zuletzt bearbeitet: 27.04.2011 13:25 Uhr
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Abgeordnete beklagen Bahn-Politik
Hof / Berlin – Die Bundestagsabgeordneten der Region haben gegenüber unserer Zeitung Stellung zur Höllentalbahn genommen, die Gegenstand einer Anfrage im Bundestag war (siehe nebenstehender Beitrag).
„Die Reaktivierung der Höllentalbahn muss eine Option für die Zukunft bleiben“, fordert Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU). Der stellvertretende Vorsitzende der CDU / CSU-Bundestagsfraktion kritisiert, dass seit der Bahnreform nur für den Personennahverkehr eine klare Verantwortlichkeit seitens der Bundesländer bestehe, der Güterverkehr aber den Rendite-Interessen der Deutschen Bahn unterworfen sei. Bislang habe kein Bundesverkehrsminister versucht, im Interesse des Gemeinwohls einzugreifen, wie es das Grundgesetz vorschreibe. Bei der Höllentalbahn und der Strecke Selb - Asch gehe es in erster Linie um den Güterverkehr. Geschickt werde in der Antwort des Ministeriums nur über den Personennahverkehr gesprochen, um die Ohnmächtigkeit des Bundesverkehrsministers beim Güterverkehr zu kaschieren, beklagt Friedrich.
Die Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger (SPD) wendet sich gegen Vorwürfe, die Bundesregierung interessiere sich nicht für den Schienengüterverkehr. Sie verweist auf die Fördermittel für den kombinierten Verkehr, von denen auch das Hofer Container-Terminal profitiert habe. Für die Höllentalbahn fordert Ernstberger ein neues Gutachten mit aktuellen Zahlen. Sollte sich eine Reaktivierung als sinnvoll erweisen, sei eine Zusammenarbeit von Bund, Ländern, kommunalen Gebietskörperschaften, des Eisenbahn-Bundesamtes und der DB AG nötig.
„Verglichen mit den Kosten des gescheiterten Münchner Transrapid-Projektes nehmen sich die Kosten von 15 Millionen Euro für die Reaktivierung der Höllentalbahn geradezu bescheiden aus“, betont die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg (Die Grünen). Weil die alte Trasse unverbaut sei, könne mit geringem Aufwand die Bahninfrastruktur gestärkt und Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Anders als Großprojekte, wie der Plan einer vierspurigen Fichtelgebirgsautobahn, sei eine Reaktivierung der Höllentalbahn aus ökologischer Sicht weitgehend unbedenklich. W. R.
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