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Alexander Eberl muss sich neuen Job suchen

Der SPD-Kandidat hat den Sprung an die Spitze des Landratsamtes verpasst. Statt konkreter Inhalte habe der Wähler auf Emotionen, Hoffnungen und Visionen gesetzt, analysiert der Sozialdemokrat seine Niederlage.

Von Thomas Schuberth-Roth
  • Die Ergebnisse im Blick: Alexander Eberl und Landrat Bernd Hering. Foto: Miedl
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Hof - Es ist kurz nach 18.45 Uhr, 46 von 53 Stimmbezirken sind ausgezählt, und der Landratskandidat der CSU liegt weiter stabil bei knapp über 52 Prozent der abgegebenen Stimmen. "Es ist vorbei", lässt in diesem Augenblick Landrat Bernd Hering, SPD, jede Hoffnung fahren. Und er schaut auf Alexander Eberl, der neben ihm hinter dem mächtigen Schreibtisch sitzt. Auf ihn, den Parteifreund, hat Hering gesetzt, Eberl war sein Wunschkandidat für seine Nachfolge.

Vorbei. Ziel verpasst. Nach der Wahl vor zwei Wochen nun auch in der Stichwahl. Eberl bleibt gefasst. "Das ist nicht mehr aufzuholen", murmelt er. Auch wenn da das Ergebnis aus Münchberg noch aussteht. Aber dass er hier die gut 1800 Stimmen, die er hinten liegt, noch aufholen sollte, daran glaubt auch Alexander Eberl nicht mehr. Kurz vorher war das Ergebnis aus Helmbrechts aufgelaufen, das bei Eberl und Hering Kopfschütteln auslöste. Vier Kreisräte stellt die SPD dort, aber trotzdem liegt auch hier Dr. Oliver Bär mit 51,69 Prozent vorn.

"Lasst uns runtergehen", sagt Eberl kurz vor 19 Uhr. Doch der Landrat will noch warten - auf das Ergebnis aus Münchberg. Ob wenigstens hier der SPD-Mann Christian Zuber in der Stichwahl gewonnen hat. Wenigstens diese positive Meldung sollte in seiner Bilanz auftauchen. Die Enttäuschung steht dem Landrat ins Gesicht geschrieben.

Doch der Server in Münchberg ist zusammengebrochen. Keine Verbindung. Die Minuten verrinnen, und nun geht man doch nach unten in den Sitzungssaal. Landrat Bernd Hering voran, dahinter Alexander Eberl mit Familie. Eng stehen sie zusammen, SPD-Kreisvorsitzender MdL Klaus Adelt und SPD-Unterbezirksvorsitzender Ulrich Scharfenberg gesellen sich dazu.

Die Teams vom Fernsehen und die Rundfunkreporter müssen sich noch in Geduld üben. Kein Statement, nicht bevor Münchberg da ist, sagt der Landrat.

Und dann legt Hering doch los. Auch ohne das Ergebnis aus der größten Stadt des Landkreises. Er sei enttäuscht, sagt er mit tränenerstickter Stimme. In den vergangenen beiden Wochen habe er noch mal einen Ruck in den eigenen Reihen verspürt. Es habe aber nicht gereicht. Erstmals seit 1972 werde ein CSU-Mann an der Spitze des Landkreises stehen. Er dankt Alexander Eberl für den "hervorragenden Wahlkampf".

Im Gegensatz zu Hering tritt Eberl gefasst vor die Mikrofone. Mit fester Stimme schickt er zunächst seine Gratulation an Dr. Oliver Bär. Und dankt anschließend allen, die ihn unterstützt haben, allen voran seine Familie, Hering und Adelt.

"Ich habe im Wahlkampf auf konkrete Inhalte gesetzt, der Wähler hat sich aber für Emotionen, Visionen und Hoffnungen entschieden. Das gilt es zu respektieren", analysiert Eberl den Ausgang der Stichwahl, auch wenn er enttäuscht sei, wie er sagt. Er äußert sich auch zu seiner persönlichen Zukunft. "Wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf", blickt er nach vorne. Der 39-Jährige hat viel riskiert. Zwölf Jahre war er Bürgermeister der Stadt Schwarzenbach, für die Landratskandidatur musste er alles auf diese Karte setzen. Die nun nicht gestochen hat.

Ein, zwei Tage werde er die Ereignisse sacken lassen, aber danach werde eine "hochqualifizierte Arbeitskraft auf dem hochfränkischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen", scherzt er schon wieder. Eberl, diplomierter Betriebswirt (FH), hofft auf einen baldigen beruflichen Wiedereinstieg in der freien Wirtschaft. Für seine Rede erhält er langen Beifall.

Ein "kurzer, kaltschnäuziger Wahlkampf" habe dem CSU-Kandidaten den Sieg gebracht, bilanziert Kreisvorsitzender Adelt. Die Niederlage schmerze, habe aber auch etwas Gutes: "Die letzten beiden Wochen haben uns zusammengeschweißt." Nun gelte es Eberl, der auf jeden Fall in der Region bleiben wolle, weiter für die Partei zu erhalten. Eberl sei für die Sozialdemokraten "ein Juwel", betont Adelt.

Seine weitere politische Zukunft lässt Eberl nach der Wahl offen: "Das wird sich zeigen", sagt er.

    
    

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»Alle 13 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

Zukunft,

von lehrer am 01.04.2014 18:58
mich würde mal interessieren welche berufliche Zukunft ein Herr Eberl nun hat? War sein Leben von Anfang an nur darauf aufgebaut in der Partei Karriere zu machen? Herr Bär hätte ja weiter als Anwalt arbeiten können. 12 Jahre als Bürgermeister sind ja wohl nicht sehr fördernd bei einer Bewerbung. Aber vielleicht wird ja in " seinem" Museum bald ein Job angeboten!
(0)

Den Bürgern war sonnenklar, daß ein weiterer Sozi-Kandidat im Amt der Region nur weitere...

von Rut66 am 01.04.2014 13:54
...Probleme bereitet und keine strukturelle positive Innovation gebracht hätte.

Insbesondere wußte man ja schon, daß der Wunsch-Zieh-Sohn des Mister Hering in der ab-und-zu-Funktion eines stellen-/zeitweisen Stellvertreters ebenso weiterwurschtelt wie der bisherige Landrat.
Denke, der unterlegene Schw'bacher Kandidat kann sich als bekennender Donaldist um das Mickey-Maus-Haus in Schw'bach kümmern. Und das ist gut so....
(3)

Vorschlag zur Güte

von doctorscat m (48) am 03.04.2014 13:17
Setzen wir doch in Zukunft einen "Pappkameraden" von FJS oder Edmund Stoiber auf alle OB- und Landratsstellen in Oberfranken.
Die brauchen keine Dienstwägen, die bekommen kein Gehalt und dann brauchen wir auch keine Wahlen mehr.
Gesteuert werden wir dann zentral von München aus vom CSU-Generalsekretär.
So stellen Sie sich doch offensichtlich Ihr Paradies vor !

Übrigens : Das von Ihnen despektierlich als "Micky-Maus-Haus" bezeichnete Gebäude heißt "Dr.-Erika-Fuchs-Haus" !
Und glauben Sie mir : Frau Dr. Fuchs hat unsere Gegend auf eine liebenswerte und niveauvolle Art und Weise weithin bekannt gemacht.

Gut, es gab natürlich auch andere, die Oberfranken in die Schlagzeilen gebracht haben.
Dazu waren allerdings falsche Doktortitel, teuere Kameras oder die eine oder andere Verwandtschaftsaffäre notwendig...
(4)

@doctorscat: Jo mei - jetzt beruhigen Sie sich doch wieder

von Rut66 am 03.04.2014 14:01
San`S doch froh, daß die Mehrheit der Wähler eben gerade keinen Pappkameraden gewählt haben, und weil Sie eben - zwanghaft/verk(r)ampft - auf den Einsatz von teuren Kameras "hinweisen": Die Bürger mögen auch keine Fotos, die via Händi geschossen werden...

Putzig, gell....?
Oder: Host mi?
(1)

...und auch keine Generalsekretäre, die kurz mal beim ZDF anrufen,

von doctorscat m (48) am 03.04.2014 19:52
und so ganz nebenbei die Pressefreiheit aushebeln wollen !

Ihre Parteifreunde haben da eine ganz ausgekochte Taktik :
Indem man völlig unwichtige Dinge bei anderen Parteien aufbauscht ( besagte Fotos, "Veggie Day" usw. ), lenkt man geschickt von den eigenen Schweinereien ab !
(3)
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