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Absolventen oft nicht ausbildungsreif

Informationsbesuch | Referatsleiter Gerhard Dix vom Bayerischen Gemeindetag lobt das Engagement der VHS Hof-Land.
Von Franziska Schneider
  • fpha_fs_VHS_hof_Land_170310 Referatsleiter Gerhard Dix (links) und der stellvertretende Hofer Landrat Alexander Eberl beim Gespräch der Volkshochschule Hof-Land.
     
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Hof - Beeindruckt von der Arbeit der Volkshochschule Hof-Land zeigt sich Gerhard Dix, Referatsleiter für das Bildungs- und Erziehungswesen im Bayerischen Gemeindetag, nach seinem Besuch in Hof. Man hatte ihm die aktuellen VHS-Projekte vorgestellt. Der Bildungsträger greife da an, wo es nötig sei, konstatiert Dix. Die meisten Jugendlichen würden ja nicht während ihrer Ausbildung plötzlich zu "Problemkindern", sondern hätten meist schon in der Schule Schwierigkeiten gehabt.

VHS-Geschäftsführerin Ilse Emek hat diesen Umstand längst erkannt und umgesetzt. Momentan gibt es Projekte und Kooperationen mit 13 Schulen im Landkreis Hof. Insgesamt werden dort etwa 2300 Schüler betreut. Das Besondere dabei ist, dass neben Volks- und Hauptschulen auch die Realschulen mit ins Boot geholt werden. Die VHS übernimmt zum großen Teil auch das Nachmittagsangebot der Ganztagsschulen.

Dieses Konzept liegt auch Referatsleiter Dix sehr am Herzen: "Die ganztägliche Betreuung unserer Schüler ist ein wichtiger Schritt in eine umfassendere Ausbildung", sagt der Experte. Sie könnten auf diesem Weg besser für die spätere Ausbildung fit gemacht werden. Schließlich sei das auch für den Arbeitsmarkt von Vorteil, betont er.

Es sei ein offenes Geheimnis, dass Hauptschulabsolventen bei der Job-Suche größere Probleme haben als Schüler, die einen Realschulabschluss oder gar das Abitur vorweisen können. Dix' Einschätzung zufolge liegt das Problem auch in den zunehmend spezialisierten Berufen der heutigen Gesellschaft. "Wenn ich heute in eine Kfz-Werkstatt fahre, dann wird mein Auto an einen Computer angeschlossen, und die Daten werden zum jeweiligen Hersteller transferiert", sagt Dix. Solche Spezialisierungen würden die Job-Suche erheblich erschweren.

Auch in öffentlichen Berufen hätten Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss kaum mehr Chancen. Der vorläufige Berufsbildungsbericht 2010 besage, dass jeder zweite Schulabgänger nicht ausbildungsreif sei. Zwar warnt Dix davor, solche Zahlen überzubewerten, aber er sieht auch Grund, einzuschreiten. Die Volkshochschule Hof-Land habe hier eine Vorreiterrolle.

Neben der Ganztagsschule bietet der Bildungsträger auch eine verlängerte Mittagsbetreuung von 13 bis 16 Uhr an. Während dieser Zeit können die Schüler ihre Hausaufgaben erledigen oder an Zusatzangeboten, wie kreatives Gestalten oder EDV, teilnehmen. Neben diesen schulischen Angeboten gibt es auch Vorbereitungskurse für den qualifizierten Hauptschulabschluss und die mittlere Reife. Mit 83 122 Unterrichtsstunden im Jahr hat sich die VHS Hof-Land bayernweit an die Spitze der Volkshochschulen im ganzen Land gesetzt.

Eltern sind verantwortlich

Einen Aspekt will Gerhard Dix nicht unberührt lassen - den der Elternarbeit. Oft seien die Eltern mit der Erziehung ihrer Sprösslinge überfordert. Es sei wichtig, ihnen in solchen Situationen beratend zur Seite zu stehen. "Die Eltern sind nach wie vor für ihre Kinder verantwortlich. Diese Verantwortung kann ihnen auch keiner abnehmen", sagt der Regierungsbeamte abschließend. Damit gibt er auch einen Ausblick auf künftige Herausforderungen, denen sich die Bildungsträger stellen werden müssen.

    
    

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