und Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß gedachten.
Die Deutsche-Presse-Agentur (dpa), derer Nachrichten sich vor allem kleinere Regionalzeitungen bedienen, berichtete ebenfalls vor allem aus Gräfenberg und erwähnte lediglich, dass in Wunsiedel allein am Friedensgottesdienst 400 Besucher teilnahmen und Horst Seehofer Hauptredner am Nachmittag war.
Für den Nordbayerischen Kurier aus Bayreuth war der Höhepunkt der Veranstaltung das symbolische zeitgleiche Aufsteigen der bunten Luftballons in Wunsiedel und Gräfenberg.
Der Neue Tag aus Weiden stellte fest, dass die Mahnungen vor rechtsradikalen Umtrieben den Tag der Demokratie beherrschten. Beeindruckt zeigte sich der Autor vom bunten Friedenszug durch die Kreisstadt. M. BÄUMLER
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